Passpartour die Dritte: Naturpark Kaunergrat (English Version Below) 46° 56′ 50,9″ N, 10° 44′ 29,5″ O

Berge, sie spiegeln Kraft und Energie wider und hin und wieder bringen sie uns Menschen sogar dazu die Perspektiven des eigenen Lebens auf eine ganz neue Art und Weise zu betrachten.

Der Kaunergrat bietet mit seinen mannigfaltigen Möglichkeiten dabei eine Menge unterschiedliche Perspektiven die nicht nur mit der zweithöchsten Gletscherstraße Österreichs zu tun haben.

Das Piller Moor

Ein Naturdenkmal, der besonderen Art das seinem Namen alle Ehre macht, ist das Piller Moor. Schon die Anfahrt von Wenns aber auch von Fließ aus macht durch ihre kurvenreiche Streckenführung jede Menge Spaß. Für Naturliebhaber beginnt am Parkplatz Piller Moor auf 1520 Metern Höhe ein sensationeller und gut 1,5 Stunden lange Moorlehrpfad, der einem die schönste und zugleich ruhigste Seite der Natur zeigt. Danach lädt das Café und Restaurant Gachenblick zur Pause ein. Wer schwindelfrei ist und Höhe liebt kann von der Aussichtsplattform einen Blick tief hinunter ins Pitztal riskieren. So oder so könnte man einen ganzen Tag dort oben verbringen, stünde nicht noch ein weiteres Highlight auf dem Plan.

Kaunertaler Gletscherstraße

Folgt man der B63 in Richtung Kauns, stößt man irgendwann auf die Kaunertaler Gletscherstraße, die in Prutz beginnt. Auf 28 Kilometer Länge hat man an 29 Kehren Spaß und damit an nicht ganz so vielen wie am Stilfser Joch. Dabei bringt uns die mautpflichtige Sackgasse auf 2750 Meter Höhe und in ein Paradis voller Fels, Wasser, Natur und Eis. Wählt man den richtigen Zeitraum, wir waren im Juni dort, erwacht die Natur zu neuem Leben und reißt dich wirklich gnadenlos in ihren Bann. Rechts und Links der Fahrbahn ergießen sich mannigfaltige Wassermassen über das Felsgestein und fallen rauschend in den Gepatsch-Stausee und seine kleineren Seekollegen im Tal. Die Murmeltiere feiern ihr Erwachen aus dem Winterschlaf und nehmen die ersten Sonnenbäder auf den Umliegenden Felsen und Almwiesen. Und als ob all dieses Spektakel noch nicht genug für einen Tag wäre, fällt der Blick am Ende der Straße auf den Weißseeferner. Lange nicht mehr so mächtig wie in früheren Jahrzehnten, fällt es ihm wie allen anderen Gletschern der Alpen auch schwer Größe zu bewahren. Der Klimawandel macht diesen Eisriesen mächtig zu schaffen und sorgt dafür, dass wohl oder übel bald nichts mehr davon übrig sein wird.

Gletscher im Wandel

Doch verfallen wir angesichts dieser dunklen Vorzeichen nicht in zu viel Trübsal, nehmen den sensationellen Ausblick von der Höhe ins Tal mit und genießen die schönen Kurven zurück.

Geschichte

Vom bekannten Pilgerweg zu einer der beliebtesten Ausflugsstraße Österreichs

Die Kaunertaler Gletscherstraße folgt auf in ihrem Verlauf größtenteils dem alten Pilgerweg von Kaltenbrunn im Kaunertal über das beliebte Weißseejoch (2960 m) ins Langtauferer Tal nach Melagg. Einer Wegeverbindung die weit bis ins Mittelalter zurückreicht.

Heute besuchen das beliebte Ausflugsziel Ca. 150.000 Gäste jährlich und dass nur im Sommer. Dabei sind die Besucher auf die verschiedensten Arten am Berg unterwegs. Rücksicht, Vorsicht und gegenseitiger Respekt gelten also auch hier als eine Art Grundlage für das gemeinsame Miteinander.

1911…Die Flaschenpost aus dem ewigen Eis

Eine der lustigen Anekdoten ist wohl der Fund einer Flaschenpost aus dem Jahr 1911 auf dem Gepatschferner. Ein gut erhaltener, handgeschrieben Brief von den Skiclubs Arlberg und München befand sich in der grünen Flasche, die hier im Sommer 1911 gemeinsam Skilaufen waren.

1930…Bergtouren im Postbus

Die Postbuslinie gab es bereits 1932 und führte damals über die noch geschotterte Almwege bis zum Gepatschhaus. Und auch heute noch sind diese Busse unterwegs und befördern die Besucher nach oben auf den Berg. Allerdings sind die Straßen heute weniger gefährlich, wenn auch noch immer mit traumhaften Kurven gespickt.

1961 – 1965…Bau des Gepatschstausees

Der Mandarfen Boden einst eine blühende Almweide auf der sich sowohl das Almvieh wie auch Haflinger wohlfühlten. Anfang bis Mitte der 60er Jahre änderte sich das allerdings, denn die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) erschuf den Gepatschstausees, der das Land langsam einnahm. Mit dem höchsten Naturschüttdamm Europas (160 Meter hoch) und einer Speichervolumen von 140 Millionen Litern Wasser ist er daher ein Naturschauspiel und nicht so einfach zu übersehen. Im Zuge dieser Bautätigkeiten wurde zudem die Straße von Feichten bis zum Damm gleich 2-spurig ausgebaut und asphaltiert.

1979 – 1980…Gletschererschließung

Zu guter Letzt baute man von 1979 bis 1980 die Kaunertaler Gletscherstraße vom Stausee bis hinauf zum Gletscherrestaurant auf 2.750 m komplett aus. Damit machte man den Gletscher zum Sommerskigebiet, welches Skifahrer das ganze Jahr erfreuen soll. Wie gut oder schlecht, dass für die umliegende Natur ist, sei einmal dahingestellt. Aber natürlich erfreuen auch wir uns an den Kurven hinauf zum Gipfel recht gerne.  

Heute ist die Kaunertaler Gletscherstraße die schönste Sackgasse Österreichs und wird daher oft auch liebevoll die Traumstraße ins ewige Eis genannt. Damit bietet sie ganzjährig das Hochgebirgsfeeling der Kaunertals und verbindet dieses Erlebnis mit der Naturparkregion Kaunergrat.

Viel Spaß beim erleben und erfahren euer Torsten

Passpartour the third: Naturpark Kaunergrat 46° 56′ 50,9″ N, 10° 44′ 29,5″ E

Mountains, they reflect power and energy and every now and then they even make us humans look at the perspectives of our own lives in a completely new way.

The Kaunergrat with its manifold possibilities offers a lot of different perspectives that have not only to do with the second highest glacier road in Austria.

The Piller Moor

The Piller Moor is a natural monument of a special kind that lives up to its name. Even the approach from Wenns, but also from Fließ, is a lot of fun due to its winding route. For nature lovers, a sensational 1.5-hour-long moor nature trail begins at the Piller Moor car park at an altitude of 1520 metres, which shows you the most beautiful and at the same time most peaceful side of nature. Afterwards, the café and restaurant Gachenblick invites you to take a break. If you don’t suffer from vertigo and love heights, you can risk a look deep down into the Pitztal valley from the viewing platform. Either way, you could spend a whole day up there if there wasn’t another highlight on the plan.

Kaunertal Glacier Road

If you follow the B63 in the direction of Kauns, you will eventually come across the Kaunertal Glacier Road, which starts in Prutz. Over a length of 28 kilometres, you can enjoy 29 hairpin bends, which is not quite as many as on the Stilfser Joch. In the process, the toll cul-de-sac takes us to 2750 metres above sea level and into a paradise full of rock, water, nature and ice. If you choose the right time of year – we were there in June – nature comes to life and really casts a merciless spell over you. To the right and left of the roadway, manifold masses of water pour over the rock and fall rushing into the Gepatsch reservoir and its smaller lake colleagues in the valley. The marmots celebrate their awakening from hibernation and take their first sunbaths on the surrounding rocks and alpine meadows. And as if all this spectacle were not enough for one day, at the end of the road your gaze falls on the Weißseeferner. No longer as mighty as it was in earlier decades, it, like all other glaciers in the Alps, is finding it difficult to retain its size. Climate change is taking its toll on these ice giants and is ensuring that, for better or worse, there will soon be nothing left of them.

Glaciers in transition

But let’s not get too gloomy in the face of these dark omens, let’s take in the sensational view from the heights down into the valley and enjoy the beautiful curves back.

History

From a well-known pilgrims‘ path to one of Austria’s most popular excursion roads

The Kaunertal Glacier Road largely follows the old pilgrims‘ path from Kaltenbrunn in the Kaunertal Valley over the popular Weißseejoch (2960 m) into the Langtauferer Valley to Melagg. A route that goes way back to the Middle Ages.

Today, the popular excursion destination is visited by about 150,000 guests a year, and that only in summer. The visitors are on the mountain in many different ways. Consideration, caution and mutual respect are therefore also considered here as a kind of basis for common togetherness.

1911…The message in a bottle from the eternal ice

One of the amusing anecdotes is probably the discovery of a message in a bottle from 1911 on the Gepatschferner. A well-preserved, handwritten letter from the Arlberg and Munich ski clubs was in the green bottle. They went skiing together here in the summer of 1911.

1930…Mountain tours on the Postbus

The Postbus line was already in existence in 1932, and at that time it ran along the still gravelled alpine paths to the Gepatschhaus. And even today, these buses are still on the road and transport visitors up to the top of the mountain. Today, however, the roads are less dangerous, even if they are still peppered with fantastic curves.

1961 – 1965…Construction of the Gepatsch Reservoir

The Mandarfen Boden was once a flourishing alpine pasture where both alpine cattle and Haflingers felt at home. However, this changed in the early to mid-1960s, when the Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) created the Gepatschstausee lake, which slowly took over the land. With the highest natural dam in Europe (160 metres high) and a storage capacity of 140 million litres of water, it is therefore a natural spectacle and not easily overlooked. In the course of these construction activities, the road from Feichten to the dam was also widened to 2 lanes and asphalted.

1979 – 1980…Glacier development

Finally, from 1979 to 1980, the Kaunertal Glacier Road was completely extended from the reservoir up to the glacier restaurant at 2,750 metres. This turned the glacier into a summer ski area that skiers could enjoy all year round. How good or bad that is for the surrounding nature remains to be seen. But of course we also enjoy the curves up to the summit. 

Today, the Kaunertal Glacier Road is the most beautiful dead-end road in Austria and is therefore often affectionately called the dream road into the eternal ice. It thus offers the high mountain feeling of the Kaunertal all year round and combines this experience with the Kaunergrat Nature Park Region.

Have fun experiencing and learning your Torsten

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