Unsere Tourdaten: Grimselpasstour
Wieder geht die Sonne über den Bergen und dem Rhonegletscher auf. Leuchtend rot fallen ihre Strahlen durch die Fenster des Hotels Belvedere, in dem wir am Abend zuvor noch unsere Gletschereis-Cocktails genossen haben. Goldfinger und die Bondmänner haben den Pass längst verlassen und gehen ihren Geschäften nach. Uns aber zeigen die Sonnenstrahlen einen anderen Weg, den Weg auf die andere Seite des Berges, zum Grimselpass.




Ein lang gehegter Traum
Schon lange träumte ich davon, einmal durch die Schweiz zu fahren und den Grimselpass zu erleben. Spätestens nach den Blicken vom gegenüberliegenden Furkapass vor ein paar Jahren wurde aus dem Traum ein konkreter Plan und so haben wir ihn dieses Jahr endlich in Angriff genommen.
Damit wandelten wir einmal mehr auf den Spuren der alten Römer, die den Grimselpass wie viele andere Pässe als Nord-Süd-Tangente nutzten. Auf seinen insgesamt 34 Kilometern verbindet er das Berner Oberland mit dem Oberwallis und trennt gleichzeitig die Berner von den Urner Alpen. Die Kantonsgrenze verläuft auf gut 2’165 m ü. M. und ist gleichzeitig die europäische Wasserscheide.





Die Grimsel
Anders als im Vorspann zu diesem Text beginnen wir unsere Passfahrt in Innertkirchen, wo zufälligerweise auch die Sustenpassstraße beginnt, die mit nicht weniger als 20 Tunnels ihre Besucher zu überzeugen weiß. Aber auch auf der Grimsel Passstraße erwartet uns der eine oder andere Tunnel, nebst weiten Aussichten links und rechts der Strecke. Zudem ist der Pass gespickt mit blau und smaragdgrün schimmernden Seen wie dem Gelmersee, dem Rätrichsbodensee und natürlich dem Grimselsee mit seiner gewaltigen Staumauer. Der Totensee auf der Passhöhe bildet den schaurig-schönen Abschluss. Jeder dieser Seen bietet neben den verschiedenen Wasserfällen auch eine schöne Fotokulisse und so dauert es unverhältnismäßig lange, bis man oben ist.
Highlights auf dem Weg nach oben
Neben diesen landschaftlichen Höhepunkten kann man in Guttannen die Ausstellung Kristella besuchen und die Kunstwerke aus den Kristallen der umliegenden Berge bewundern. Ein sehenswerter Aussichtspunkt ist auch die Handeggfallbrücke, die recht kühn in die Landschaft gebaut wurde. Die reinen Zahlen sprechen hier für sich, denn die im nepalesischen Stil gebaute Brücke ist nur 65 cm breit, spannt sich 70 m in die Länge und überwindet dabei 80 Höhenmeter. Der Durchhang auf diesem kurzen Stück Holz und Metall beträgt satte 6 Meter, was Adrenalinjunkies definitiv auf ihre Kosten kommen lässt.





Doch uns treibt es an diesem Tag weiter und so folgt nach der Passhöhe die wilde Abfahrt ins Tal nach Gletsch. Dabei ist die Serpentinenstrecke ein echtes Highlight, denn sie ist komfortabel und gut ausgebaut, so dass auch ungeübte Biker ihren Spaß haben. Allerdings sollte man nie die Dummheit anderer Verkehrsteilnehmer unterschätzen, die auch hier ohne Blinker abrupt bremsen und rechts ranfahren oder zu zweit, zu dritt oder was auch immer teilweise stehende Hindernisse im Fahrradbereich bilden. Vorsicht und Achtsamkeit gehen also auch hier einen gemeinsamen Weg mit der wunderschönen Natur und der Freude am Motorradfahren.
Für uns ist die Tour an diesem Tag noch nicht zu Ende, denn wir wollen weiter nach Italien und über den Simplonpass nach Domodossola. Gerade noch rechtzeitig übrigens, wie sich herausstellt, denn knapp eine Woche später legt ein Unwetter mit Gerölllawinen und Starkregen fast alle von uns befahrenen Strecken erst einmal lahm.
Fazit
Der Grimselpass ist wunderschön und jeder, der mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte ihn einmal befahren haben. Gerne hätte ich an diesem Tag die Tour mit Furka und Tremola vervollständigt, aber diese waren aufgrund der Jahreszeit noch geschlossen. Für mich war es eine Lücke in meiner Pässe-Sammlung, die nun geschlossen ist und die ich auf keinen Fall missen möchte.
Also genießt die Zeit und nehmt sie euch, wenn ihr dort unterwegs seid. In diesem Sinne geht wieder ein Passepartout mit vielen schönen Erinnerungen zu Ende.
Herzliche Grüße euer Torsten Thimm

Passepartout: Grimsel Pass Koordinaten 46.561126 N, 8.336896 O
Our Tour: Grimselpass Tour
Once again, the sun rises over the mountains and the Rhone glacier. Its bright red rays shine through the windows of the Hotel Belvedere, where we enjoyed our glacier ice cocktails the night before. Goldfinger and the Bond men have long since left the pass and gone about their business. But the sun’s rays show us another way, the way to the other side of the mountain, to the Grimsel Pass.
A long-cherished dream
I have long dreamed of travelling through Switzerland and experiencing the Grimsel Pass. At the latest after the views from the Furka Pass opposite a few years ago, the dream became a concrete plan and so we finally tackled it this year.
Once again, we were following in the footsteps of the ancient Romans, who used the Grimsel Pass as a north-south tangent like many other passes. Over a total of 34 kilometres, it connects the Bernese Oberland with the Upper Valais and at the same time separates the Bernese Alps from the Uri Alps. The cantonal border runs at over 2,165 metres above sea level and is also the European watershed.
The Grimsel
Unlike in the introduction to this text, we start our pass journey in Innertkirchen, where the Susten Pass road also begins, which has no fewer than 20 tunnels to impress its visitors. But the Grimsel Pass road also has one or two tunnels, as well as sweeping views to the left and right of the route. The pass is also dotted with shimmering blue and emerald green lakes such as Gelmersee, Rätrichsbodensee and, of course, Grimselsee with its enormous dam wall. The Totensee at the top of the pass is the eerily beautiful finale. In addition to the various waterfalls, each of these lakes also offers a beautiful photo backdrop and so it takes a disproportionately long time to reach the top.
Highlights on the way to the top
In addition to these scenic highlights, you can visit the Kristella exhibition in Guttannen and admire the works of art made from crystals from the surrounding mountains. The Handegg Falls Bridge, which was boldly built into the landscape, is also a viewpoint worth seeing. The sheer numbers speak for themselves here, as the Nepalese-style bridge is only 65 cm wide, spans 70 metres in length and covers 80 metres in altitude. The sag on this short piece of wood and metal is a whopping 6 metres, so adrenaline junkies will definitely get their money’s worth.
But we are driven onwards on this day and so after the top of the pass, the wild descent into the valley to Gletsch follows. The serpentine route is a real highlight, as it is comfortable and well-built so that even inexperienced bikers can have fun. However, you should never underestimate the stupidity of other road users, who also brake abruptly here without indicators and pull over or form obstacles in the bike area in pairs, threesomes or whatever. So here too, caution and mindfulness go hand in hand with beautiful nature and the joy of motorcycling.
The tour is not over for us on this day, as we want to continue on to Italy and over the Simplon Pass to Domodossola. Just in time, by the way, as it turns out, because almost a week later a storm with avalanches and heavy rain paralyses almost all the routes we travelled.
Conclusion
The Grimsel Pass is beautiful and anyone travelling by motorbike should have ridden it once. I would have liked to have completed the tour with Furka and Tremola that day, but they were still closed due to the time of year. For me, it was a gap in my collection of passes that is now closed and that I definitely wouldn’t want to miss.
So enjoy the time and take it when you are travelling there. With this in mind, another Passepartout with many wonderful memories comes to an end.
Best wishes from Torsten Thimm
