Unsere Touren plus eine ungefahrene Tour
Es ist September, eine der schönsten Jahreszeiten überhaupt. Die Sommerhitze ist verflogen und auch die Touristenströme sind mittlerweile Geschichte. Carmen und ich sind nach gut 10 Stunden Fahrt im Friaul angekommen. Die letzten Kilometer fuhren wir dabei über kleine Straßen und Pässe und konnten die Natur genießen. Schnell haben wir unser frisch renoviertes Zimmer in einem (echten) Agriturismo namens Ostrouska in Sgonico bezogen. Die Schweine auf dem Hof grunzen fröhlich vor sich hin und die Esel (schlimmer als morgendliche Hähne) zeigen lautstark, was sie können. Aber die Lage ist perfekt und neben Triest und dem Meer ist auch Slowenien ganz in der Nähe.






Allein in Triest kann man problemlos einen ganzen Tag verbringen, um sich die Stadt mit ihren wunderschönen Häusern und Gassen anzuschauen. Hier ein bisschen shoppen, dort einen Cappuccino trinken und einfach das italienische Dolce Vita genießen. Wer gut zu Fuß ist, startet noch einen erweiterten Rundgang in und oberhalb der Stadt und besucht die Festung Castello di San Giusto. Die Aussicht von dort oben ist wirklich faszinierend. Natürlich gibt es in der Festung noch einiges mehr zu entdecken, denn im Laufe der Jahrzehnte hat sich hier das eine oder andere Fundstück angesammelt, das quasi darauf wartet, betrachtet zu werden.










Und wenn man schon einmal im Tal und in der Umgebung von Triest ist, sollte man natürlich auch einem anderen Castello einen Besuch abstatten. Das Castello di Miramare besticht durch seine wunderschönen Gärten und den direkten Blick aufs Meer, wenn nicht gerade ein amerikanischer Flugzeugträger im Hafengebiet liegt. Aber wie gesagt, die Gärten sind einzigartig und bieten auch bei heißen Temperaturen genügend kühle Plätze zum Verweilen und Genießen.









Wer die Küstentour rund um Triest vervollständigen möchte, sollte unserer Ansicht nach natürlich auch Muggia/Milje und die vorgelagerte Halbinsel besuchen. Muggia überzeugt dabei mit einer wunderschönen Altstadt und tollen Cafés, deren Wirte auch bei strömendem Regen nicht die Nerven verlieren und gut gelaunt ihre Speisen und Getränke servieren. Nach dem Besuch dort endet unser Tag mit einem Glas Wein und einer sehr guten Pizza später im Bett. Doch bevor der Morgen graut, werden uns die Esel bestimmt noch einige Male in der Nacht sagen, wie glücklich sie sind.





Ein sensationelles Frühstück später befinden wir uns dann schon in Slowenien und haben über kleinste Straßen bereits erfahren, dass nicht nur die Franzosen 3D-Straßen bauen können. Ljubljana lassen wir bewusst aus, schauen aber in Stanjel vorbei und besichtigen die Altstadt und die dortigen Bienenvölker (ja der Imker ist einfach überall mit dabei). Im Anschluss fahren wir kurvenreich durch die Landschaft weiter und relativ schnell erreichen wir die fantastische Burganlage in Predjama. Die Festung hat es wirklich in sich, auch wenn der Hausherr leider von seinen eigenen Leuten verraten wurde und beim Toilettengang von einer feindlichen Kanonenkugel getötet wurde. Die in den Berg gebaute Feste und angeschlossene Höhle mit geheimen Versorgungsgang lassen jedenfalls an spektakulären Aussichten keine Wünsche offen und sind eines der Highlights des Tages. Doch weiter östlich, in Skocjan an der Reka, wird dieses Highlight fast noch übertroffen.
















Denn wie Gandalf im Herrn der Ringe sagt: „Hier haben die Zwerge zu tief gegraben“, und tatsächlich, wenn man durch die Škocjanske Höhle geht, könnte man das wirklich glauben. Ein riesiges Labyrinth aus Stein, Wasser, verborgenen Gängen, Dunkelheit und menschengemachten Lichtspielen erwartet die Besucher, bevor am Ende viele Stufen zurück in die Zivilisation führen. Ein Spektakel der besonderen Art so nah in und an der Natur wie es nur geht und zugleich ein einmaliges Erlebnis, das man gesehen haben muss. Wir jedenfalls sind geflasht und fahren im Anschluss nach einer Pause im kurvigen Zickzack zurück zur Unterkunft, wo ein rustikales Abendessen und der typisch friaulische Weißwein auf uns wartet.









Man ahnt es schon fast und ja, die Esel werden zum neuen Running Gag der Geschichte, denn auch an diesem Morgen hat man das Gefühl, sie stünden direkt neben einem, wenn sie ihr Lied anstimmen. Nun ja, schlafen ist ja bekanntlich nicht so gesund und so schmieden Carmen und ich nach dem leckeren Frühstück einen neuen Plan, wie wir den Tag verbringen wollen.

Schon mal von Palmanova gehört? Nein, das ist eine sternförmige Festungsstadt nordwestlich von Triest. Landschaftlich ist die Gegend für Motorradfahrer weniger aufregend, weil flach, aber die Orte haben ihren Reiz. Neben Udine und Palmanova besuchen wir an diesem Tag auch Cervignano de Friuli und in der vorgelagerten Lagune die Stadt Grado. Alles zusammen ergibt einen Städtetrip der besonderen Art der abwechslungsreicher nicht sein könnte und bis in die römische Geschichte der Region zurückreicht. Jeder Ort hat seine ganz eigenen Highlights, aber Palmanova mit seinen Kasematten und Wehranlagen ist schon etwas ganz Besonderes. Carmen und ich genießen das schöne Wetter an diesem Nachmittag und lassen die wechselnden Landschaften und die Atmosphäre auf uns wirken. Nach Grado schlagen wir den Heimweg ein, wo wir am Abend noch einmal in einem regionalen Restaurant in der Nähe unserer Unterkunft essen, gehen, bevor wir am nächsten Tag in Richtung Berchtesgaden aufbrechen. Damit endet ein Urlaub in einer Gegend, die wir nicht zum letzten Mal besucht haben, denn sie ist so mannigfaltig wie Italien und Slowenien nun einmal sind.












Fazit
Das Friaul ist sehr abwechslungsreich und bietet natürlich auch uns Motorradfahrern sehr viel Fahrspaß. Ich habe in dieser Geschichte aber bewusst einmal die Sehenswürdigkeiten neben den Strecken in den Vordergrund gestellt, da ich zumindest, wenn ich mit Carmen unterwegs bin, nicht mehr jeden Tag auf dem Motorrad sitze. Der Genuss rückt für uns in den Vordergrund und es war durch und durch eine wirklich tolle Reise mit kleinen Einschränkungen (Esel). Natürlich könnt ihr euch nach der Erfahrung vorstellen, dass ich mittlerweile sehr wohl bei Anfragen zu Buchungen wissen möchte, ob es in der Unterkunft Esel gibt oder nicht. Denn sowohl Carmen als auch ich entscheiden immer noch gerne selbst, wann wir aufwachen möchten. In diesem Sinne genießt eure Reisen wie es euch am besten gefällt










Schöne Grüße Carmen und Torsten
A road trip to Friuli between the mountains and the sea (English Version)
It’s September, one of the most beautiful seasons of the year. The summer heat has disappeared and the tourist crowds are now history. Carmen and I arrived in Friuli after a good 10-hour drive. We drove the last few kilometres over small roads and passes and were able to enjoy nature. We quickly moved into our newly renovated room in a (real) agriturismo called Ostrouska in Sgonico. The pigs on the farm were grunting happily and the donkeys (worse than morning roosters) were noisily showing off their skills. But the location is perfect and, in addition to Trieste and the sea, Slovenia is also very close by.
In Trieste alone, you can easily spend a whole day exploring the city with its beautiful houses and alleyways. Go shopping here, have a cappuccino there and simply enjoy the Italian dolce vita. If you are a good walker, take an extended tour in and above the city and visit the Castello di San Giusto fortress. The view from up there is truly fascinating. Of course, there is a lot more to discover in the fortress, as over the decades one or two artefacts have been collected here, just waiting to be seen.
And if you are already in the valley and in the Trieste area, you should of course also pay a visit to another castle. The Castello di Miramare impresses with its beautiful gardens and direct view of the sea, when an American aircraft carrier is not moored in the harbour area. But as I said, the gardens are unique and offer plenty of cool places to linger and enjoy even in hot temperatures.
If you want to complete your coastal tour around Trieste, we think you should of course also visit Muggia/Milje and the peninsula in front of it. Muggia impresses with its beautiful old town centre and great cafés, whose landlords don’t lose their nerve even in the pouring rain and serve their food and drinks in a good mood. After our visit there, our day ends with a glass of wine and a very good pizza later in bed. But before the morning dawns, the donkeys are sure to tell us a few more times during the night how happy they are.
A sensational breakfast later, we are already in Slovenia and have already learnt via the smallest roads that it’s not just the French who can build 3D roads. We deliberately skip Ljubljana, but stop off in Stanjel and visit the old town centre and the bee colonies there (yes, the beekeeper is everywhere). Afterwards, we continue our winding journey through the countryside and reach the fantastic castle complex in Predjama relatively quickly. The fortress really has it all, even if the lord of the manor was unfortunately betrayed by his own people and killed by an enemy cannonball while going to the toilet. The fortress built into the mountain and the adjoining cave with a secret supply passage leave nothing to be desired in terms of spectacular views and are one of the highlights of the day. But further east, in Skocjan on the Reka, this highlight is almost surpassed.
Because as Gandalf says in Lord of the Rings: ‘The dwarves have dug too deep here’, and indeed, when you walk through the Škocjanske Cave, you really could believe it. A huge labyrinth of stone, water, hidden passages, darkness and man-made light shows awaits visitors before many steps lead back to civilisation at the end. A spectacle of a special kind, as close to nature as you can get and at the same time a unique experience that you have to see. We are certainly blown away and after a break, we zigzag back to our accommodation, where a rustic dinner and typical Friulian white wine await us.
You can almost guess and yes, the donkeys become the new running gag of the story, because even this morning you get the feeling that they are standing right next to you when they sing their song. Well, as we all know, sleeping isn’t that healthy, so after a delicious breakfast Carmen and I make a new plan for how we want to spend the day.
Have you ever heard of Palmanova? No, it’s a star-shaped fortress town north-west of Trieste. The landscape is less exciting for motorcyclists because it is flat, but the towns have their charm. In addition to Udine and Palmanova, we also visit Cervignano de Friuli on this day and the town of Grado in the lagoon off the coast. All of this adds up to a very special city trip that could not be more varied and goes back to the Roman history of the region. Each town has its own highlights, but Palmanova with its casemates and fortifications is something very special. Carmen and I enjoy the beautiful weather this afternoon and take in the changing landscapes and atmosphere. After Grado, we make our way home, where we eat again in the evening in a regional restaurant near our accommodation before setting off for Berchtesgaden the next day. Thus ends a holiday in a region that we have not visited for the last time, because it is as diverse as Italy and Slovenia are.
Conclusion
Friuli is very varied and of course also offers us motorcyclists a lot of riding fun. In this story, however, I have deliberately focussed on the sights in addition to the routes, as I am no longer on my motorbike every day, at least when I am travelling with Carmen. The enjoyment takes centre stage for us and it was a really great trip through and through, with a few minor restrictions (donkeys). Of course, after this experience you can imagine that I now very much want to know whether there are donkeys in the accommodation or not when making enquiries about bookings. Because both Carmen and I still like to decide for ourselves when we want to wake up. With this in mind, enjoy your holidays the way you like it best
Best regards Carmen and Torsten
