Kawasaki Versys 1100 SE – Touren ohne Limit (English Version Below)

Eine Maschine, die alles kann? Kawasaki hat mit der Versys 1100 SE einen echten Alleskönner auf die Räder gestellt. Ein Bike, das sportlich kann, komfortabel ist, dabei souverän fährt und technisch voll auf der Höhe der Zeit ist. Wir haben den Straßen-Tourer mit Adventure-Attitüde zum 50. Jubiläum von Kawasaki in Deutschland auf Herz und Nieren getestet und waren beeindruckt.

Große Geschichte, großes Ziel

Die Versys-Reihe gibt’s schon seit fast 20 Jahren. Angefangen hat alles 2006 mit der kleinen 650er ein agiler Kurvenflitzer mit zwei Zylindern in Reihe und echten Touring-Genen. 2012 folgte die 1000er, mit Vierzylindermotor und Langstreckenkomfort. Und ja seither entwickelte sich die Maschine optisch vom Entlein zum sportlich gezeichneten Schwan.

Jetzt hat Kawasaki das Konzept neu gedacht und präsentiert die Versys 1100 und 1100SE. Mit mehr Hubraum, mehr Technik und dem Ziel, einer der besten Reise-Tourer auf Asphalt zu sein.

Erster Eindruck: Wuchtig, modern, durchdacht

Schon beim ersten Blick wird klar: Dieses Bike will ernst genommen werden. Die aggressiv gezeichnete Front mit LED-Doppelscheinwerfern, der breite Tank, das hohe Windschild alles wirkt hochwertig und funktional. Die Proportionen sind gelungen, das Heck mit integriertem Kofferträger und solider Soziusbank macht schon im Stand Lust auf lange Touren zu zweit.

Kawasaki zeigt dabei Liebe zum Detail: Zwei geteiltes Cockpit, analog und digital, Heizgriffe, sinnvoll angeordnete Schalter und Knöpfe, saubere Kabelführung, top Lackqualität. Man merkt sofort, dass man nicht auf einer günstigen Einsteiger-Enduro sitzt. Lediglich das Konzept mit dem am Lenker montierten USB-C Anschluss könnte man noch mal überdenken.

Der Motor: Sanfter Kraftprotz mit Charakter

Im Herzen der Versys 1100 SE arbeitet, der weiterentwickelte und auf Euro 5+ abgestimmte Reihenvierzylinder mit jetzt 1.099 cm³ Hubraum, der 135 PS bei 9.000 U/min und 112 Nm Drehmoment bei 7.600 U/min liefert. Klingt nach viel? Ist es auch aber nicht brachial, sondern souverän. Im Gegensatz zur Vorgängerin verliert sie sogar etwas an Leistung. Allerdings liegt die nun früher an und alles wirkt somit insgesamt besser abgestimmt als noch bei der 1000er.

Der Motor hängt in den zur Verfügung stehenden Fahrmodi fein am Gas, läuft seidenweich und schiebt ab 3.000 Touren kräftig an. Perfekt für das normale dahingleiten aber auch für sportliche Überholmanöver, mit Gepäck und Sozius. Wer will, kann ihn aber natürlich auch bis zur Drehzahlgrenze hochjubeln dann zeigt die Versys, ihren sportlichen Ursprung und jedem Mitbewerber gerne ihr scharfen Zähne.

Ein Highlight: Der serienmäßige Quickshifter funktioniert in beide Richtungen und macht das Schalten zum Genuss. Warum: Das teigige Gefühl aus der Vergangenheit ist weg. Die Gänge sind zielgenau in beide Richtungen zu schalten. Durch die nun längere Übersetzung hat man zudem nicht mehr das Gefühl es gäbe noch einen 7. oder gar einen 8. Gang im Getriebe. Dazu gibt’s eine sanft dosierbare Kupplung mit Anti-Hopping-Funktion die bei sportlichem Runterschalten das Stempeln am Hinterrad gekonnt verhindert.

Fahrwerk & Bremsen: Komfort trifft Kontrolle

Ein weiteres Highlight ist das elektronisch Fahrwerk: KECS (Kawasaki Electronic Controlled Suspension) passt Dämpfung und Federraten automatisch an. Ob solo, mit Gepäck oder auf welligem Asphalt die Versys bügelt es glatt. Dabei bleibt sie trotz hohem Komfort stets präzise: In schnellen Kurven liegt sie satt, bleibt ruhig und vermittelt so extremes Vertrauen über den breiten Lenker. Wer’s sportlich mag, stellt den Fahrmodus auf „Sport“ und bekommt damit noch einmal ein direkteres Fahrgefühl aus den Tiefen des Motors und von den Drosselklappen.

Auch die Bremsen überzeugen: Vorne packen radial montierte Brembo M50-Zangen zu, unterstützt von Kurven-ABS (KIBS). Die Verzögerung ist dabei gut dosierbar genau das, was man auf kurvigen Strecken oder in engen Serpentinen braucht.

Elektronik: Hightech im Hintergrund

Die Liste an elektronischen Helfern liest sich dann auch ein wenig wie aus einem Oberklasse-PKW:

  • Traktionskontrolle (KTRC) in 3 Stufen
  • KECS: Semiaktives Fahrwerk mit Sensorik
  • KCMF: Kurvenmanagement
  • KIBS: intelligentes Kurven-ABS
  • Quickshifter: serienmäßig
  • LED-Kurvenlicht
  • Tempomat (in der SE+ sogar adaptiv)
  • Fahrmodi: Sport, Road, Rain, individuell
  • Reifendruckkontrolle, TFT-Farbdisplay, Smartphone-Integration via Rideology-App

Das TFT-Display ist klar ablesbar, die Menüführung intuitiv. Alles lässt sich über die Taster am Lenkerende steuern nach kurzer Eingewöhnung geht das fast blind.

Langstreckenkomfort: Aufsteigen, losfahren, ankommen

Die Versys ist gebaut fürs Reisen. Der breite Lenker, die bequeme Sitzbank und der hohe Windschild sorgen für ein entspanntes Fahrgefühl, auch nach Stunden im Sattel. Die Sitzhöhe von 840 mm bietet hierbei Übersicht, ohne abschreckend zu wirken. Wer kleiner ist, kann auf niedrigere Zubehörsitzbänke zurückgreifen.

Mit 21 Litern Tankvolumen und einem Verbrauch von rund 5,6 Litern kommt man locker über 370 km weit eine Reichweite, von der viele Tourer nur träumen. Windschutz, Sitzergonomie, Platz für Gepäck alles passt. So geht Touren 2025.

Alltagstauglich? Und wie!

Trotz ihrer Größe zeigt sich die Versys 1100 SE im Alltag erstaunlich handlich. Der niedrige Schwerpunkt hilft beim Rangieren, der Motor läuft schon ab 2.000 U/min sauber. Dank Quickshifter und Ride-by-Wire fährt sie sich fast spielerisch – auch im Stadtverkehr.

Natürlich ist sie kein Leichtgewicht: 259 kg fahrbereit sind eine Ansage. Aber auf der Straße merkt man davon wenig. Und auf langen Strecken schätzt man das stabile Fahrverhalten.

Fazit: Vielseitig, souverän, ausgereift

Die Kawasaki Versys 1100 SE ist kein Blender. Sie ist ein ausgereifter Allrounder für Vielfahrer, Tourer und Technikfreunde. Sie fährt sportlich, wenn man es will und entspannt, wenn man möchte.

Mit dem Update auf 1.099 cm³, modernster Elektronik und sinnvollen Komfortfeatures bringt Kawasaki alles mit, was man für große Touren und kleine Abenteuer braucht. Dabei bleibt sie immer beherrschbar, sicher und angenehm.

Kurz gesagt: Wer viel fährt, und viel will, bekommt hier eine der besten Reise-Allrounder, die der Markt derzeit bietet. Ohne Show aber mit ganz viel Substanz. Startpreis in Deutschland runde 13.945 Euro für die Basisvariante, 15.245 Euro für den Tourer und 16.495 Euro für die Grand Tourer genannte Variante.

Kawasaki Media Days

Kawasaki Versys 1100 SE – Touring without limits

A machine that can do everything? With the Versys 1100 SE, Kawasaki has put a true all-rounder on the road. A bike thatis sporty, comfortable, confident to ride and technically state-of-the-art. We put the road tourer with adventure attitude through its paces to mark the 50th anniversary of Kawasaki in Germany and were impressed.

A great history, a great goal

The Versys series has been around for almost 20 years. It all started in 2006 with the small 650 an agile cornering machine with two cylinders in series and genuine touring genes. The 1000 followed in 2012, with a four-cylinder engine and long-distance comfort. And since then, the machine has evolved visually from an ugly duckling into a sporty swan. Now Kawasaki has rethought the concept and presents the Versys 1100 and 1100SE. With more displacement, more technology and the goal of being one of the best touring bikes on asphalt.

First impression: powerful, modern, well thought out

It’s clear at first glance: this bike wants to be taken seriously. The aggressively styled front with LED twin headlights, the wide tank, the high windscreen everything looks high-quality and functional. The proportions are well balanced, and the rear with its integrated luggage rack and solid passenger seat makes you want to go on long tours for two even when stationary.

Kawasaki shows its attention to detail here: a split cockpit, analogue and digital, heated grips, sensibly arranged switches and buttons, neat cable routing, top-quality paintwork. You immediately notice that you are not sitting on a cheap entry-level enduro. Only the concept with the USB-C port mounted on the handlebars could be reconsidered.

The engine: a smooth powerhouse with character

At the heart of the Versys 1100 SE is the further developed and Euro 5+ compliant inline four-cylinder engine with a displacement of 1,099 cm³, which delivers 135 hp at 9,000 rpm and 112 Nm of torque at 7,600 rpm. Sounds like a lot? It is but not brutally so, rather confidently so. In contrast to its predecessor, it even loses a little power. However, it now kicks in earlier and everything seems better tuned overall than on the 1000. The engine responds smoothly to the throttle in the available riding modes, runs silky smooth and pushes powerfully from 3,000 rpm. Perfect for normal cruising but also for sporty overtaking manoeuvres, with luggage and a passenger. But if you want, you can of course rev it up to the red line then the Versys shows its sporty origins and happily bares its sharp teeth to every competitor.

One highlight: the standard Quickshifter works in both directions and makes shifting a pleasure. Why? The sluggish feeling of the past is gone. The gears can be shifted precisely in both directions. Thanks to the longer gear ratio, you no longer have the feeling that there is a 7th or even an 8th gear in the transmission. There is also a smoothly adjustable clutch with anti-hopping function which skilfully prevents the rear wheel from stamping when downshifting sportily.

Chassis & brakes: comfort meets control

Another highlight is the electronic chassis: KECS

(Kawasaki Electronic Controlled Suspension) automatically adjusts damping and spring rates.

Whether solo, with luggage or on uneven asphalt – the Versys irons it out smoothly. Despite its high level of comfort, it always remains precise: in fast corners, it sits firmly, remains calm and thus conveys extreme confidence via the wide handlebars. Those who like it sporty can set the riding mode to ‘Sport and thus get an even more direct riding feel from the depths of the engine and the throttle valves.

The brakes are also impressive: at the front, radially mounted Brembo M50 calipers bite, supported by cornering ABS (KIBS). The deceleration is easy to modulate exactly what you need on winding roads or in tight hairpin bends.

Electronics: High-tech in the background

The list of electronic aids reads like something from a luxury car:

Traction control (KTRC) in 3 stages

KECS: Semi-active suspension with sensors

KCMF: Cornering management

KIBS: Intelligent cornering ABS

Quickshifter: Standard

LED cornering lights

Cruise control (even adaptive in the SE+)

Riding modes: Sport, Road, Rain, Custom

Tyre pressure monitoring, TFT colour display,

Smartphone integration via Rideology app

The TFT display is easy to read and the menu navigation is intuitive. Everything can be controlled via the buttons on the end of the handlebars after a short period of familiarisation, you can do it almost blind. Long-distance comfort: get on, ride off, arrive. The Versys is built for travelling. The wide handlebars, comfortable seat and high windshield ensure a relaxed riding experience, even after hours in the saddle. The seat height of 840 mm offers a good view without being intimidating. Shorter riders can opt for lower accessory seats. With a tank capacity of 21 litres and fuel consumption of around 5.6 litres, you can easily cover over 370 km a range that many tourers can only dream of. Wind protection, seat ergonomics, space for luggage everything fits. This is how touring will be in 2025.

Suitable for everyday use? You bet!

Despite its size, the Versys 1100 SE is surprisingly easy to handle in everyday use. The low centre of gravity helps with manoeuvring, and the engine runs smoothly from as low as 2,000 rpm. Thanks to the quickshifter and ride-by-wire, it’s almost playful to ride even in city traffic. Of course, it’s no lightweight: 259 kg ready to ride is quite a statement. But you hardly notice it on the road. And on long journeys, you appreciate its stable handling.

Conclusion: Versatile, confident, sophisticated

The Kawasaki Versys 1100 SE is no show-off. It is a sophisticated all-rounder for frequent riders, tourers and technology enthusiasts. It rides sportily when you want it to and relaxed when you want it to. With the update to 1,099 cm³, state-of-the-art electronics and useful comfort features, Kawasaki has everything you need for long tours and short adventures. It always remains controllable, safe and comfortable.

In short: if you ride a lot and want a lot, this is one of the best all-round touring bikes currently on the market. No frills but plenty of substance. The starting price in Germany is around Euro 13.945 for the basic model, Euro 15.245 for the Tourer and Euro 16.495 for the Grand Tourer model.

Technische Daten – Kawasaki Versys 1100 SE (2025)

MerkmalDaten
Motor4-Zylinder, 1.099 cm³, DOHC, flüssiggekühlt
Leistung135 PS (99 kW) bei 9.000 U/min
Drehmoment112 Nm bei 7.600 U/min
Getriebe6-Gang, Quickshifter, Rutschkupplung
FahrwerkKECS (semiaktiv, v/h)
BremsenDoppelscheibe vorne, Monoscheibe hinten, Kurven-ABS
Reifen120/70-17 vorn, 180/55-17 hinten
Sitzhöhe840 mm
Gewicht (vollgetankt)259 kg
Tankvolumen21 Liter
Reichweiteca. 375 km
VerbrauchØ 5,6 l/100 km
AssistenzsystemeKECS, KTRC, KIBS, KCMF, Quickshifter, Tempomat
KomfortKurvenlicht, TFT, Heizgriffe, USB-C

Pictures made by Kawasaki, Volker Rost and TTMotorBikeBlog

Hinterlasse einen Kommentar