Passepartout Gorges du Daluis Koordinaten ♁44° 1′ N, 6° 49′ O (English Version Below)

Unsere Tour an diesem Tag: Gorges du Daluis

Nein Freunde ein Passepartout muss nicht zwingend immer über einen Pass gehen. Ab und an fahren wir auch einfach mal durch wie z.B. in der Gorges du Daluis.

Es ist früher Morgen in Südfrankreich, um genau zu sein in Castellane, die Luft ist noch frisch, das Motorrad knistert leise unter der Sonne, und Carmen und ich schauen uns an, als würden wir gleich in ein Abenteuer starten, von dem wir später unseren Enkeln erzählen. Also wenn wir Kinder hätten, so erzählen wir es euch.  Wir verstauen unsere Habseligkeiten in den Taschen an den Motorrädern checken den Spritvorrat und los geht’s. Das Navi sagt heute Morgen Gorges du Daluis, aber nicht ohne vorher noch einen kurzen Abstecher nach Entrevaux gemacht zu haben. Der Ort empfängt uns herzlich und während Carmen den engen Ortskern erkundet (ich kenne ihn schon von früheren Reisen) unterhalte ich mich mit einem alten Deutschen Biologen, der hier seine Heimat gefunden hat. Zu guter Letzte gibt es noch ein Foto vor und mit der Statue von Vauban dem großen Festungsbauer der Franzosen.  

Dann mal los, Monsieur Abenteurer

Wir folgen der D4202 Richtung Guillaumes, durch den ersten Tunnel hindurch der uns noch nicht im Geringsten, das zeigt was uns auf den kommenden Kilometern offenbart wird. Was zunächst noch einem weiten Tal gleicht, verändert sich wenige Kilometer weiter in die Welt aus tiefer Schlucht aus rotem Gestein. Die Hänge werden dabei im Verlauf der Strecke steiler, die Felsen immer röter und die Straße ja klar ihr könnt es euch denken immer schmaler. Die Daluis-Schlucht kündigt sich nicht großspurig an, vielmehr fließt sie dahin zu dem, was sie ist und zeigt einfach irgendwann die Zähne.

„Hast du das gesehen?“ funkt Carmen.

Ich nicke

„Ja. Und wir fahren da jetzt rein.“

Erste Kurven und plötzlich brennt die Luft rot

Die Schlucht öffnet sich mit einer Wucht, die uns kurz sprachlos macht. Links ragt der Fels senkrecht in den Himmel, rechts bricht die Landschaft in ein tief leuchtendes Rot ab und fällt in die endlose Schlucht des Var hinunter. Der Fluss schimmert unten türkis, als wolle er sich über die Dramatik des Felsens lustig machen. Wir sind kaum richtig drin, da kommt auf der Gegenfahrbahn schon der erste Tunnel. Einspurig, wenig beleuchtet, in den rohen Fels gehauen und so spektakulär, dass wir am nächsten, übernächsten und überübernächsten Parkplatz halten müssen.

„Schatzi ich dreh mal kurz und nehm die Tunnel mit, anstatt auf unserer Tour nur dran vorbeizufahren…“

„…Mach du mal ich warte hier mit der Kamera im Anschlag“… Und das war mir eh klar!“ ergänzt Carmen trocken.

Super. Humor hilft.

Die Wände in den Tunneln sind so nah, dass der Auspuffklang der Enfield zurückschlägt wie ein Orchester aus einer anderen Welt. Jeder Tunnel ist ein kleiner Adrenalinschub, eine Harmonie aus Stein, Lichtspiel und Klang der Auspuffrohre. Mit jeder Kurve öffnet sich ein roter Vorhang, und zeigt eine neue Szene der Schlucht. Du könntest das jetzt mehrere Male in Folge machen und würdest immer neue Blickwinkel und Punkte entdecken. Faszinierend.

Außenkante die Königsdisziplin

Da wir von Süden nach Norden fahren, rollen wir an der Außenkante entlang. Das bedeutet: viel Aussicht, wenig Geländer, und eine Straße, die sich anfühlt wie auf einem Faden über dem Nichts. Das Licht brennt golden auf die Felsen, die Struktur des roten Schiefers funkelt, und die Schlucht scheint sich mit jeder Kurve noch tiefer zu graben. Und wir haben die Zeit all das bei null Verkehr für uns zu genießen und beinahe alleine zu haben.

Pont de la Mariée schön, schwindelerregend, legendär

Kurz vor dem Ende der Schlucht erreichen wir den Pont de la Mariée. Eine elegante Eisenbahnbrücke von 1905 und ein Ort, der Geschichten erzählt. Die tragische Braut, die einst hier zu weit über das Geländer gebeugt gewesen sein soll, ist natürlich Thema Nummer eins.

Carmen lehnt sich gefährlich nah vor.

„Willst du nachsehen, ob der Mythos stimmt?“ frage ich grinsend.

Sie dreht sich um hebt die Augenbraun,

„Ja, aber du gehst vor.“

Nein danke. 😊

Heute springen hier hin und wieder Bungee-Jumper in die Tiefe. Wir sind beide der Meinung, schön aber wir fahren lieber weiter.

Durchatmen auf dem Valberg Pass

Von nun ab lassen wir die rote Schlucht nach und nach hinter uns und rollen in Richtung Guillaumes, einem kleinen Ort, der wirkt, als bräuchte er dringend ein Motorradtreffen, um einmal richtig wach zu werden. Allerdings sind unsere Pläne für heute andere und so wähle wir den Weg zum Col de Valberg und nach einem Galette und einer Cola den Colle della Lombarde, um am Abend das Dolce Vita dieser Reise zu genießen.

Optionaler Abstecher Col de Valberg & Gorges du Cians**

Man hätte diesen Tag natürlich auch noch anders gestalten können zum Beispiel mit dem Col de Valberg und einer Schleife in die nicht weniger spektakuläre Gorges du Cians. Auch sie ist rot, auch wild, aber enger und dunkler. Sie wäre sicherlich eine faszinierende Ergänzung zur Daluis-Schlucht gewesen. Aber ich denke Carmen und ich haben auch ohne sie auf unserem Weg die Seealpen sehr gut verstanden.

Fazit

Die Daluis-Schlucht fährt man nicht nur. Man erlebt sie und das mit allen Sinnen, denn sonst kann man sie sich auch sparen. Als wir am Abend in Vinadio einrollen, die Motorräder warm knistern und die Sonne langsam über den Bergspitzen verblasst, sagt Carmen leise:

„Das war einer der schönsten Tage auf zwei Rädern.“

Ich nicke. Denn die Gorges du Daluis ist nicht nur eine Schlucht und dieser Tag war auch nicht nur eine Tour. Alles zusammengenommen war ein Stück Motorradmagie rot, wild, ehrfurchtgebietend mit Orten, die in dir bleibt, lange nachdem die Motoren verstummt sind.

In diesem Sinne #lifeisaride eure

TT-Team Carmen und Torsten

Passepartout Gorges du Daluis Coordinates 44° 1 N, 6° 49 E

Our Tour at this day: Gorges Du Daluis

It’s early morning in southern France, specifically in Castellane. The air is still fresh, the motorcycle quietly crackling under the sun, and Carmen and I look at each other as if we’re about to embark on an adventure we’ll later tell our grandchildren about. Well, if we had children so we’ll tell you instead. We pack our belongings into the bags on the motorcycles, check the fuel, and off we go. The GPS says today’s destination is Gorges du Daluis, but not before making a short detour to Entrevaux.

The village welcomes us warmly, and while Carmen explores the narrow old town center (which I already know from previous trips), I chat with an elderly German biologist who has made this place his home. Last but not least, we take a photo with the statue of Vauban, the great French fortress builder.

And off we go, Monsieur Adventurer

We follow the D2202 towards Guillaumes, passing through the first tunnel, which doesn’t yet hint at what the next kilometers will reveal. What initially looks like a wide valley soon transforms into a deep gorge of red rock. The slopes get steeper along the way, the rocks become redder, and the road — well, you can guess  gets narrower. The Daluis Gorge doesn’t announce itself with fanfare; rather, it flows quietly into what it is and eventually bares its teeth.

“Did you see that?” Carmen radios.

I nod.

“Yes. And we’re riding right into it.”

First curves and suddenly the air burns red

The gorge opens up with a force that leaves us momentarily speechless. On the left, the rock rises vertically into the sky; on the right, the landscape drops away in a deep glowing red, plunging into the endless Var Gorge. The river below shimmers turquoise, almost mocking the drama of the cliffs.

Barely inside, the first tunnel appears on the opposite lane. Single-lane, dimly lit, carved into raw rock so spectacular that we have to stop at the next, the one after, and the one after that parking lot.

“Honey, I’m turning around quickly to ride the tunnels instead of just passing by them on our tour…”

“You go ahead, I’ll wait here with the camera ready…”

“That was obvious!” Carmen adds dryly.

Great. Humor helps.

The walls in the tunnels are so close that the sound of the Enfield’s exhaust echoes like an orchestra from another world. Each tunnel is a small adrenaline boost — a harmony of stone, light play, and the sound of the exhaust pipes. With every curve, a red curtain opens, revealing a new scene of the gorge. You could do this several times in a row and keep discovering new perspectives and viewpoints. Fascinating.

Outer edge the ultimate challenge

Since we’re riding from south to north, we ride along the outer edge. This means lots of views, little guardrails, and a road that feels like a thread hanging over the abyss. The light burns golden on the cliffs, the texture of the red shale sparkles, and the gorge seems to dig itself even deeper with every curve. And we have the luxury of enjoying all this with zero traffic, almost alone.

Pont de la Mariée beautiful, dizzying, legendary

Shortly before the end of the gorge, we reach the Pont de la Mariée an elegant railway bridge from 1905 and a place full of stories. The tragic bride who once supposedly leaned too far over the railing is, of course, topic number one.

Carmen leans dangerously close.

“Want to check if the myth is true?” I ask with a grin.

She turns around, raising an eyebrow.

“Yes, but you go first.”

No thanks. 😊

Nowadays, bungee jumpers occasionally leap into the depths here. We both agree: beautiful, but we’d rather keep riding.

Catching our breath on the Valberg Pass

From now on, we gradually leave the red gorge behind and roll toward Guillaumes, a small town that seems to desperately need a motorcycle meet-up to wake it up properly. But our plans for today are different, so we choose the route to Col de Valberg and after a galette and a cola, the Colle della Lombarde, to enjoy the Dolce Vita of this journey in the evening.

Optional detour: Col de Valberg & Gorges du Cians

Of course, one could have done the day differently — for example, with the Col de Valberg and a loop into the equally spectacular Gorges du Cians. Also red, also wild, but narrower and darker. It would certainly be a fascinating addition to the Daluis Gorge. But I think Carmen and I have already understood the Southern Alps very well without it on our route.

Conclusion

You don’t just ride the Daluis Gorge. You experience it with all your senses otherwise, you might as well skip it. When we roll into Vinadio in the evening, the motorcycles quietly crackling, and the sun slowly fading behind the mountain peaks, Carmen says softly:

“That was one of the most beautiful days on two wheels.”

I nod. Because the Gorges du Daluis is not just a gorge, and this day was not just a tour. Altogether, it was a piece of motorcycle magic red, wild, awe-inspiring, with places that stay with you long after the engines have fallen silent.

In this spirit #lifeisaride

Your TT-Team Carmen and Torsten

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