Tourenverlauf: Unsere Tour 2025
Der Morgen in Valréas beginnt nicht mit Hektik, sondern mit gewohnter Vertrautheit. In der Maison d’Anvers sitzt alles da, wo es hingehört. Die Motorräder im Hof, Kaffee und Frühstück mit frischen Croissants auf dem Tisch und unsere Freunde im Herzen. Sigi und Vanessa winken uns nach, als Carmen und ich nach dem Frühstück die Helme schließen und losfahren. Fünf Tage liegen vor uns und am Ende werden wir genau hierher zurückkehren. Ein Kreis, wie er schöner kaum sein könnte, obwohl er sich in anderer Form erneut wiederholt.



Schluchten, Licht und Castellane
Die ersten Kilometer rollen entspannt durch abgeerntete Lavendelfelder dahin. Doch spätestens am Col de Perty wird uns klar, das hier ist keine gewöhnliche Anfahrt, das ist bereits mittendrin. Die Straße windet sich rhythmisch durch die Hügellandschaft, der Blick wird weiter, das Licht klarer. Ein sonniger Tag durch und durch.






In der Gorges de la Méouge senkt sich das Tempo fast automatisch. Felswände, türkisfarbenes Wasser unter uns, schattige Kurven, das ist Motorradfahren als fließende Meditation. Wir halten, schießen Fotos, genießen den Tag und das jetzt. Hinter Sisteron öffnet sich die Landschaft erneut, wird alpiner, weiter, rauer. Über weitere Pässe und den Col de la Hysope landen wir am Nachmittag in Castellane, dass uns herzlich willkommen heißt, dramatisch bewacht von Kirche und Felsen. Ein perfekter Ort zum Ankommen, Durchatmen und Staunen, denn die Altstadt ist sehenswert und lebendig wie ein Sardinenschwarm im Meer.

Farben, Höhe und italienische Lebensfreude
Der zweite Tag startet ambitioniert. Über Entrevaux, was ich Carmen unbedingt zeigen musste geht es hinein in die spektakulären Gorges de Daluis. Die roten Felsen leuchten im Kontrast zum tiefblauen Himmel und bieten damit ein Farbenspiel, das selbst erfahrene Alpentourer kurzum verstummen lässt. Da wir „falschrum“ fahren wende ich auch mal um die Tunnel mitnehmen zu können, die spektakulär in den Stein gehauen worden sind. Faszinierend würde Spocky sagen wie die gesamte Schlucht.














Der Col de Valberg bringt anschließend erneut Höhe und Weite und einen leckeren Crêpe bevor wir Isola ins Visier nehmen. Doch weder der Ort noch das jetzt gerade tote Winterdomizil Isola 2000 sind unser Ziel. Nein vielmehr zieht uns der Col de la Lombarde magisch an. Hochalpin, einsam, extrem intensiv. Er ist eins der Highlights dieser Tour und einer der schönsten Pässe die wir bisher überhaupt gefahren sind. Auf der italienischen Seite wird der Nachmittag entspannt. Vinadio empfängt uns mit Cappuccino, süßen italienischen Schweinereien und am Abend mit Pizza und Rotwein. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, genau dort zu sein, wo man abends sein möchte. Carmen und ich genießen den Ort, die Zitadelle und das ohne Eile, aber mit direktem Plan für morgen. Genau richtig.

















Giganten der Seealpen
Die Sonne meint es weiterhin gut mit uns, als wir am folgenden Morgen über den Colle della Maddalena unter den wachsamen Murmeltieraugen zurück nach Frankreich gleiten. Richtung Barcelonnette wird die Landschaft weiter unten grüner, ja fast sanft, bevor sie uns so richtig prüft.
Der Col de la Bonette ist kein gewöhnlicher Pass, er ist ein Monument der Alpen. Höhe, Weite, Respekt sind Worte die ihn definieren. Die Motorräder laufen ruhig, die Gedanken auch, allerdings mit kleinen Spitzen. Carmen und ich haben Glück, denn der Verkehr ist insgesamt mäßig. Gut so denn oben auf der Cime de la Bonette angekommen ist es still, fast feierlich. Nur der Wind pfeift seine Melodie über die Bergspitze.
Die Abfahrt, Balsam für Seele und ein weiteres Ereignis der Tour, die an diesem Abend in Saint-Martin-d’Entraunes endet. Vor dem Hôtel des Étrangers liegt bereits der Duft von frisch Gebackenem in der Luft der engen Gasse. Einladend und irgendwie weiß man sofort, „Hier bleibt man gern.“














Erinnerungen und Gegenwart
Mit dem Col de la Cayolle wartet ein weiterer Klassiker auf uns schmal, wild, ehrlich. Und das ist nicht das Einzige was hier heute klassisch ist, denn wir landen inmitten einer Schar klassische Rallywagen die dort ihre Zeitprüfung ablegen. Danach folgen kleinere Pässe, Regen und jene Straßen, die man aufgrund ihrer Höhe zwar nicht kennt aber dennoch nicht abhakt, sondern erlebt.
Am Nachmittag erreichen wir die Domaine Fombeton. Freunde, Lachen, lange Gespräche unter freiem Himmel Heute leider nicht. Und trotzdem es ist ein toller Abend mit einem besonderen Moment. Ziemlich auf den Tag genau 20 Jahre nach unserem ersten Besuch, sind wir erneut hier. Die Zeit ist vergangen, wohin keine Ahnung, die Wärme allerdings ist geblieben.
















Kurven statt Höhenmeter
Zum Abschluss der Tour tauschen wir die hohen Pässe noch einmal gegen die wilden Bögen der Ardèche. Flussläufe, Felsbögen, endlose Kurvenfolgen, dass ist Motorradfahren in seiner spielerischsten Form. Genau das können die Strecken rund um die Ardeche und die Ziegenböcke schauen uns von ihren erhöhten Positionen neben der Straße meckernd zu. Geradeso als wollen sie sagen sehr zu und Fahrt weiter. Carmen und ich lächeln beide in die Intercoms der Helme und fahren weiter.






Als Valréas wieder auftaucht, fühlt es sich nicht wie ein Ende an, sondern wie ein Heimkommen. Fünf Tage Glück, Strecke und Berge liegen hinter uns, ein paar weitere entspannte Tage bei Sigi und Vanessa noch vor uns.

Fazit
Manchmal ist eine Motorradtour eben doch mehr als Strecke, Pässe und Kilometer. Manchmal ist sie ein Kreis aus Freundschaft, Erinnerung und genau dem richtigen Maß an Freiheit. Diese hier war genau das.
#Motorradreise #Tourenfahrer #Alpenpässe #Seealpen #Provence #Motorradabenteuer #Kurvenliebe #Motorradfreunde #lifeisaride
Five days of freedom – Between mountains, gorges and inner peace and Back Again
Tourenverlauf: Unsere Tour 2025
The morning in Valréas doesn’t start with stress or schedules, but with familiarity. At the Maison d’Anvers, everything is exactly where it should be: motorcycles in the courtyard, coffee on the table, friends in the heart. Sigi and Vanessa wave us off as Carmen and I close our helmets. Five days lie ahead of us and in five days, we’ll be back right here. A perfect circle, motorcycling at its best.
Gorges, Light and a Grand Arrival
The first kilometers roll by easily, but once we reach the Col de Perty, it’s clear: this is no warm-up lap the journey has already begun. The road twists gently through rolling hills, the light grows sharper, the views wider.
In the Gorges de la Méouge, the pace drops naturally. Towering rock walls, turquoise water, cool shadows motorcycling turns into moving meditation. After Sisteron, the landscape grows more alpine, more dramatic, more serious about riding. By afternoon, Castellane appears, proudly guarded by its massive rock. A place that makes you stop, stare, and smile inside your helmet.
Red Rocks, High Passes and Italian Happiness
Day two starts with ambition. Via Entrevaux , we dive straight into the spectacular Gorges de Daluis. Red rock cliffs glow against a deep blue sky a color combination that silences even seasoned riders.
The Col de Valberg brings space and air, Isola adds flow, and then it calls us: the Col de la Lombarde. High, remote, intense. On the Italian side, the day softens instantly. Vinadio welcomes us with pizza, red wine and that unbeatable feeling of being exactly where you should be in the evening. Carmen and I enjoy the moment unhurried, unapologetically happy.
Giants of the Maritime Alps
The sun is clearly on our side as we glide over the Colle della Maddalena back into France. Toward Barcelonnette, the scenery becomes greener, gentler almost lulling us into a false sense of calm.
Then comes the Col de la Bonette. This isn’t just a mountain pass it’s a statement. High altitude, vast views, deep respect. The bikes run smoothly, thoughts slow down. Up top, it’s quiet. Almost sacred.
The descent to Saint-Martin-d’Entraunes feels like a long exhale. Outside the Hôtel des Étrangers, the smell of freshly baked bread drifts through the street. No sign needed you just know you’re staying.
Passes, People and a Time Machine
The Col de la Cayolle greets us narrow, wild and wonderfully honest. After that, a series of smaller, unnamed passes follows the kind you don’t collect, but remember.
In the afternoon, we arrive at Domaine Fombeton. Friends, laughter, long conversations under the open sky. And then it hits us: almost exactly 20 years since our very first visit here. Time has passed the warmth hasn’t.
Curves Instead of Altitude
For the finale, we trade towering passes for the wild curves of the Ardèche. Rivers, rock arches, endless bends motorcycling in its most playful form.
When Valréas appears again, it doesn’t feel like the end. It feels like coming home. Five days of pure happiness behind us, and a few more relaxed days with Sigi and Vanessa still ahead.
Conclution
Sometimes a motorcycle tour is more than roads, passes and kilometers. Sometimes it’s a circle made of friendship, memories and just the right amount of freedom. This one was exactly that.
#Motorradreise #Tourenfahrer #Alpenpässe #Seealpen #Provence #Motorradabenteuer #Kurvenliebe #Motorradfreunde #lifeisaride
