Meister des Moments… die Yamaha MT07 im Test

Bereits 2014 erblickte die erste Generation der Yamaha MT07 das Licht der Motorradwelt. Was zu diesem Zeitpunkt zwar jeder der Verantwortlichen bei Yamaha hoffte, aber noch nicht wissen konnte war, wie wichtig dieses Modell für den Hersteller gerade am europäischen Markt werden wird. Nach mittlerweile vier Jahren am Markt wissen wir aufgrund der Verkaufszahlen, dass die MT07 mit 33,9% Marktanteil (entspricht 17170 Einheiten p.a.), wie eine Bombe eingeschlagen ist und das somit best verkaufteste Motorrad im Stall der Japaner ist. Grund genug also nach einem ersten turnusmäßigen kleinen Facelift im Jahr 2016 und einer neuen Farbpalette, weiter mit ihr durchzustarten und den Verkaufserfolg nicht abreißen zu lassen.

So gesehen ist es also nicht verwunderlich, das uns zum Saisonbeginn 2018 in Andalusien der komplett neu gestaltete (kleine) Master of Torque für die ersten Testrunden zur Verfügung steht. Doch was genau hat sich eigentlich gegenüber dem Vorgängermodell verändert?

Steht man der neuen MT gegenüber, fallen zuerst einmal die äußeren Veränderungen ins Auge! Von vorne gesehen glaubt man fast, dass man hier einer MT09 der ersten in den Frontscheinwerfer schaut. Größere Lufthutzen flankieren den neue gestalteten 14 Liter Tank der dadurch breiter wirkt und das ganze Motorrad erwachsener erscheinen lässt. Dieser Eindruck setzt sich über den Sitzbereich die Flanken bis zum Ende mit dem Rücklicht der aktuellen MT09 fort. Die Verabeitungsqualität ist durchweg hochwertig, ebenso lassen die verwendeten Materialen keine Wünsche offen. Und dieses gute Gefühl, setzt sich in 805 mm Sitzhöhe, leicht vorderradorientiert so fort. Durch den neu gestalteten Tank (die Sitzpostion wurde entspannter) und einer zusätzlich lieferbaren, höheren Sitzbank haben so zukünftig auch größere Fahrer die Chance in den Genuß der MT07 zu kommen. Diese genannte Gesamtkombination, bringt einen als Tester dazu in freudiger Erwartung endlich den Zündschlüssel umdrehen und losfahren zu können. Doch leider kommt hier die einzige echte Ernüchterung, denn der Klang ist Euro4 bedingt alles andere als berauschend. Dafür jedoch Nachbar- und Anwohnerfreundlich fürs Umfeld.

Der Makel ist allerdings schnell vergessen, wenn die Kleine erst einmal auf der Straße unterwegs ist. Dabei fallen sofort die versteckten Qualitäten der neuen MT07 auf. Die finden sich im bisher immer mal wieder als zu weich und schwammig kritisierten Fahrwerk. Das 2018ner Modell bekam daher härtere Gabelfedern in die 41. Holme, der weiterhin nicht einstellbaren Gabel und zugleich ein nun in der Zugstufe einstellbares hinteres Federbein, was die gesamte Maschine straffer und somit souveräner wirken lässt. Sowohl auf den schnell gefahrenen Streckenabschnitten rund um Ronda, als auch später auf den engen, oftmals etwas narbigen Sträßchen im Hinterland gibt sich die MT07 keinerlei Blöße. Ebensowenig wie der unveränderte 689ccm starke Twin, der im Antritt mit maximal 68NM eine Performance an den Tag legt, die man sonst nur von stärkeren Maschinen kennt. Eingefangen wird der produzierte Vorwärtsdrang, anfängerfreundlich, gut dosierbare und natürlich ABS unterstützte durch die gewavten Bremsscheiben der Maschine.

Unterwegs wissen die rotzfrechen 75PS in Verbindung mit der Handlichkeit der immer wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht zu zaubern und sorgen so dafür, dass der Spaß auf der 220km langen Testrunde nicht ausgeht. Ebensowenig geht im übrigen auch der Treibstoff in der Tankblase nicht so schnell aus, denn trotz der zügigen Gangart, bleibt der Verbrauch mit angezeigten 3,8-4,3 Litern gering, was der MT eine ordentliche Reichweite beschert.

Das Fazit für die neue MT07 ist klar: 

Auf jeden Fall selber Probefahren, denn Yamaha ist mit der neuen MT07 ein tolles Allroundmotorrad gelungen, dass durch die Verbesserungen am Fahrwerk nun auch Fahrer anspricht, die vorher eher an ein stärkeres Modell gedacht haben. Der Charakter der Maschine wurde durch die optischen Retuschen verstärkt und mehr an die anderen beiden Modelle der MT-Familie angelehnt. Der Sound könnte etwas mehr Volumen haben, ist aber in Anbetracht unserer heutigen Zeit klar vertretbar.

2018_YAM_MT07_EU_MNM3DSJ_DET_010

Braucht es mehr Motorrad zum glücklich sein? Für den elektronikaffinen Fahrer vielleicht ja. Für den größeren Teil der Dailydriver und Genußfahrer eindeutig Nein. Zumal es bei einem Einstiegspreis von 6.795 Euro zur Zeit kein Modell am Markt gibt, dass mehr Fahrkomfort, Handlichkeit, Motorleistung und Bedienerfreundlichkeit bietet als die kleine MT.

Youtube: Yamaha MT07 in Action

Zum Schluss die technische Daten – Yamaha MT-07
Motor: Flüssigkeitsgekühlter DOHC Zweizylinder-Reihenmotor mit 270 Grad Hubzapfenversatz; 689 ccm Hubraum; 55 kW/75 PS; 68 Nm bei 6.500 U/min; 6 Gänge; Kettenantrieb
Fahrwerk: Stahl-Brückenrahmen; vorne Telegabel ø 41 mm, 13 cm Federweg; Leichtmetall-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, Vorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar, 13 cm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 120/70 ZR 17 (vorne) und 180/55 ZR 17 (hinten), 282 mm Doppelscheibenbremse vorne, 245 mm Einscheibenbremse hinten, ABS
Maße und Gewichte: Radstand 1400 mm, Sitzhöhe: 805 mm, Gewicht fahrfertig: 182 kg, Zuladung 173 kg; Tankinhalt 14 Liter
Fahrleistungen: Vmax: 207 km/h. Normverbrauch: 4,3 l/100 km,
Testverbrauch zwischen 3,8 und 4,3 l/100 km                                                                                  Farben: Nightfluo gelben Felgen, Yamblue blauen Felgen, Techblack komplett schwarz Preis: ab 6.795 Euro

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