Das erste Mal…. Roadtrip zum Gardasee The first time… Roadtrip to Lake Garda

Wir sind mitten im Juni angekommen, die Sonne scheint und unsere Mopeds sind für eine Woche gepackt. Gepackt ist im Übrigen gut, denn so beladen war meine TDM noch nie und ich bin brutal aufgeregt, da es für mich zum allerersten Mal mit dem Motorrad in den Urlaub geht. Was eigentlich als Pärchen-tour geplant war startet nun als Herrntour, da eine der Frauen meinte schwanger werden zu müssen. Der Verdruss der Beiden anderen darüber ist zum Glück verschmerzlich und so brechen wir auf.

We arrived in the middle of June, the sun is shining, and our mopeds are packed for a week. Packed is good by the way, because my TDM has never been loaded like this before and I am brutally excited, because it is the very first time for me to go on holiday with the motorbike. What was planned as a couple’s tour now starts as a gentleman tour, because one of the women thought she had to get pregnant. The annoyance of the two others is fortunately painful and so we start.

Die Anreise…

Sascha hat mit der Varadero das größte Motorrad, die meiste Tourenerfahrung und das Navi vor sich montiert. Somit darf er gerne vorneweg fahren, während Klaus und ich folgen. Über die sanften Hügel des Odenwaldes und seine saftig blühenden Frühlingswiesen rollen wir gen Süden. Buchen, Künzelsau und Crailsheim huschen vorbei und die faszinierende Landschaft will einfach kein Ende nehmen. Es versüßt uns den Tag und das mittägliche Picknick auf der Wiese lässt für den restlichen Tourtag nur gutes erhoffen. Die Stofftaschen, Tankrucksackkombination am Heck meiner Oma halten zum Glück allen Gegebenheiten stand, viel Zeit zum vorher testen blieb ja nicht und so stelle ich vor der Weiterfahrt einfach nur das Federbein ein wenig härter. Nesselwang und Pfronten sind die nächsten Ziele und die ersten Berge tauchen vor uns auf. Ein erhebendes Gefühl irgendwie und zugleich auch etwas beängstigend, denn so weit war ich bisher noch nie mit meinem Motorrad von zu Hause weg.

The journey…

With the Varadero, Sascha has the largest motorcycle, the most touring experience, and the navigation system in front of him. So, he is allowed to ride in front, while Klaus and I follow. Over the gentle hills of the Odenwald and its juicy blooming spring meadows we roll south. Beech trees, Künzelsau and Crailsheim scurry by and the fascinating landscape just does not want to end. It makes our day sweeter and the picnic on the meadow at noon leaves us hoping for nothing but good for the rest of the tour day. The cloth bags, tank bag combination at the rear of my grandmother fortunately withstand all conditions, there was not much time to test before and so I just set the shock a little harder before continuing the trip. Nesselwang and Pfronten are the next destinations and the first mountains appear before us. An uplifting feeling somehow and at the same time a bit scary because I have never been so far away from home with my bike before.

Spitzkehren… ja hab ich schon mal gehört…

So oder so ähnlich könnte man meine Erfahrung in diesem Moment beschreiben, als wir die Auffahrt des Hahntennjochs nehmen. Kurve um Kurve, ja Spitzkehre um Spitzkehre schrauben wir uns auf die Passhöhe hinauf und was anfangs mit viel Arbeit verbunden war, klappt auf einmal so, wie wenn wir vorher nie etwas anderes gemacht hätten. Für mich ist damit eine Passion geboren, Berge erleben, ja sie wirklich erfahren, das ist die Essenz und zugleich die Spitze des Motorradfahrens. Dabei kommt es nicht darauf an wie schnell man oben ankommt, nein in der Tat steht das ERFAHREN im Mittelpunkt dieser Königsdisziplin. Von der Passhöhe aus geht es nach einer weiteren Pause auf der nicht weniger spektakulären Abfahrt ganz dicht an den Felsformationen wieder hinunter und mitten hinein nach Imst. Landeck und die Pillerstrasse folgen bevor wir über Pfunds, vorbei an der alten Festung schlussendlich in Nauders landen. Der Hintern schmerzt ein wenig nach dem langen Ritt denn gut 550km haben wir an diesem Tag zurückgelegt. Doch das Adrenalin sprudelt weiter und nach dem Abladen ist vor dem Abendessen noch etwas Zeit. Also Zimmer beziehen, duschen, leichte Kleidung und noch mal ab auf den Bock und die Martinsbrucker Straße (185) in Richtung Schweiz unter die Räder genommen. Ein höllischer wenn auch kurzer Kurventanz ist das noch mal und ohne Gepäck am Heck zudem noch mal so schön. Die Pizza am Reschenpass rundet diesen Abend ab und lässt uns Zeit den nächsten tag etwas vorzuplanen.

Hairpin… Yes, I have heard that before…

One could describe my experience in this moment as we take the ascent of the Hahntennjoch. Curve after curve, yes, hairpin bend after hairpin bend, we climb up to the top of the pass and what was initially a lot of work, suddenly works as if we had never done anything else before. For me this is a passion, experiencing mountains, really experiencing them, that is the essence and at the same time the peak of motorcycling. It does not matter how fast you get to the top; no, indeed, EXPERIENCE is the focus of this supreme discipline. From the top of the pass, after another break on the no less spectacular descent, we descend remarkably close to the rock formations again and right into the middle of it to Imst. Landeck and the Pillerstrasse follow before we pass Pfunds, pass the old fortress and finally land in Nauders. Our backside hurts a little after the long ride because we have covered 550km that day. But the adrenalin is still bubbling and after unloading there is still some time before dinner. So, get a room, take a shower, light clothes and off we go on the Bock and the Martinsbrucker Straße (185) towards Switzerland. A hellish if short curve dance is this once again and without luggage at the rear it is even more beautiful. The pizza at the Reschenpass rounds off this evening and gives us time to plan the next day.

Bella Italia… bzw. erst einmal Südtirol….

Der Tag beginnt mit Kaiserbrötchen und einem ausgiebigen Hotelfrühstück und passend dazu mit Kaiserwetter. Aufgeladen ist schnell und danach hat uns die Straße bereits wieder. Der Vinschgau liegt in diesem Moment vor uns und ist glücklicherweise und laut aller Vorhersagen leer und entspannt zu befahren. Hier und da ein paar Mopeds und LKWs, die uns entgegenkommen, aber das war es auch schon. Vor, neben und hinter uns umragen uns nun diese mächtigen weiß bedeckten Berge, deren Spitzen sich vom blauen Himmel absetzten. Diese gewaltige Natur begleitet uns und wir fahren über Schlanders, ja ich weiß, aber das Stilfser Joch ist noch in Wintersperre und den Weg über den Monte Tirolo kennen wir noch nicht, nach Meran und weiter nach Dimaro, Madonna de Campiglio und runter nach Fiave. Was gestern noch unmöglich schien ist heute Realität und mit einem Mal liegt er praktisch wie aus dem nichts vor uns der Gardasee. Ein sensationell emotionaler Moment umgibt mich in diesem Augenblick, denn niemals hätte ich mir das hier so schön vorgestellt. Die engen Straßen, kleine Cafés, das Zirpen der Grillen und Zikaden, Palmen und der Fluß des italienischen Verkehrs. Ok letzteres ist in der Tat noch einmal eine Herausforderung, der wir aber bis Riva eindeutig gewachsen sind. Bei der Ankunft im Gästehaus werden wir schon erwartet und die warmen Temperaturen lassen uns sehr schnell die dicken Motorradklamotten loswerden und in die leichte Abendkluft schlüpfen. Der See ist nah, ja direkt greifbar denn nur nach zwei Gehminuten stehen wir bereits an seinem Ufer und starren hinaus. Noch herrscht quirliges Leben auf seiner Oberfläche und der eine und auch andere Surfer durchschneidet die Wellen mit seinem Board. Bald aber kehr Ruhe ein und setzt die Szenerie in ein ganz neues, anderes Bild. Der Wind wird still, das Wasser entspannt sich und der Abend beginnt. Wir nehmen Kurs auf eins der Restaurants in Riva und gönnen uns nach dem Essen noch ein Eis bei Flora bevor der Tag zu Ende geht.

Bella Italia… or yes first South Tyrol…

The day begins with Kaiserbrötchen and an extensive hotel breakfast and, suitably, with emperor weather. Loading up is fast and after that the road has us already back. The Vinschgau Valley lies in front of us at this moment and fortunately and according to all predictions it is empty and relaxed to drive on. Here and there a few mopeds and trucks coming towards us, but that was it. In front of, beside and behind us now these mighty white covered mountains surround us, their tops standing out against the blue sky. This mighty nature accompanies us and we ride over Silandro, yes I know, but the Stelvio Pass is still closed for winter and we don’t know the way over the Monte Tirolo yet, to Merano and further to Dimaro, Madonna de Campiglio and down to Fiave. What seemed impossible yesterday is reality today and suddenly; the Lake Garda is practically in front of us out of nowhere. A sensationally emotional moment surrounds me at this moment, because I would never have imagined this place so beautiful. The narrow streets, small cafés, the chirping of crickets and cicadas, palm trees and the flow of Italian traffic. Ok the latter is indeed a challenge again, but we are definitely up to it until Riva. When we arrive at the guesthouse we are already expected, and the warm temperatures let us get rid of the thick motorcycle clothes very quickly and slip into the light evening dress. The lake is close, even directly accessible because only after two minutes walking we are already standing on its shore and staring out. There is still a lively life on its surface and one or the other surfer cuts through the waves with his board. But soon calm returns and sets the scenery in a completely new, different picture. The wind becomes still, the water relaxes, and the evening begins. We set course for one of the restaurants in Riva and treat ourselves to an ice cream with Flora after dinner before the day ends.

Auf den Tremalzo du musst…

So zumindest war die Aussage der Einheimischen vom letzten Abend und da wir mit der Tourplanung noch hintendran hingen haben wir den Pass doch gleich mal mit eingeplant. Über den Tunnel vorm Ledrosee und den See geht es an diesem Morgen hinauf in etwas kühlere Gefilde, bevor wir die offizielle Einfahrt zum Pass entdecken. Erneut nehmen uns die Kurven… nein mit Verlaub Tornati mit in ihren Bann und als wir oben ankommen überrascht uns der Pass mit strahlend blauem Himmel und einer unglaublichen Sicht über die Bergwelt. Wir haben Zeit und so genießen wir eine ausgezeichnete Tasse Cappuccino nebst einem ebenso feudalen Stück Strudel mit Sahne 😊. Noch Fragen, nein das dachte ich mir denn frisch gestärkt geht es anschließend wieder nach unten und weiter mit der Tour über Storo und Bagolino in Richtung Passo di Croce Domini. Doch dieser möchte uns an diesem Tag noch nicht kennenlernen und überrascht uns mit Wintersperre und einer geschlossenen Schranke. Somit hilft nur umdrehen und da es Mittag ist beratschlagen wir bei den besten Spagetti Aglio e Olio e Peperoncini die ich bis dato je gegessen habe unser weiteres Vorgehen. Am Ende dieses einfachen Mahles danken wir der alten Dame, die es uns serviert hat und erreichen bald Idro. Den gleichnamigen See links liegen lassend rollen wir jungfräulich ins Capovalle hinein und folgen dem kurvigen Wurm bis zum Valvestino Stausee. Die enge Straße durch die Felsen ist der Hammer und ein ums andere Mal erlebe ich etwas, was ich bis dato mit meiner gutmütigen TDM nicht erlebt hatte, die Rasten schliffen und die Funken flogen. Ein großartiges Erlebnis, das erst in Gargano und mit der Uferstraße sein ende nimmt. Ein weiterer Cafe muss an diesem Tag schon sein und so halten wir noch einmal in Vesio, bevor die Uferstraße uns an diesem Nachmittag wieder zurück nach Riva führt. Eine gelungene Tagestour die an der Uferpromenade beim Abendessen ihren Abschluss findet.

To the Tremalzo you must…

 So at least that was the statement of the locals of the last evening and because we were still behind with the tour planning, we have planned the passport, nevertheless, immediately with. About the tunnel in front of the Ledrosee and the lake it goes this morning up in a little bit cooler fields before we discover the official entrance to the pass. Once again, the curves take us … no, with respect Tornati and when we reach the top the pass surprises us with a bright blue sky and an unbelievable view over the mountains. We have time and so we enjoy an excellent cup of cappuccino together with an equally feudal piece of strudel with cream 😊. More questions, no, I thought not, because after that we go down again and continue with the tour over Storo and Bagolino in direction to Passo di Croce Domini. But this one does not want to get to know us on this day yet and surprises us with winter closure and a closed barrier. So, we only have to turn around and as it is lunchtime, we consult the best spaghetti aglio e olio e peperoncini I have ever eaten and discuss our further procedure. At the end of this simple meal we thank the old lady who served it to us and soon reach Idro. Leaving the lake of the same name on the left, we roll virginally into Capovalle and follow the winding worm to the Valvestino reservoir. The narrow road through the rocks is awesome and time and time again I experience something I had never experienced before with my good-natured TDM, the rests grind and the sparks fly. A great experience, which only ends in Gargano and with the road along the shore. Another cafe must be already on this day and so we stop in Vesio once more before the shore road leads us back to Riva this afternoon. A successful day tour that ends at the promenade with dinner.

 

Und dann waren ja da noch Berge….

Und was für welche! Hoch geht es über eine Seitenstraße hinter Malcesine und somit mitten hinein in den Monte Baldo. Die Straßen sind klein und keiner und eine Aussicht folgt der Nächsten. Wir durchfahren das Massiv vorbei an Ferrara di Monte Baldo, Novezza und Brentonico. Dabei erscheint die Rückseite des Berges fast noch massiver als der Blick vom See, der hier gänzlich verschwunden ist. Über Loppio wechseln wir die Seite und folgen der SP20 nach Ronzo Chiens und zum Lago di Cei an dem wir die Picknickdecke erneut aufschlagen. Wir verfallen der Natur rund um den kleinen See und ruhen im Zirpen der Grillen etwas aus. Danach folgt ein weiterer Berg mit dem Monte Bondone und erneut einer dieser ausgesprochen guten Cappuccino die man so einfach nur in Italien bekommt. Doch der Weg dort hin hat es streckentechnisch noch einmal in sich und weiß erneut mit der umliegenden Landschaft dick zu punkten. Über den Cavedinesee geht unsere heutige Tour zurück vorbei an Drena und Arco mit seiner imposanten Burgruine auf dem Hausberg. Doch bevor wir in Riva erneut den Abend genießen, winkt uns ein verführerischer kleiner Abzweig noch einmal zu und wir nehmen die Kurven des Monte Velo mit. Einem kleinen Pass wohl, aber einem der es in sich hat. Das in den letzten Tagen geübte Kurven fahren zahlt sich hier nun vollends aus, denn der Velo ist eng, die Spitzkehren steigen zusätzlich noch an und er ist keine Einbahnstraße wie wir einige male feststellen dürfen. Doch auch das alles meistern wir an diesem letzten Tourentag am Gardasee.

And then there were mountains…

And what mountains! Up it goes over a side road behind Malcesine and thus right into the middle of Monte Baldo. The roads are small and none and one view follows the next. We drive through the massif past Ferrara di Monte Baldo, Novezza and Brentonico. Thereby, the backside of the mountain seems to be almost more massive than the view from the lake that here completely disappeared. Via Loppio we change sides and follow the SP20 to Ronzo Chiens and Lago di Cei where we put on the picnic blanket again. We fall in love with the nature around the small lake and rest a little in the chirping of the crickets. Afterwards we climb another mountain with Monte Bondone and again one of those incredibly good cappuccinos that you can only get in Italy. But the way there has a lot to offer in terms of distance and again scores with the surrounding landscape. Over the Cavedinesee our tour today goes back past Drena and Arco with its impressive castle ruins on the local mountain. But before we enjoy the evening again in Riva, a tempting little turnoff beckons us once more and we take the curves of Monte Velo with us. A small pass, but one that has it all. The curves that we practiced during the last days pay off very well here, as the bike is narrow, the hairpin bends are even more steep, and it is not a one-way street as we can see some times. But we also master all this on this last day of the tour at Lake Garda.

Was bleibt… ist meistens gut!

Denn es sind die Erinnerungen an diese Tour, an die Gefühle, die man hatte und auch die Gedanken, die einem durch den Kopf schossen als man diese oder jene Stelle das erste Mal durchfuhr. Seit 2003 hat sich viele verändert, die Maschinen sind andere, die Gepäcklösungen besser, das Navi gang und gebe, ja wir selbst haben uns verändert und der Gardasee hat mich seitdem schon viele Male wiedergesehen. Denn auch heute fasziniert er mich immer noch, ja begeistert mich mit seiner mannigfaltigen Landschaft, seinen Straßen und vor allem auch mit den Menschen dir dort leben und gefühlt einfach etwas gesünder und langsamer gehen als wir Deutsche.

What remains… is usually good!

Because it is the memories of this tour, the feelings you had and the thoughts that went through your head when you went through this or that place for the first time. Since 2003 many things have changed, the machines are different, the luggage solutions better, the navigation system better, yes, we ourselves have changed and Lake Garda has seen me again many times since then. Because even today it still fascinates me, yes, it inspires me with its diverse landscape, its roads and above all with the people who live there and simply feel a little healthier and slower than we Germans.  

 

 

In diesem Sinne #enjoyyourlife

Torsten Thimm

IMG_6831

2019

 

 

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