Passpartour: Naturpark Mangart Straße (English Version below) Koordinaten: 46.44393 N, 13.64228 O

Nichts ist entspannter als das anzunehmen was kommt. (Dalai Lama)

Link zur Tour: https://kurv.gr/UHeep

Aus diesem Grund habe ich mich an diesem heißen Nachmittag im Juni auch von meinen drei Herrntourkollegen abgesetzt. Während sie nun in der sengenden Mittagshitze in Richtung Trieste fahren und dies annehmen, wähle ich den Weg nordwärts in die kühleren Berge zum Rendezvous mit einer ganz besonderen Bergstraße. Kein Pass im klassischen Sinn aber dadurch auch voller Ruhe und Entspannung, wenn man sich mit allen Sinnen darauf einlässt.  

Der Mangart

Eingebettet im Grenzgebiet zwischen Slowenien und Italien ist dieser Berg mit 2677 Metern der Vierthöchste der Julischen Alpen. Auf der Westseite seines charakteristischen Gipfels zweigt von der Predil-Passstraße die auf den Gipfel führende Mangart Straße ab. Die gibt sich zunächst einmal noch harmlos ja fast brav von ihrer Streckenführung her, sodass sich auch nicht darauf schließen lässt, was bereits kurze Zeit später folgt. Hat man das Mauthäusschen (ist nicht immer besetzt) einmal hinter sich gelassen, ändern sich sowohl die Breite wie auch der fahrerische Anspruch mit jeder Kurve, wobei man als Naturliebhaber in jeder Hinsicht auf seine Kosten kommt. Freie Blicke ins Tal wechseln mit blankem Felsgestein und wiederum freier Sicht auf die Bergspitzen der Umgebung. Auch der Triglav, der höchste Berg Sloweniens ist hier zu sehen. Faszinierend was die Natur hier auf 20 Kilometern auffährt um uns Menschen von Kurve zu Kurve, Tunnel zu Tunnel und auf den kurzen Geraden dazwischen zu beeindrucken. Ich bin jedenfalls hin und weg als ich oben ankomme und erfreue mich der klaren Sicht und tiefen Blicke hinunter ins Tal durch die Lahnscharte. Italien ist hier zum Greifen nah, doch bevor ich es an diesem Tag erreiche, genieße ich erst einmal den Berg und seine lebendige Ruhe bei einem ausgedehnten Picknick. Schon kurz unterhalb der Spitze, dem heutigen Endpunkt der zu befahrenden Straße befindet sich eine dafür ideal geeignete Tisch-Bank-Kombination, die zudem noch direkt zu einem kleinen Nickerchen einlädt. Selten habe ich in meinem Leben den Begriff RUHE besser definieren können als in diesem Moment dort oben auf dem Mangart. Einfach herrlich und zugleich erschreckend da man dies in unserer gestressten Gesellschaft so selten findet. Und so vergeht die Zeit.

Wild hupend schallt es aus dem Tal herauf als ich nach gut einer Stunde aus meinen Träumen gerissen werde. Ein Holländer möchte sicher gehen das ihm ja keiner entgegen kommt und stört die idyllische Ruhe. Zuerst noch etwas benommen packe ich kurze Zeit später meine Sachen zusammen und beginne die Abfahrt zurück ins Tal. Eng ist es hier entlang des Gesteins auf der Bergseite der Straße, aber auch teilweise sehr tief nah am Abgrund auf der anderen Seite. So führt mich die Strecke von Spitzkehre zu Spitzkehre wieder bergab und in der Folge über den Predil Pass ins benachbarte Italien, wo ich am Abend meine drei Herren wieder treffe. Ein happy End bevor am kommenden Tag die Rückreise nach Hause beginnt.

Geschichte

Geschichtlich gesehen wurde die Mangart Straße mit Beginn des ersten Weltkrieges begonnen und über den zweiten Weltkrieg hinweg auf den heutigen Stand ausgebaut. Ich hatte das Glück noch die gesamte Strecke inklusive der Schleife am Ende fahren zu können, die aber aus Sicherheitsgründen wegen diversen Felsstürzen mittlerweile seit 2017 durchgehend für den Verkehr gesperrt wurde. Einziger Zugang dorthin sind heute noch zwei Klettersteige, die einem diesen von mir beschrieben und faszinierenden Blick ins Tal ermöglichen.

Wer neben dem Motorradfahren Lust hat, noch mehr zu erleben hat rund um den Pass die Möglichkeit ganz viel Geschichte zu besichtigen und zu erleben. Aber natürlich ist das nicht alles was Slowenien zu bieten hat. Der Mangart war nur ein Abstecher einer ganz besonderen reise ins Land des Wassers mit reichlich Facetten.

Tipps und mehr

Was Unterkünfte angeht haben wir auch zu viert problemlos auf unserer mehrtätigen Reise sehr kurzfristig etwas gefunden. Die üblichen Onlineseiten helfen hier sehr gut dabei. Essen und Trinken gibt es zu humanen Preisen. Ein wenig aufpassen sollte man an Regentagen, denn hier werden die Straßen gerne mal etwas rutschig, was für Unbehagen am Hinterrad sorgen kann. Orte wie Bled sind bekannte Anlaufstellen und auch das Soca Tal sollte man auf jeden Fall mit in die Tour einplanen.

Die Hauptstadt Ljubljana bietet unheimlich viel Geschichte und wenn man die vorgelagerte Trabantenstadt mal hinter sich gelassen hat, findet man mit der Altstadt einen wundervollen Platz, um zu genießen und zu verweilen.

Fazit

Der Mangart ist eine Reise wert, allerdings nicht nur, denn Slowenien hat so viel mehr zu bieten. Wir hatten mal abgesehen von der Anreise unwahrscheinlich tolles Wetter dort und konnten Erinnerungen mitnehmen, die wir definitiv niemals vergessen werden. In diesem Sinne genießt das Land und habt viel Spaß dort.

Beste Grüße euer Torsten

Passpartour: Naturpark Mangart Road Coordinates: 46.44393 N, 13.64228 E

Nothing is more relaxed than accepting what comes. (Dalai Lama)

Link to our Tour: https://kurv.gr/UHeep

For this reason, on this hot afternoon in June, I also broke away from my three Herrtour colleagues. While they now ride in the scorching midday heat towards Trieste and accept this, I choose the way northwards into the cooler mountains for a rendezvous with a very special mountain road. Not a pass in the classic sense, but thus also full of peace and relaxation, if you allow yourself to engage with it with all your senses. 

The Mangart

Nestled in the border area between Slovenia and Italy, this mountain is the fourth highest in the Julian Alps at 2677 metres. On the west side of its characteristic peak, the Mangart road branches off from the Predil pass road and leads to the summit. At first, the route is still harmless, almost well-behaved, so that there is no indication of what will follow a short time later. Once you have left the toll booth (which is not always manned) behind you, both the width and the driving demands change with every bend, whereby nature lovers get their money’s worth in every respect. Unobstructed views into the valley alternate with bare rock and again unobstructed views of the surrounding mountain peaks. Triglav, Slovenia’s highest mountain, can also be seen here. It’s fascinating what nature has to offer over 20 kilometres to impress us humans from curve to curve, tunnel to tunnel and on the short straights in between. I’m blown away when I reach the top and enjoy the clear view and the deep views down into the valley through the Lahnscharte. Italy is within reach here, but before I reach it on this day, I first enjoy the mountain and its lively tranquillity with an extended picnic. Just below the top, today’s end point of the road to be travelled, there is an ideal combination of table and bench, which also invites you to take a little nap. Seldom in my life have I been able to define the term REST better than at this moment up there on the Mangart. Simply wonderful and at the same time frightening, as this is so rare in our stressed society. And so time passes.

Wild honking sounds come up from the valley when I am woken from my dreams after an hour. A Dutchman wants to make sure that no one is coming to meet him and disturbs the idyllic peace. A little dazed at first, I pack up my things a short time later and start the descent back into the valley. It is narrow here along the rock on the mountain side of the road, but also sometimes very deep close to the abyss on the other side. So the route leads me from hairpin bend to hairpin bend downhill again and subsequently over the Predil Pass into neighbouring Italy, where I meet my three gentlemen again in the evening. A happy end before the return journey home begins the next day.

History

Historically, the Mangart road was started at the beginning of the First World War and extended over the Second World War to its present state. I was lucky enough to still be able to drive the entire stretch, including the loop at the end, but it has now been closed to traffic continuously since 2017 for safety reasons due to various rockfalls. The only access to it today are two via ferratas, which give you the fascinating view into the valley that I described.

If you want to experience more than just motorcycling, you have the opportunity to visit and experience a lot of history around the pass. But of course that is not all Slovenia has to offer. The Mangart was just one side trip of a very special journey into the land of water with many facets.

Tips and more

As far as accommodation is concerned, the four of us had no problem finding something at very short notice on our multi-day trip. The usual online sites are very helpful here. Food and drink are available at reasonable prices. You should be a little careful on rainy days, because the roads can get a bit slippery, which can cause discomfort on the back wheel. Places like Bled are well-known places to visit, and the Soca Valley should definitely be included in the tour.

The capital Ljubljana offers an incredible amount of history and once you have left the satellite town behind, you will find the old town a wonderful place to enjoy and linger.

Conclusion

The Mangart is worth a trip, but not only, because Slovenia has so much more to offer. Apart from the journey, we had unbelievably great weather there and were able to take memories with us that we will definitely never forget. In this sense, enjoy the country and have a lot of fun there.

Best regards from Torsten

1 Kommentar

  1. Den Mangart habe ich auch in ganz besonderer Erinnerung – 2019 habe ich ihn meine Slowenien-Tour mit eingebaut. Herrlich, dort oben.

    Du schreibst, die Schleife ganz oben ist seit 2017 gesperrt – ich bin mir sicher, 2019 bin ich raufgefahren. Das war aber vermutlich auch schon nicht ganz legal, etwas unterhalb der Schleife war die Straße halbseitig von einem „Durchfahrt verboten“-Schild versperrt. Was jedoch wirklich niemanden interessiert hat, oben waren abgesehen von mir noch viele andere Fahrzeuge.

    Ah, gerade nochmal beim Passknacker nachgelesen: Seit 2021 ist zusätzlich zu dem Durchfahrt verboten“-Schild auch noch eine Schranke angebracht. Jetzt also wirklich da Schluss 😉

    Gefällt 1 Person

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