Die Bonneville Saga der Spirit of 1959?

Vergangenheit wird Gegenwart, Gegenwart wird Zukunft, denn Heritage und Vintage leben wie noch nie!

Über eine Zeit zu schreiben, die man selbst nicht erlebt hat, ist immer eine Herausforderung. Muss man sich doch als Schreiber an dem orientieren, was man in Filmen dieser Epoche gesehen hat, mit Leuten sprechen, die zu diesem Zeitpunkt schon gelebt haben, oder in den Weiten des Internets, Antworten auf seine Fragen finden.

1959 war ein solches Jahr der Veränderungen und des Erwachens, war man doch bereit in vielen Belangen neue und vor allem aufregende Wege zu gehen. Kennedy’s erste Amtszeit stand an und Mr. Martin Luther King hatte seinen ganz eigenen Traum. Raumfahrt, Comics und Popmusik sorgten für eine sich langsam wandelnde Gesellschaft und das Gefühl der unbegrenzten Freiheit. Die wilden 60. waren geboren. Genau richtig also um ein epochales Motorrad zu präsentieren. Eine Maschine, die den Spirit auf die Straße trug, sportlich, leicht für diese Zeit und mit genügend Power, um flott durch die Kurven zu stechen, oder am Drag Strip die Eigenbaubobbern den Schneid abzukaufen. Triumph‘s Bonneville 650, mit ihren gut und gerne 50PS Leistung und den angepeilten 195 km/h Höchstgeschwindigkeit, kam also gerade richtig auf den Markt. Doch erst im zweiten Anlauf, mit neuem Scheinwerfer und anderen Kotflügeln, als bei der Erstvorstellung ein Jahr zuvor klappt der Coup, mit dem best verkauftesten Twin-Bike aller Zeiten auch in den USA. Ein wenig überraschend für Triumph sicherlich, gaben doch die Bonneville-Salzseen nach Johnny Allens Weltrekord, mit einem Prototyp des Motors, 1956 ihren Namen für das neue Motorrad her.

Danke Wikipedia für Bild und zusätzlichen Text

Triumphs visionärer Ingenieur Edward Turners hinterließ somit ein Geschenk an die Motorradwelt im unverkennbar britischen Style. Einem Style, der noch heute Bestand hat. Denn würde man einem Kind einen Stift in die Hand drücken und es bitten ein Motorrad zu malen, würde sicherlich keine BMW GS dabei herauskommen, sondern wohl eher ein Motorrad, dass einer Bonnie sehr ähnlich sehen würde. Und das dieses Design auch heute in einer Zeit, in der unsere Gegenwart einen Teil dieser Vergangenheit widerspiegelt noch immer Bestand hat, sehen wir ferner an den aktuellen Modern Classics von Triumph. Die Enkel der ersten Bonnie, spiegeln die Eleganz und Harmonie der Linien ihrer Urahnin wider, und sprechen genau die Biker an, die noch immer nach Individualismus, Selbstbestimmung und dem Gefühl nach Freiheit streben.

Ein ganz besonderes Freiheitsgefühl im Übrigen, welches nicht zuletzt durch Menschen wie Steve McQueen und andere Hollywood Stars, in den frühen Sechzigern mitgeprägte wurde und den Namen Triumph einfach cool machte. Und diese Coolness war und ist es immer noch, die dafür sorgt, dass es nach den dunkeln Jahren der Marke, 1990 gemeinsam mit John Bloor an der Spitze wieder zügig bergauf ging. Selbst wenn man im neuen Werk in Hinckley zuerst auf den Triple als Antriebskonzept setzte, kamen 2002 die klassischen Twins mit dem legendären Namen wieder ins Programm. Mit der Bonneville T100 führte Triumph die Linie von damals fort und ergänzte sie durch den Scrambler. 865 cm³ Hubraum, 68 bzw. beim Scrambler 58 PS Leistung und 185 Km/h Höchstgeschwindigkeit waren dafür Anfang der 2000er Jahre genug. Doch Times goes by…..

Seitdem ist Heritage, Classic und der Wunsch nach einer geraden Sitzposition gefragter denn je, denn das Gro der Biker wird älter. Damit verbunden geht der Wunsch einher, dass Motorrad einfach fahren und bedienen zu können, aber natürlich auf moderne Standards nicht zu verzichten. Soll heißen ABS, Traktionskontrolle und ggf. auch eins bis zwei Fahrmodi schick verpackt genügen den meisten Fahrern, um wirklich glücklich zu sein. Und hier schließt sich mit den aktuellen Modern Classic Modellen auch der Kreis zum Jahr 1959. Ob eine Thruxton 1200, eine Street Twin 900, ein Street Scrambler 900, oder die seit letztem Jahr so hippe Bonneville Bobber Reihe mit dem 1200er Motor. Alle vermitteln das Gefühl der Freiheit und tragen diesen ,,turnerischen Pinselstrich‘‘ aus den 60er Jahren in sich. Damit machen sie jedem klar: Ich bin eine Bonnie mit mir kannst du den puren Geist des Motorrad Fahrens erleben.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Geist und das Gefühl noch lange Zeit Bestand haben und Triumph dadurch beflügelt wird, auch weiterhin solch emotionale Motorräder auf die Straßen dieser Welt zu bringen.

Beste Grüße und #lifeisaride
Torsten Thimm

Bilder von Triumph und Chris Rausch sowie von mir @motorrausch

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