#RidePure Royal Enfield Interceptor 650

Es ist schon manchmal verwunderlich welch positive Emotionen die einfachen Dinge auf dieser Welt in uns wecken. Die Royal Enfield Interceptor 650 ist genau so eine einfache Maschine und ihr Konzept funktioniert. Dieser Text soll keine Lobhudelei werden, er gibt meine Gedanken und Gefühle wieder, die ich mit diesem kleinen Motorrad in drei Wochen erlebt habe. Als ich zum erste Mal darüber nachdenke, was ich zu ihr schreiben werde, sitze ich auf einer alten Holzbank im Odenwald schaue sie mir im Abendrot an, höre ihrem knisternden Auspuff zu und bin glücklich.

Die Interceptor
Der Frühling hat seine Fühler weit ins Land gestreckt und beschert uns bereits Mitte April wunderschönes Sonnenwetter. Die ersten Rapsfelder beginnen zu blühen und unter mir blubbert sonor der brandneue Royal Enfield Twin. Ja richtig gelesen Royal Enfield, die älteste am Stück produzierende Motorradmarke der Welt, hat nach einer fulminanten Präsentation auf der Eicma 2017 seine Reihenzweizylinder nun auf der Straße. Mit rund 47PS Leistung (A2 freundlich also), bei 7100 Umdrehungen, 53Nm Drehmoment, bei 4000 Umdrehungen und gesunden 650cm³ Hubraum, lässt sich damit vortrefflich die Weltgeschichte erkunden. Ja eigentlich viel mehr noch als das, denn es ist Motorrad fahren pur. Mit Ausnahme einer Einspritzung und eines mittlerweile gesetzlich vorgeschriebenen ABS-Systems. Sonst aber ohne all die zumeist unnötigen elektronischen Hilfsmittel, denen wir sowieso gerne in unserer Freizeit einfach einmal entfliehen möchten.

Entfliehen ist im Übrigen das richtige Wort, denn was liegt näher bei diesem Wetter als die nächsten Kurven, die schon auf uns warten und daher gebe ich der kleinen Maschine ein wenig die Sporen. Dieses mopedartige Feeling von ihr macht einfach unendlichen Spaß, zumal im leichtgängigen Sechsganggetriebe immer der richtige Gang parat ist und man dem herrlichen, Klang beim Beschleunigen zuhören kann. Der alte Trick mit dem Hubzapfenversatz funktioniert auch hier und wie bei der TRX 850, der Motorradgott habe sie selig, sind es bei der Enfield auch 270 Grad. Beim beschwingten Cruising durch die grünenden Wälder bleibt das sportlich-komfortabel abgestimmte Fahrwerk vollkommen entspannt. Lediglich bei Kurven mit all zu vielen Unebenheiten wird es etwas unruhiger im System. Zu ihrer Stabilität tragen natürlich auch die Reifendimensionen mit vorne 100/90-18 und hinten 130/70-18 bei. Wer trotzdem nicht ganz mit der Performance zufrieden ist, der kann an den hinteren Federbeinen ganz klassisch per Hakenschlüssel die Federvorspannung in fünf Stufen an seine Wünsche anpassen. Damit wären dann aber auch alle Register des Serienfahrwerks gezogen. Und apropos Fahrwerk, schön wäre es wenn die Gabel Faltenbälge hätte, oder wenigstens Schützer, die Simmerringe würden es auf Dauer mit Haltbarkeit danken.

Anpassen kann sich im Übrigen auch eine Vielzahl von Fahrern, denn durch die klassische und konturbefreite Sitzbank der Enfield findet beinahe jeder den richtigen Platz hinterm Touringlenker. Der wirkt verstärkt mit seiner Mittelstrebe fast ein wenig Enduro like und liegt leicht gekröpft gut in den Händen. Die fehlende Elektronik sorgt zudem dafür, dass die Schalterelemente aussehen, als seien sie aus der Mitte der 70. und 80. Jahre wieder auferstanden. Das ist nicht nur charmant, nein es passt auch zu den beiden klassischen Rundinstrumenten, die man vorm Lenker platziert hat. Hier ziehen zwei Zeiger in den Kunststoffgehäusen ihre Kreise über die Zifferblätter. Einzig im Tacho befindet sich ein digitales Display, das über den Füllstand im Tank, zwei Tracks und die Gesamtkilometer informiert. Nicht einmal eine Uhr ist vorhanden, aber mal ehrlich wer braucht die schon auf so einer Maschine? Fahren und entspannt die Welt entdecken ist ihr Ziel und das gelingt ohne Zeitmesser viel besser.

Zu ihrer oben genannten Einfachheit gesellt sich zudem robuster Maschinenbau. Unter anderem am Luft/Öl gekühlten Motor, aber auch am stabilen Rahmen, ja bis hinunter zur Befestigung der Bremsscheiben und des Kettenrades. Das bringt sie auf ein bodenständiges Gewicht von 202kg im fahrfertigen Zustand. Gepaart mit einigen pfiffigen Lösungen ist das eine großartige Kombination. So hat man z. B. recht schnell die schwarzen Schmutzfänger, an den lackierten Kunststoffkotflügeln entfernt (hinten 2 und vorne 3 Schrauben) und passend zum Stile ruckzuck kurze Costumfender. Auch lässt sich der rechte Kunststoffseitendeckel via Zündschlüssel entfernen unter dem sich der freie Zugang zur Batterie, ein wenig Werkzeug und der Zug zur Entriegelung der Sitzbank befinden. Alles wohldurchdacht woran man auch sieht, dass es trotz des günstigen Anschaffungspreises von gerade mal 6500Euro kein billig gemachtes Motorrad ist. Nein die Interceptor und ihre Continental GT Schwester mit Stummellenker bilden eine perfekte Ausgangsposition für den Hersteller, um noch weiteren zukünftigen Modellen den Weg auf den Markt zu bahnen. Zum niedrigen Kaufpreis kommt eine gleichwohl günstige Unterhaltung dazu, denn im Schnitt zieht die Interceptor 3,5 Liter auf 100km aus ihrem 14 Litertank und das reicht bis ca. genau 309,6km :-).

Resümee
Was mich auch zum Resümee kommen lässt. Mit den Enfield Twins bekommt der geneigte Käufer viel pures Motorrad für sein Geld und einen schnell gewonnen neuen Freund an seiner Seite. Für das was sie konstruiert wurden, nämlich das klassische Motorrad fahren, sind die Interceptor und die Continental tatsächlich besser geeignet als manches Produkt der Mitbewerber. Die Anderen bieten zwar zum Teil mehr PS und mehr Elektronik, aber was nützt dir Vorsprung durch Technik, ohne die passende Freude am Fahren.

In diesem Sinn lebt einfach mal glücklich

Euer Torsten Thimm

P.S. Auch der Tuningmarkt nimmt sich übrigens der Enfield Twins an und bringt mit diversen Hebeln, Motorabdeckungen, Sturzpads und Bügeln, Taschen und weiterem Zubehör all das, was die Individualisierung der Maschine einfach und leicht macht.

English Version Below

Intro

It is sometimes surprising what positive emotions the simple things in this world arouse in us. The Royal Enfield Interceptor 650 is just such a simple machine and its concept works. This text is not meant to be a puff piece, it reflects my thoughts and feelings that I have experienced with this small motorcycle in three weeks. When I think for the first time about what I am going to write about her, I sit on an old wooden bench in the Odenwald, look at her in the sunset, listen to her crackling exhaust and am happy.

The Interceptor

Spring has put out its feelers far into the country and brings us beautiful sunny weather already in the middle of April. The first rapeseed fields begin to blossom and below me the brand new Royal Enfield Twin is bubbling sonorously. Royal Enfield, the oldest motorcycle brand in the world producing in one piece, has its inline twin on the road after a brilliant presentation at the Eicma 2017. With about 47PS power (A2 friendly), at 7100 rpm, 53Nm torque, at 4000 rpm and a healthy 650cm³ cubic capacity, it is an excellent way to explore world history. Actually much more than that, because it is pure motorcycle riding. With the exception of an injection system and an ABS system, which is now required by law. Otherwise, however, without all the mostly unnecessary electronic aids, which we would like to escape from in our free time anyway.

Escape is the right word, by the way, because what is closer in this weather than the next curves, which are already waiting for us and therefore I give the little machine a little spur. This moped-like feeling of it is simply endless fun, especially since the smooth six-speed transmission always has the right gear ready and you can listen to the wonderful sound when accelerating. The old trick with the crankpin offset also works here and as with the TRX 850, the motorbike god rest her soul, it’s 270 degrees on the Enfield. When cruising through the green woods, the sporty and comfortable chassis remains completely relaxed. Only when cornering with too many bumps does the system become a bit more unsteady. The tyre dimensions with 100/90-18 at the front and 130/70-18 at the rear also contribute to its stability. If you are still not completely satisfied with the performance, you can adjust the spring preload on the rear shock absorbers in five stages to suit your wishes using a classic hook spanner. This would then pull out all the stops of the standard suspension. And speaking of suspension, it would be nice if the fork had bellows, or at least protectors, the oil seals would thank you in the long run with durability.

A wide range of riders can also adapt to this, as the Enfield’s classic, contour-free seat means that almost everyone can find their place behind the touring handlebars. With its central brace, it looks almost a little bit like an enduro and sits well in the hands when slightly offset. The lack of electronics also ensures that the switch elements look as if they have risen from the mid 70s and 80s. This is not only charming, no, it also matches the two classic round instruments placed in front of the handlebars. Here, two hands in the plastic cases draw their circles over the dials. Only in the speedometer there is a digital display, which informs about the level in the tank, two tracks and the total kilometers. There is not even a watch, but honestly, who needs one on such a machine? Driving and discovering the world in a relaxed way is your goal, and this is much better done without a timer.

Their simplicity is complemented by robust mechanical engineering. Among other things at the air/oil cooled engine, but also at the stable frame, even down to the mounting of the brake discs and the chain wheel. This brings them to a grounded weight of 202kg in a ready to drive condition. Paired with some smart solutions this is a great combination. For example, the black mud flaps on the painted plastic fenders (2 screws at the rear and 3 at the front) were removed quite quickly and, matching the style, short costume fenders were added in no time. Also the right plastic side cover can be removed via ignition key, under which you have free access to the battery, some tools and the cable to unlock the seat. Everything well thought out where you can see that despite the low purchase price of only 6500 Euro it is not a cheaply made motorcycle. No, the Interceptor and its Continental GT sister with stub handlebars are a perfect starting point for the manufacturer to bring even more future models to the market. In addition to the low purchase price, the Interceptor also offers affordable entertainment, because on average, the Interceptor draws 3.5 litres per 100km from its 14 litre tank and this reaches up to exactly 309.6km :-).

Summary

Which brings me to my conclusion. With the Enfield Twins the interested buyer gets a lot of pure motorcycle for his money and a new friend at his side. For what they were designed for, namely riding the classic motorcycle, the Interceptor and the Continental are actually better suited than many a competitor’s product. Some of the others offer more horsepower and more electronics, but what good is a head start through technology without the right riding pleasure?

In this sense, just live happily ever after

Your Torsten Thimm

P.S. By the way, the tuning market also takes care of the Enfield Twins and brings with various levers, engine covers, crash pads and bars, bags and other accessories everything that makes customizing the machine simple and easy.

Bilder by Peter Wahl #motorcyclepics und mir #ttmotorbikeblog

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