Rheingauromantik mal drei………

Im (Ein)- Dreiklang der Welt

Nun mag es reiner Zufall sein oder auch nicht, dass diese Region als landschaftlich dreigeteilt gilt. Denn genauso viel dreierlei hat auch der Multiwheeler Niken GT von Yamaha der mich heute begleitet an Bord. Nicht nur der herzhafte und aus der Tracer 900 bereits bekannte Yamaha Triple sorgt hier für Spaß, nein anstatt zweier Räder wie ein gewöhnliches Motorrad besitzt die Niken deren gleich drei und sorgt damit seit geraumer Zeit für ordentlich Aufsehen und Diskussionen. Für mindestens ebenso viel Aufsehen sorgt aber auch die Landschaft, die wir heute durchfahren und die sich wie folgt, aufgliedert.

  • Direkt am Fluss befinden sich die flach und eher abfallenden, sowie lössbedeckten Weinberge, zudem eine Menge kleine Dörfer und reichlich gute bis sehr gute Weingüter. Weiter ist diese schon ziemlich alte Kulturlandschaft mit vielen historischen Burgen in mehr oder weniger gutem Zustand, Schlössern, Kirchen und Klöstern gespickt. Sie machten den Rheingau über die Grenzen hin berühmt und locken auch heute noch den Tourismus in Massen an.
  • Hat man diese Talsohle erst einmal durchschritten und ist oberhalb der Weinberge angekommen, geht der Rheingau in das sogenannte Rheingaugebirge mit dem Hinterlands Wald über. Dieser aus Quarzit bestehende Gebirgsrücken, erreicht seine höchste Erhebung oberhalb von Hallgarten mit der Kalten Herberge (619m) und fällt danach mit vielen kleinen Bachtälern zurück ins motorradberühmte Wispertal. Schluchtwälder, Hochmoore und der eine oder andere liebliche Wiesenbach bestimmen von hier ab das Landschaftsbild und laden zum Verweilen ein. Also auf keinen Fall den gut gefüllten Picknickkorb vergessen!
  • Der dritte Teil dieses Gebietes liegt dann zwischen Rüdesheim am Rhein und Lorch. Hier fließt der mächtige Strom zwischen hohen und zum Teil bewaldeten Bergrücken in Richtung Norden. Dieser Abschnitt war auch schon in der Vergangenheit und zu Goethes Zeiten der Inbegriff der Rheinromantik und bildet zugleich das Mittelrheintal. Die Weinberge reichen in dieser Ecke nah an die romantischen Ortschaften heran und sind durch mächtige Felsgruppen aber auch Trockenwälder geprägt. Außerdem gedeihen hier einige der bekanntesten und besten Weine ganz Deutschlands und natürlich ist man überall ein gern gesehener Gast.

Anfahrt

Die Anfahrt aus Südhessen also von der richtigen Seite Hessens 😉 gestaltet sich recht einfach und mit der Niken auch zudem noch super bequem. Die GT Variante des Multiwheelers ist umfassend ausgestattet und geht bereitwillig um und in jede Kurve. Dabei erreicht das Motorrad Schräglagen, die man so mit einer normalen Maschine nur schwer hin bekommt. Alles verbunden mit dem Gefühl an mehr Sicherheit an der Vorderhand, was auf das zweite Rad und die bessere Haftung zurückzuführen ist. Die ersten neugierigen Blicke erhaschen meine Begleiterin und ich dann auf der Fähre beim übersetzten vom Kornsand nach Nierstein. Sag mal, was ist das denn für ein außergewöhnliches Gefährt, höre ich aus dem Hintergrund eine sich nähende Stimme fragen und da ich das Marketingblatt von Yamaha vergessen habe erkläre ich bereitwillig, um was es sich handelt. Nach den ersten Erklärungen ist schon mal die Neugier geweckt und die nächste wichtige Frage folgt……

Kann man die auch mit dem Autoführerschein fahren?

Enttäuscht und auch ein wenig traurig lasse ich den interessierten Menschen mit einem klaren NEIN nach der Überfahrt zurück zu seinem Auto laufen, denn insgeheim spürbar hatte er gehofft das revolutionäre Motorrad doch mit dem gewöhnlichen Autoführerschein fahren zu können.

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Erheblich weniger traurig geht es danach für die Niken und mich weiter, denn es folgen massig Kurven jedweder Art und der Duft des Sommers und seiner blühenden Felder bis nach Bacharach. Direkt am Rhein gelegen hat diese altertümliche Stadt sehr viel Sehenswertes vor und hinter der Stadtmauer zu bieten und für mich auf jeden Fall erst einmal einen Kaffee. Der ist gemütlich getrunken auch dafür da, die Atmosphäre in sich aufzusaugen bevor es oberhalb des Flusses mit der Tour weiter geht. Durch Henschhausen, Perscheid, Damscheid und erneut im kurvigen Swing hinunter ins Tal nach Sankt Goar. Viele weite Blicke begleiten mich dabei und auch die Loreley bekomme ich zu sehen, bevor ich ein weiteres Mal den Rhein überquere und auf der anderen Seite in Sankt Goarshausen lande.

Von dort aus und ein wenig unscheinbar, findet die Niken und ich die etwas pickelige Auffahrt nach Nochern, um dort ein weiteres Mal einen grandiosen Blick von der anderen Seite auf den Rhein genießen zu können. Das obligatorische Picknick darf dabei natürlich nicht fehlen und so vergeht wie üblich, wenn es einem gut geht, die Zeit in den Weinbergen wie im Fluge. Während die Schubschiffe ihre Waren auf dem Wasser befördern geht es für mich über Weisel hinunter nach Kaub und zur Burg Pfalzgrafenstein, die immer noch wie seit Jahrhunderten majestätisch auf ihrem Inselchen mitten im Rhein steht und heute zum Glück nur noch dem Besucheransturm trotzen muss. Ein paar Kilometer am Fluss entlang genieße ich den leichten Swing der heute verhältnismäßig leeren Uferstraße nach Lorch, bevor die Tour mich links ab nach Ranselberg biegen lässt und das Navi als nächsten Punkt das Niederwalddenkmal anzeigt. Unwissentlich was mich dort erwartet an diesem Tag, sehe ich davon leider nur den Pavillon. Die Aussicht von hier ist allerdings so genial, dass der Rest der Kulturstätte schnell in Vergessenheit gerät und ich mich mit dem zufrieden gebe, was ich an diesem Nachmittag gesehen und erlebt habe.

Der Rückweg beginnt

Mittlerweile hat die Sonne längstens ihren Horizont überschritten und so beginne ich von hier oben auch den Rückweg. Der Führt mich zuerst noch einmal nach Rüdesheim am Rhein, bevor ich über Presberg nach Stephanshausen und dann in Oestrich-Winkel lande. Von da an folge ich noch einmal der Uferstraße bis nach Bieberich. Nach einem zweiten Tankstopp und einem weiteren ausgiebigen Gespräch rund um das Yamaha Dreirad verkürze ich meine Fahrzeit dann etwas und fahre in Rüsselsheim auf die A67 und weiter auf die A5 bis nach Darmstadt Eberstadt, wo noch einmal die Fußrastennippel ihre Leuchtkraft zeigen dürfen. Hinauf zum Frankenstein nämlich zeigt die Niken was sie drauf hat und das ist äußerst imponierend. Mit dem Blick hinunter von der Burg beende ich dann diesen Tourtag offiziell und genieße danach noch das kleine Stückchen Heimfahrt, das noch übrig ist.

 

Fazit

Im Rheingau und auch drum herum lässt sich vorzüglich Motorrad fahren. Aussichten gibt es zu Hauf und das Ganze wird durch eine sehr freundliche und abwechslungsreiche Hotellerie und Gastronomie perfekt ergänzt. Hier in den Orten wird Tourismus noch großgeschrieben und wem das allein nicht ausreicht, der findet zudem noch eine perfekte Mischung aus Unterkunft und Wein und Kultur.

Zur Yamaha Niken sei gesagt, dass dieser Motorradtag mit ihr ein ausgesprochen freundlicher und sehr guter war. Anfangs hatte ich tatsächlich noch etwas Zweifel daran, da die Anfeindungen in den sozialen Netzwerken gegenüber dem neuen Motorradkonzept doch teilweise sehr groß sind. Erfreulicherweise scheinen diese Menschen aber größtenteils nur dumme Trolle zu sein die, außer schlechte Laune zu schreiben, wohl eher kein Motorrad fahren. Meine Erfahrung an dem Tag war daher durchweg positiv, weil man trotz des dritten Rades immer gegrüßt wird und weil von Anfang an das Interesse der Menschen und auch das der Motorradfahrer an dem Dreiradkonzept geweckt war. Mehr als einmal wurde daher auch die Kamera gezückt bzw. man stellte mir immer wieder Fragen darüber, wie sie sich fährt, aber auch was das mit dem dritten Rad auf sich hat.

Und dann kam da immer wieder die alles entscheidende Frage,

DARF MAN SIE MIT DEM NORMALEN AUTOFÜHRERSCHEIN FAHREN?

Die Antwort ist einfach:

Nein natürlich nicht, denn es ist ein Motorrad und beinahe jeder Autofahrer wäre aufgrund der Leistung der Maschine erheblich überfordert. Mich überforderte sie in den drei Testwochen in keinster Weise und wirkliche Kritikpunkte sind für mich nur die zu hohe, wackelige und leider nicht einstellbare Scheibe der GT Variante, sowie die zu tief montierten Spiegel, in denen man ständig die Griffe und Handhebel sieht. Fahrtechnisch ist sie dafür ein echtes Highlight und mit dem 847ccm starken Triple mit 116 PS Leistung ausreichend gut motorisiert. Mein Tipp lautet daher sie einfach mal Probe zu fahren und sich somit eine wirkliche eigene Meinung zum Carver der Straße zu bilden. Im Bereich des Skifahrens hat das Carving Konzept vor vielen Jahren eine regelrechte Revolution herbeigeführt, auf der Straße macht es mit der Niken nicht viel weniger Spaß.

 

In diesem Sinne #Goodspeedyou was immer ihr fahrt euer

Torsten Thimm

Wollt ihr mehr erfahren dann schaut hier gerne mal rein Testbericht 

oder lest hier noch ein bisserl über die Maschine Niken Test

Bilder Kredit geht an Peter Wahl und #Motorcyclepics sowie an TTMotorbikeblog.

Danke für die Unterstützung und Umsetzung an

@yamahamotordeutschland

@germot

@stadlermotorradbekleidung

@hjchelmets

@cardosystems

@Motorradstrassen

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