Herbstzeitwald

Wir sind im Herbst angekommen, der bunten, aber auch etwas ruhigeren Zeit des Jahres. Die Sonne hat ihre Strahlkraft eingebüßt, lässt sich morgens länger bitten bis sie erscheint und verabschiedet sich abends dafür früher als gewollt. Und doch, oder gerade deswegen ist diese Jahreszeit mit ihren Farben und Lichtern eine der schönsten im ganzen Jahr.

Die Mitte Deutschlands

Mit diesem Intro seid ihr herzlich willkommen in der Mitte Deutschlands und einem Motorradgebiet, das schöner nicht sein kann. Taunus, Vogelsberg, Odenwald und auch der Spessart buhlen um die Gunst ihrer Gäste und lassen einem nur wenig Chancen zu widerstehen. Aber warum sollte man auch, denn jedes der benannten Gebiete hat seinen ganz eigenen Charme. Dabei ist der Spessart geschichtlich angeblich ja noch der Verruchteste, hat er doch in seiner bewegte Vergangenheit viele Räuber, Banditen und vor allem auch Wirtshäuser überlebt. 😊 Und um Ihn geht es auch im Herbstzeitwald.

Unsere Tour startet dabei im deutsch-bayrischen Grenzgebiet und führt uns über Mömlingen und Teile des Odenwalds nach Eschau und dann weiter über Rohrbrunn zum Äbbelwoi Äquator. Ja nicht nur es Stöffche gibt es, auch den dazugehörenden Äquator gibt es tatsächlich und er bildet die Sprachgrenze vom mainfränkischen zum rheinfränkischen Dialekt, eine der bekanntesten Sprachgrenzen Deutschlands im Übrigen. Die Straßen hier oben sind vom klassischen Hochwald gesäumt und oftmals menschenleer. Gerade auch am Wochenende bietet das Gebiet daher eine großartige Ausweichmöglichkeit zum überfüllten Vogelsberg und Odenwald. Ruhe genießen, hier geht das und ein Ta(h)l folgt dabei dem Nächsten. Hat man die Region um Aschaffenburg einmal hinter sich gelassen folgt mit dem Jakobsthal und dem Gasthaus zum Engländer in Heigenbrücken Gasthaus zum Engländer eine wunderbare Kulissen, um einen Moment der Erholung bei hausgemachten Köstlichkeiten zu genießen.

Danach folgt das wilde Habichts- und das immergrüne Wiesthal, bevor wir bei Neuhütten in die Kurven von Hafenlohr eintauchen. Beschwingt nehmen wir hier jede Kurve mit bevor wir auf ein echtes Kleinod mitten im Wald treffen. Gut versteckt und abseits der Straße befindet sich die Kartause Grünau Kartause Grünau, die zum einen Sagen und Legenden ein wenig lebendig werden lässt zum anderen mit einer vorzüglichen Küche, aber auch leckerem Kaffee und Kuchen aufzuwarten weiß. Wenn man sich einen Moment der Stille dort gönnen möchte geht auch das, denn der Hochwald rund um die Kartause ist nah und bietet genügend Energie, um die leeren Körperbatterien aufzuladen.

Nach dem Mittag geht es weiter Richtung Kreuzwertheim und Wertheim, vorbei an der hoch oben thronenden Burgruine und über lang gezogene Kurven hinaus aus der Stadt zum Kloster Bronnbach. Das weiß mit seiner Lage inmitten der fränkischen Weinberge zu überzeugen. Für all jene die es interessiert, hier gibt es den echten Boxbeutel und natürlich bietet man dort seine Weine auch zum Verkauf an. Ja die alten Mönche wussten in der Tat schon früher was gut ist, und das Wissen wir auch, denn wir folgen der Straße ohne Wein an Tauberbischofsheim vorbei weiter in Richtung Süden, bevor wir in Heckfeld den südlichsten Punkt der heutigen Tour erreichen, die Weite und Teile des alten römische Grenzwalls (Limes) betrachten und genießen.

Die Tage werden kürzer und langsam, aber sicher wenden wir uns wieder gen Heimat zu. Bei Walldürn tauchen wir bereits in den Neckar Odenwald Kreis ein, verlassen diesen aber kurze Zeit später wieder und landen direkt am Main in der Altstadt von Miltenberg. Hier lässt es sich bisweilen sehr schön schlendern, entspannen und auch einfach bei einer Tasse Cappuccino am Marktplatz die herbstliche Sonne genießen. Viele Menschen ziehen vorbei bestaunen die alten Häuser der Stadt oder besuchen die alte Burg auf dem Berggipfel über uns. Das reizt uns allerdings heute weniger und so brechen wir zur letzten Etappe des Tages auf. Hinaus aus Miltenberg folgen wir ein Stück der breiten B469 bevor wir uns rechts halten und über das Ohrnbachtal hinauf nach Vielbrunn kommen. Von hier ab beginnt der direkte Rückweg, denn die Temperaturen fallen mit der untergehenden Sonne rasch. Zudem hat uns der Odenwald zu 100% wieder und über Bad König, das Brombachtal und den Otzberg fahren wir zurück nach Groß-Umstadt dem Startpunkt dieser herbstlichen Spessarttour.

Fazit  

Spessart, Odenwald, Taunus oder auch Vogelsberg, Deutschlands Mittelgebirge bieten für jeden Reisenden etwas und sind daher immer eine Reise wert. Hin und wieder stößt man allerdings an den Wochenenden auf viel Verkehr und so empfiehlt es sich vielleicht tatsächlich einfach auch mal ein paar Tage Urlaub einzuplanen und diese romantische  Gegend zu erkunden. Während man Wochenendes die paar wenigen gesperrten Strecken gut umfahren kann, ist bei dem Thema Verkehr aber Vorsicht angesagt, denn allzu oft gibt es leider Auto- und Motorradfahrer, die meinen die Straße allein gepachtet zu haben und damit den Genuss stören. Unter der Woche ist dies dagegen viel entspannter und führt dazu das man selbst viel mehr von diesen wunderschönen Gebieten mitbekommt. Übernachtungsmöglichkeiten, wie auch die Möglichkeiten gut und günstig zu essen gibt es massig und in Verbindung mit den tollen Strecken und Mittelgebirgslandschaften sorgen sie für eine großartige Zeit.

Tipp:

Hotels, Pensionen und Unterkünfte findet man am besten über Booking.com oder direkt vor Ort, denn mit den Gastronomen ist meist ein persönliches Wort das Beste.

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Die Tour  

Herbstzeitwald Tour

Beste Grüße euer Torsten #lifeisaride

 

 

1 Kommentar

  1. Schöne Bilder und ein Text welcher zum »geistigen Mitfahren« animiert. Dankeschön für die Prä-Frühstücks-Lektüre für den heutigen Morgen. Ruft bei mir auch Erinnerungen an meine Odenwald/Spessart-Tour dieses Jahr in Erinnerung. Schaue ich heute aus dem Fenster: 2°C und Nebel… *brrr* Wann wird’s eigentlich wieder Frühling? 😉

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