Das R-Prinzip.. oder beste Tauschgeschäft meines Lebens :-)

Diese private Geschichte beginnt im Jahr 2011, ca. 8 Monate nachdem ich den bisher schwersten Unfall meiner Zweiradkarriere körperlich verkraftet hatte. Die Knochen bewegten sich zu dieser Zeit wieder richtig und auch das Hirn war zurück im Motorradflow. Die mühsam im Herbst und Winter 2009 zu 2010 aufgebaute MZ1000SF war im Nirwana, der Hund der davor lief leider tot und ich hatte mit dem Kauf eines Triumph Tiger 1050 leider einen üblen Fehltritt begangen.

Schluss jetzt

Zum wiederholten Male Ärger mit den verzogenen Bremsscheiben an diesem Mistbock und nun soll ich über 400 Euro auf den Tisch legen, NEIN darauf habe ich keine Lust, sagte ich Carmen an diesem Abend nachdem ich aus der Werkstatt zurück kam. Gereizt und aufgeheizt durch all das was mit diesem Motorrad schief lief entschloss ich mich den Triple nun endlich los zu werden. Doch halt, schoss es mir in diesem Moment durch den Kopf, was würde ich mir kaufen…?

Füße auf den Boden

Ein Tourer sollte es werden, und zwar vor allem einer mit dem richtigen Bodenkontakt für meine nicht ganz so langen Beine. Beim preislichen Aspekt war für mich klar, dass es ein 1:1 Geschäft werden sollte. Also Raubkatze weg und das andere noch unbekannte her in die heimische Garage. Unter diesen Vorgaben schaute ich in der bunten Welt der Angebotsplattformen nach einem adäquaten Ersatz und landete widererwartend bei der BMW R1200R der ersten Bauserie (die Doppelnocken gab es zu dieser Zeit noch nicht). Hallo dachte, ich bin noch nicht mal 50 und mir gefällt eine BMW und dann auch noch ein Boxer……das kann ja was wern! Nachdem diese Selbstzweifel aber nach und nach und zudem recht schnell verflogen waren, war klar die wird es werden, wenn der Händler mein Gedankenspiel mitspielen würde. Ich verglich also die Daten der beiden Maschinen und schrieb den Mann aus Syke bei Bremen ganz unverhohlen an. Die Überschrift der Mail lautete TAUSCHE TIGER 1050 GEGEN BMW R1200R. Danach ging ich zu Carmen aufs Sofa und erzählte ihr davon. Ihr Antwort war wenig überraschend, WER DENKST DU TAUSCHT EINE TRIUMPH GEGEN EINE BMW? Das klang im ersten Moment logisch und doch, was eine halbe Stunde später geschah war der Beginn einer immer noch bestehenden Leidenschaft, denn er sagte JA wann willst du sie holen. Wenige Tage danach schaffte ich die ungeliebte Triumph auf den Anhänger und holte die silberne Schönheit nach Hause.

Es ist nicht alles Silber was glänzt

Doch zeigten die ersten Touren leider die Schwachstellen der original gehaltenen BMW-Konfiguration. Lenker und Sitzbank passten einfach nicht zu mir und wurden sehr schnell getauscht. Die riesigen Opa Chromsturzbügeln entfernte ich, ebenso wie die gelben Blinker und das Rücklicht welche schicken LED-Varianten wichen. Dem dicken unpraktischen Ofenrohr ging es mit einem um 17cm gekürzten BOS Endtopf, an den Kragen, der seinen Rüssel seither freundlich in den Himmel streckt. Vorteil des neuen Endtopfes ist, dass sich damit der Hinterreifen ohne die Demontage des Auspuffs wechseln lässt. Somit stieg die Freude auf unseren gemeinsamen Ausfahrten mit der Individualisierung immer mehr an, denn ich wurde mit der Zeit und den gemeinsamen Kilometern immer vertrauter mit meiner Schnugge. Das Kernstück dabei bildete der Boxermotor mit seiner Performance, seine Kraftentfaltung aus den Kellerregionen, das sauber zu schaltende Getriebe und auch das einfach zu bedienende ESA Fahrwerk. So verbrachten wir gemeinsam Urlaube in Slowenien, dem Schwarzwald, Frankreich, Kroatien und natürlich auch auf ausgedehnten Touren in den heimischen Gefilden.

Die Individualisierung

Und doch störte mich in dieser Zeit noch immer ihr etwas trauriger Blick. Mit dem Einzug des Winters 2012 beseitigte ich dann dieses für mich letzte optische Übel, indem ich ihr eine Wunderlich Trophy Verkleidung verpasste. Die Hoffnung dadurch auch einen fahrtechnischen Vorteil zu bekommen (Stichwort Windschutz) begrub ich allerdings schon nach der ersten Tour. Wenig getestet und ausgereift hat dieses hübsche Bauteil zu 75% nur optische Aspekte. Wind- und geräuschstechnisch hat Wunderlich sie bis heute nicht in den Griff bekommen und hört hier leider auch nicht auf die Erfahrungswerte seiner Kunden. Hinzu kommt das man für das Geld ein Teil bekommt, welches leider nicht im Geringsten dem Gegenwert entspricht. Farblich weicht es erheblich vom Originallack ab und ist innen sogar gar nicht lackiert. Die Kanten sind weder verschliffen, noch entgratet und durch die falsch konstruierte Hinterlüftung macht auch der beste Helm in Sachen Lautstärke die Grätsche. Doch weil mir die Optik so gut gefällt blieb sie bis heute dran. Nicht dran blieben hingegen die zeitweise montierten Baer Speichenfelgen mit Schlauch. Die mussten nach einigen Erfahrungen auf den Touren gehen und den Platz für die schicken Sportfelgen der folgenden R12R Generation freigeben. Der Seitenschlag und vor allem auch die Gewichtsnachteile waren mir am Ende einfach zu groß.

Nach und nach wurde die R so meine R und die Kilometer verflogen. Die Kofferhalter wichen einem Topcasehalter von SW-Motech, die Komfortsitzbank noch einmal einer Kahedobank. Und dann war da ja noch die Sache mit der LED-Technik. Blinker und Rücklicht waren ja bereits getauscht und vorne? Parts Europe machte es möglich und zusammen mit JW-Speaker und Motodemic baute ich die erste R12R mit adaptivem Kurvenlicht und LED-Frontscheinwerfer. Den Feinschliff machten wir dann noch bei Rösner und Rose in Eppertshausen und sorgten dafür das sie heute das ist was sie ist. Ein zuverlässiges und großartiges Motorrad, auf das ich immer wieder gerne aufsteige, um damit die Welt zu erkunden.

Ausfälle und Reparaturen

 Ja auch so etwas gab es nach nunmehr 89000km auf der Uhr. Gefressen hat sie zwei Batterien, ein ABS Modul nach 50000km, einen Simmerring am Kardan nach 68000km und zwei Gummimanschetten Kardan vorne und hinten. Von der angeblichen Anfälligkeit der deutschen Produkte und den hohen Inspektionspreisen war bisher nichts zu spüren. Eher im Gegenteil je mehr ich dieses Konzept fahre desto besseren gefällt es mir. Denn neben der einfachen und vor allem zugänglichen Technik überzeugt der Komfort und die sauber arbeitende Federung in Verbindung mit dem Paralever und ESA-Fahrwerk. Der breite Lenker und der niedrige Schwerpunkt lassen sie selbst in engsten Kehren sauber ums Eck wieseln. Und wo andere Kollegen am Tourenabend müde ihr Bein übers Bike abschwingen, hat man noch immer das Lächeln des Tourtages im Gesicht. Sie ist und bleibt das für mich beste Tauschgeschäft meines Lebens und zudem eins der besten Bikes, die ich bisher hatte. Sicher nicht so edel und elegant wie eine Nine T oder eine Triumph Thruxton aber komfortabler und vor allem praktischer als die Beiden.

Fazit für mich

Tausche ich Lifestyle gegen Funktionalität? Sicherlich nicht, was dazu führt das ich die R noch lange behalten werde, wenn nichts wirklich Schlimmes dazwischenkommt. Somit freue ich mich auch auf die neue Saison 2020 und auf das was sie Schnugge und mir bringen wird.

 

English Version below

This private story begins in 2011, about 8 months after I had physically coped with the most serious accident of my two-wheel career so far. At this time the bones were moving properly again and also the brain was back in the motorcycle flow. The MZ1000SF, which had been built up laboriously in autumn and winter 2009 to 2010, was in nirvana, the dog that run before it was unfortunately dead and I had unfortunately made a bad mistake with the purchase of a Triumph Tiger 1050.

Again trouble with the warped brake discs on this crap bucket and now I have to put over 400 Euros on the table, NO I don’t feel like it, I told Carmen that evening after I came back from the workshop. Irritated and heated up by everything that went wrong with this bike, I decided to finally get rid of the triple. But wait, it flashed through my mind at that moment, what would I buy…?

Feet on the floor

It should be a tourer, especially one with the right ground contact for my not so long legs. As far as the price aspect was concerned, it was clear to me that it should be a 1:1 deal. So I got rid of the cat of prey and the other still unknown one into my garage at home. Under these conditions I looked for an adequate replacement in the colourful world of offer platforms and unexpectedly ended up with the BMW R1200R of the first series (the double cams were not yet available at that time). Hello thought, I am not even 50 and I like a BMW and then also a Boxer……that can be something wern! But after these self-doubts were gradually and quickly dispelled, it was clear that it will be, if the dealer would play along with my thoughts. So I compared the data of the two machines and wrote to the man from Syke near Bremen quite openly. The headline of the mail was TAUSCHE TIGER 1050 vs. BMW R1200R. Afterwards I went to Carmen on the sofa and told her about it. Her answer was not surprising, WHO THOUGHT YOU EXCHANGE A TRIUMPH AGAINST A BMW? It sounded logical at first and yet what happened half an hour later was the beginning of a still existing passion, because he said YES when you want to get it. A few days later I put the unloved Triumph on the trailer and brought the silver beauty home.

All that glitters is not silver

But unfortunately the first tours showed the weaknesses of the original BMW configuration. Handlebars and seat simply did not fit me and were replaced very quickly. I removed the huge grandpa chrome crash bars, as well as the yellow turn signals and the tail light, which gave way to chic LED variants. The thick, impractical stovepipe had a 17cm shortened BOS tailpipe, on its collar, which since then stretches its trunk friendly into the sky. The advantage of the new muffler is that the rear tire can be changed without dismantling the exhaust. Thus the joy on our common rides with the individualization increased more and more, because I became more and more familiar with my nose with the time and the common kilometers. The core of this was the boxer engine with its performance, its power delivery from the cellar regions, the cleanly shiftable transmission and also the easy-to-use ESA chassis. So we spent holidays together in Slovenia, the Black Forest, France, Croatia and of course on extended tours in the local areas.

The individualization

And yet I was still bothered by her somewhat sad look during this time. With the arrival of winter 2012, I eliminated this last optical evil for me by giving her a Wunderlich Trophy disguise. The hope to get a technical advantage (keyword windbreak) I buried after the first tour. Little tested and not fully developed this pretty component has 75% only optical aspects. Wunderlich has still not been able to get a grip on the wind and noise and unfortunately doesn’t listen to the experience of his customers. In addition to that you get a part for the money, which unfortunately does not correspond in the least to the equivalent value. In terms of colour it differs considerably from the original paint and is not even painted on the inside. The edges are neither sanded nor deburred and due to the wrongly constructed rear ventilation even the best helmet makes the straddle in terms of volume. But because I liked the look so much, it stayed on until today. But the temporarily mounted Baer spoke rims with tube did not stay on. After some experiences they had to go on the tours and leave the space for the chic sport rims of the following R12R generation. The sidewall runout and above all the weight disadvantages.

Little by little the R became so my R and the kilometres flew away. The suitcase holders gave way to a topcase holder from SW-Motech, the comfort seat once again to a Kahedobank. And then there was the thing with the LED technology. Turn signal and tail light were already exchanged and in front? Parts Europe made it possible and together with JW-Speaker and Motodemic I built the first R12R with adaptive cornering lights and LED front lights. The finishing touches were made at Rösner and Rose in Eppertshausen and made sure that it is what it is today. A reliable and great bike, which I love to get on again and again to explore the world.

Breakdowns and repairs

Yes, there was also something like that after 89000km on the clock. It ate two batteries, an ABS module after 50000km, a shaft seal on the cardan after 68000km and two rubber sleeves cardan front and rear. So far there was no sign of the alleged vulnerability of German products and the high inspection prices. On the contrary, the more I ride this concept the better I like it. Because apart from the simple and above all accessible technology, the comfort and the cleanly working suspension in connection with the Paralever and ESA chassis are convincing. The wide handlebars and the low centre of gravity allow you to turn corners even in the tightest of bends. And where other colleagues tiredly swing their leg over the bike on tour evening, you still have the smile of the tour day on your face. It is and remains the best swap deal of my life and also one of the best bikes I have ever had. Certainly not as noble and elegant as a Nine T or a Triumph Thruxton but more comfortable and above all more practical than both of them.

Conclusion for me

Do I exchange lifestyle for functionality? Certainly not, which means that I will keep the R for a long time if nothing really bad happens. So I am looking forward to the new season 2020 and what it will bring Schnugge and me.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

 

Lifeisaride ……… und schönen Gruß euer

Torsten

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