Vogesen ein Kurzurlaub! Straßen, Kurven und wilde Natur……

Der Westen bietet neben dem Abendrot eine Menge mehr, denn wenn man die natürliche Grenze zwischen Frankreich und Deutschland überschreitet ist man ruck zuck in einer ganz anderen Welt. Ja die Uhren im Elsass ticken gefühlt 30 Sekunden langsamer als auf unserer Rheinseite und wenn nicht gerade das Wochenende vor der Tür steht oder Ferien sind, dann lässt sich in den Vogesen ganz ausgezeichnet Motorrad fahren.

Start in die Tourtage

Unsere beiden Mopeds stehen an diesem Morgen bereit und warten darauf mit uns gemeinsam diese faszinierende Landschaft zu erleben. Von Cornimont aus fahren Carmen und ich an diesem Tag zuerst gen Süden und finden auf unserer Route nach Le Thilot neben der frischen Luft unterm Helm schon einmal genau die Ruhe, die wir erwartet hatten. Über kleine Straßen rollen wir vorbei am Chateau Lambert und über den ersten Col du Ballon, nämlich den Col du Ballon de Servance. Wir folgen dieser malerischen Landschaft weiter, ja verfallen ihr auf der D16 und landen so irgendwann Giromagny. Von dort aus steigt die Straße gefühlt wieder an, denn es geht zurück Richtung Norden und hinauf zum Großen Blechen, besser bekannt als der Grand Ballon de Alsace. Die Aussicht an diesem Tag ist überwältigend. In der Ferne kann man den Schwarzwald sehen und so lassen wir uns Zeit und genießen bei einem Kaffee und einem Stück hausgemachten Kuchen einfach einmal die schönen Dinge des Berges und vor allem erneut die Ruhe. Dem großen Berg folgt mit der D89 eine Verbindungsstraße, die uns über den Col de Bussang nach Fellering und Kruth führt und von da aus über Ventron zurück zur Unterkunft. Dort angekommen genießen wir die untergehende Sonne bei einem leckeren Roten und den unterwegs gefundenen Köstlichkeiten des Marktes.

Tag zwei der Tour

Neuer Tag und neues Glück, verspricht der folgende Morgen, denn die Sonne kommt gerade hinter dem Kirchturm hervor. Carmen und ich genießen den frischen französischen Kaffee und den Duft der warmen Croissants aus der Bäckertüte. Ein wenig Routenplanung fehlt uns an diesem Tag noch aber das bekommen wir schnell auf die Reihe, denn das Gebiet ist beinahe unerschöpflich. Über den kleinen aber überaus feinen Col du Barbant führt uns die erste Straße des Tages gen Norden an diesem Morgen. Aber nicht sehr lange denn schon einen Col weiter ändern wir die Richtung und folgen der D13 BIS wieder gen Süden vorbei am Wildensteiner See bis nach Willer-Thur Sur, Cernay und Uffholtz. Von dort ab sind wir auf dem eigentlichen Highlight des heutigen Tages angekommen, der berühmten Route de Cretes, die uns schnell in ihren Bann zieht. Eine Aussicht folgt der Nächsten so wie ein Col dem anderen folgt. Mehrfach stoppen wir, genießen und nehmen an Natur mit was wir können. Die gefüllten Satteltaschen tragen ihr Übriges dazu bei denn wo, wenn nicht hier lohnt es sich zu Picknicken. Erst in Munster ändert sich das ein wenig. Doch ein Stadtrundgang ist vollkommen unvermeidlich denn Munster bietet neben den Störchen eine Menge an Sehenswertem mehr. Und so vergeht die Zeit wie im Fluge, bevor wir wieder aus der Stadt herauskommen.

Geschichte und Orte

Wieder zurück auf dem groben Asphalt der Gegend erreichen wir kurz nach Munster einen eher traurigen Platz der deutsch-französischen Geschichte. Denn auf dem Lingekopf, auch Collet du Linge genannt wurde im ersten Weltkrieg erbittert gegeneinander gekämpft. Bei der Besichtigung der Wehranlagen und des Museums, wird einem bewusst welcher Wahnsinn die Menschen dieser Zeit getrieben haben muss. Um so emotionaler wird es als mich eine Französin im Museum auf Französisch anspricht, aber recht schnell auf Deutsch umschwenkt als ich ihr zu verstehen gebe, dass ich ihr Sprache leider nicht spreche. Dabei erklärt sie mir das es so etwas in Europa und gerade zwischen Franzosen und Deutschen nie wiedergeben dürfte. Solch ein Wahnsinn zwischen zwei Völkern, die sich doch so nahe stehen und so viel gemeinsam haben. Auch ich bin dieser Meinung und froh in einem freien, weltoffenen und vor allem grenzenlosen Europa heute leben zu dürfen. Mit diesen Gedanken verlassen Carmen und ich diesen zwar landschaftlich schönen, aber doch so grausamen Platz wieder und folgen der D430 zurück nach Hause. Der Grill ist an diesem Abend schnell angefeuert und kurze Zeit später können wir erneut die untergehende Sonne im Westen genießen.

Alle guten Dinge sind drei

Der letzte Tourtag unserer kleinen Vogesentour beginnt dann auch ein weiteres Mal mit Sonnenschein. Immer noch ein wenig geflasht von den Eindrücken des Vortages setzten wir noch einmal in Richtung Nordosten an. Gerardmer ist die erste Station des heutigen Morgens und eine schöne Ortschaft mit ihrem tollen See. Von dort aus folgen wir der Straße nach Fraize und durch die verwilderten Wälder zum Col du Bonhomme. An seiner Kreuzung halten wir uns links und kommen noch einmal auf die Route des Cretes bevor wir auf die D48 wechseln. Ammerschwihr, Labaroche und Orbey folgen und irgendwann landen Carmen und ich am Lac Blanc bevor wir zum Kaffee am Col de la Schlucht ankommen. Ein wenig Nebel ist dort noch aufgezogen, doch ist dies nicht verwunderlich, denn schon bei meiner ErstERfahrung war es nicht anders. Das Restaurant auf der Passhöhe hat geöffnet und die Uhrzeit passt für einen Cappuccino, ohh Entschuldigung Cafe Ole und vor allem auch für ein Stück wundervollen Heidelbeerkuchen. Von dort aus nehmen wir noch einmal die griffigen und ruhigen Kurven der Vogesen unter die Räder, bevor wir am nächsten Morgen wieder zurück auf die andere Rheinseite fahren.

Fazit der Vogesen….

Nimmt man den Pfälzer Wald noch mit dazu hat man locker ein Motorradgebiet für eine Woche und mehr zur Verfügung und erlebt eine Menge schöner Momente dort. Und in der Tat stimmt es, dass in Frankreich alles etwas gemütlicher abläuft. Eine Gemütlichkeit die vielen von uns verloren gegangen ist und die wir schnell wiederfinden sollten. Was neben den zumeist leeren Strecken und der grandiosen Naturlandschaft hinzukommt ist die Freundlichkeit der Menschen auf der anderen Rheinseite und der wirklich perfekte Grip auf den Straßen der Vogesen. Sehenswertes gibt es als Schmankerl natürlich noch obendrauf, denn sowohl die Orte als auch die vielen Gärten laden zum Verweilen ein. Für uns also auf jeden Fall zu 100% empfehlenswert und immer eine kurze Reise wert.

Tourtag 3 in den Vogesen

English Version below

Intro

The west offers a lot more than the sunset, because when you cross the natural border between France and Germany you are in a different world. Yes, the clocks in Alsace go 30 seconds slower than on our side of the River Rhine and if the weekend is not just around the corner or if it’s not a holidaytime, then the Vosges mountains are an excellent place to ride a motorcycle.

Start into the tour days

Our two mopeds are ready this morning and wait to experience this fascinating landscape together with us. From Cornimont, Carmen and I first drive south on this day and find on our route to Le Thilot beside the fresh air under the helmet already once exactly the rest which we had expected. Over small roads we roll past the Chateau Lambert and over the first Col du Ballon, namely the Col du Ballon de Servance. We continue to follow this picturesque landscape, even falling for it on the D16 and thus landing Giromagny at some point. From there, the road climbs up again, because we are heading back north and up to the Big Plateau, better known as the Grand Ballon de Alsace. The view on this day is overwhelming. In the distance one can see the Black Forest and so we take our time and enjoy with a coffee and a piece of homemade cake the beautiful things of the mountain and especially again the silence. The big mountain is followed by the D89, a connecting road that takes us over the Col de Bussang to Fellering and Kruth and from there via Ventron back to the accommodation. Once there we enjoy the setting sun with a delicious red wine and the delicacies of the market found along the way.

Day two of the tour

The following morning promises a new day and new happiness, because the sun is just coming out from behind the church tower. Carmen and I enjoy the fresh French coffee and the smell of the warm croissants from the baker’s bag. A little bit of route planning is still missing on this day, but we quickly get it right, as the area is almost inexhaustible. Over the small but very fine Col du Barbant the first road of the day leads us north this morning. But not long after that we change direction and follow the D13 BIS back south, passing the Wildensteiner See until Willer-Thur Sur, Cernay and Uffholtz. From there we arrive at the real highlight of the day, the famous Route de Cretes, which will soon captivate us. One view follows the next as one col follows the other. Several times we stop, enjoy and take in nature with us. The filled saddlebags contribute their share to the picnic, if not here it is worth it. Only in Munster does this change a little. But a city walk is absolutely inevitable because Munster offers a lot more worth seeing besides the storks. And so time flies before we get out of the city again.

History and places

Back again on the rough asphalt of the area we reach a rather sad place of the German-French history shortly after Munster. Because on the Lingekopf, also called Collet du Linge, fierce fights were fought against each other in the first world war. During the visit of the fortifications and the museum, one becomes aware of the madness that must have driven the people of that time. The more emotional it becomes when a French woman in the museum addresses me in French, but quickly switches to German when I tell her that I unfortunately do not speak her language. She explains to me that there should never be anything like this in Europe, especially between French and German. Such a madness between two nations, which are so close and have so much in common. I too am of this opinion and happy to be able to live in a free, cosmopolitan and above all borderless Europe today. With these thoughts Carmen and I leave this beautiful but cruel place and follow the D430 back home. The grill is quickly fired up that evening and a short time later we can enjoy the setting sun in the west again.

All good things are three

The last tour day of our small Vosges tour starts with sunshine once again. Still a little flashed from the impressions of the previous day we started again in northeast direction. Gerardmer is the first stop of this morning and a beautiful village with its great lake. From there we follow the road to Fraize and through the overgrown woods to the Col du Bonhomme. At its crossroads, we keep left and take the Route des Cretes once again before changing to the D48. Ammerschwihr, Labaroche and Orbey follow and at some point Carmen and I land at Lac Blanc before arriving at the Col de la Gorge for coffee. A little bit of fog is still there, but this is not surprising, because already at my first experience it was no different. The restaurant at the top of the pass is open and the time is perfect for a cappuccino, ohh sorry Cafe Ole and especially for a piece of wonderful blueberry cake. From there we take the smooth and quiet curves of the Vosges mountains under the wheels once more before we drive back to the other side of the Rhine the next morning.

Conclusion of the Vosges…

If you take the Palatinate Forest with you, you easily have a motorbike area for a week or more at your disposal and experience a lot of beautiful moments there. And indeed it is true that everything is a little bit more comfortable in France. A cosiness that many of us have lost and that we should find again quickly. What is added to the mostly empty tracks and the grandiose natural landscape is the friendliness of the people on the other side of the Rhine and the really perfect grip on the roads of the Vosges mountains. Of course, there are also some sights worth seeing as a delicacy on top of that, as both the villages and the many gardens invite us to stay. Thus, for us, it is 100% recommendable and always worth a short trip.

In diesem Sinne schönes 2020 und #LifeisaRide

Torsten Thimm

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