Kawasaki Ninja 1000SX ….Test 2020 Das Update Upgrade

Wenn ein japanischer Hersteller in den letzten Jahren durch innovative Bikes in den Vordergrund gerückt ist, dann ist das Kawasaki. Schaut man sich einmal die aktuelle Modellpalette an, stellt man fest das die fortschrittliche Kompressor Technik bei den neuen Modellen eine umfangreiche Rolle spielt. Ob Sporttourer, Naked Bike und natürlich allen voran auch das Superbikesegment, alle sind aufgeladen und mit ihrer markanten eckigen Optik bereit echte Freude am Fahren zu bereiten. Doch wäre man nicht Kawasaki, wenn man in manchen Bereichen eine solche Revolution nicht verfolgt und eher auf eine clevere Evolution setzt. Die Ninja 1000 SX ist eines der besten Beispiele dafür, denn die Erste ihrer Art gab es bereits 2010. Nach der jüngsten Namensänderung von Z1000SX in Ninja 1000 SX ist sie nun als Verkleidungsträgerin auch namentlich in ihrer Familie angekommen und rundum Up to Date.

Die Ninja 1000 SX

An das Vorgängermodell denke ich hier gerne zurück, denn sie war als Reisebegleiterin ein echtes Sahnestück, auch wenn ich hin und wieder im sechsten Gang fahrend noch einen weiteren Gang gesucht habe. Das Kawasaki dabei mit der Ninja nicht versucht den Sporttourer komplett neu zu erfinden ist da also mehr als logisch. Vielmehr nahm man sich der Kleinigkeiten, an die es zu optimieren galt. Potent wie eh und je schiebt der Reihenvierer ab jetzt Euro 5 genormt mit 1043ccm Hubraum und 142 PS bei 10000 Umdrehungen in jedem Drehzahlbereich kultiviert voran. Dabei drückt er bei 8000 Umdrehungen 111Nm auf den dicken 190er Hinterradreifen. Wer also Vierzylinder wirklich mag, sollte sich bereits hier schon mal eine Probefahrt beim Händler des Vertrauen buchen. All das hat man bei der neuen Generation nun außerdem mit dem passenden Elektronikpaket an Bord verbunden. Dazu gehören unter anderem ein Quickshifter, der sowohl beim hoch wie auch beim Runterschalten sauber seinen Dienst tut und eine komplette LED-Ausstattung in Sachen Beleuchtung. Weitere technische Austattungsmerkmale, die dank der Ride-by-Wire Technologie nun serienmäßig mit an Bord sind, umfassen neben den vier verschiedene Fahrmodi (Rain, Road, Sport und Rider) auch einen Tempomaten. Die vier Ridingmodes verschärfen das Ansprechverhalten des Motors in der genannten Reihenfolge spürbar und öffnen dabei gleichzeitig das Ansprechverhalten des Kurven-ABS und der Traktionskontrolle. Dabei ist lediglich im letztgenannten Rider-Mode individuelles Hand anlegen des Fahrers möglich. Bedeutet er kann z.b. die Ansprecheingenschaften des Motors im Road-Modus mit weniger Traktionskontrolle und ganz stark eingreifendem ABS einstellen.

KIBS, KTRC, KQS

Vollständigkeitshalber und weil Kawasaki sich so viel Mühe bei ihren Kürzeln macht sei hier auch gleich noch erklärt um was es sich dabei genau handelt.

KTRC nennt sich die Kawasaki TRaction Control – Traktionskontrolle

KIBS das Kawasaki Intelligent Antilock Brake System, im Volksmund auch Kurven ABS genannt.

KQS der Kawasaki Quick Shifter zum Rauf- und Runterschalten

Das Fahrwerk der Kawasaki Ninja 1000SX

235 Kilo fahrfertig sind für einen ausgewachsenen Sporttourer wirklich nicht zu viel Gewicht. Zudem beträgt der Radstand der kompakt bauenden 1000SX gerade einmal 1440 Millimetern. Damit liegt auch im wahrsten Sinne des Wortes in der Kürze die Würze, ohne dass die Kawasaki dabei in irgendeiner Form nervös oder gar instabil zu werden scheint. Stattdessen lässt sie sich absolut handlich bewegen und bleibt stabil auf der gewählten Kurvenlinie komme was da wolle. Ihr Fahrwerk ist manuell von Hand in Federvorspannung, Zug- und Druckstufe an der Gabel sowie per Handrad in Federvorspannung und Zugstufe am hinteren Federbein einstellbar. Damit lassen sich viele Kompromisse und passende Setups für ein breites Band an Fahrern und Bedingungen finden. Mir persönlich passte die Maschine im Solobetrieb in der Werkseinstellung auf den Straßen des Odenwaldes sehr gut.

Aber natürlich gehört zu einem guten Handling auch immer eine anständige Sitzposition. Eins vorneweg man sitzt definitiv sportlicher als auf einem Reisetourer, aber auch immer noch erheblich bequemer als auf einem Sportler. Die variablen Sitzbankhöhen eröffnen zudem vielen Fahrergrößen den Einstieg in die SX-Welt. 835 Millimeter hören sich viel an, passten mir aber mit 172cm Höhe echt gut. Wer kürzer ist für den hat man zudem noch niedrigere Sitzbänke mit 820 und 812 Millimeter Höhe parat.

Wer Gas gibt muss auch Bremsen

Und über die Bremsanlage gibt es glücklicherweise sehr viel Gutes zu berichten. Eins vorab, trotz ihrer eher sportlichen Auslegung passt sie sehr gut in das Gesamtkonzept Ninja 1000 SX, ohne dabei den Fahrer zu überfordern. Die Doppelscheiben vorne werden gut dosierbar von den radial verschraubten Monobloc-Zangen in die Zange genommen. Notfalls wie oben schon beschrieben sogar mit Kurven-ABS. Unterstützend greift, die etwas weniger sportlich arbeitende hintere Bremssscheibe beim Betätigen des Fußpedals in das Bremsgeschehen mit ein. Einzig die werksseitig gewählten Bridgestone S22 Reifen waren nicht mein persönlicher Favorit, da ich mir in manchen Situationen wie auf rohen Eiern vorkam. Ein Metzler Roadtec 01 oder Michelin Road 5 könnte hier die Performance auf jeden Fall noch positiv beeinflussen. Aber jeder hat sowieso ein anders Gusto.

Bedienung bitte

Die ist denkbar einfach und trotz der Technik an Bord immer noch überschaubar. Die Lenkerenden haben rechts lediglich den Starterschalter der auch gleichzeitig als Kill-Schalter fungiert. Links ist es etwas mehr, denn neben der Schaltwippe für die Cockpitbedienung und die Bedienung der Fahrmodis kommt hier der Tempomat, Blinker und Hupenschalter, der Warnblinkschalter, der Resetknopf fürs Cockpit und der Aufblendlichtschalter mit dazu. Und apropos Cockpit! Analog war nun endgültig gestern, heute übernimmt dies alles ein TFT-Farbdisplay. Mit 4,3 Zoll in der Diagonalen ist es zwar nicht allzu groß dimensioniert, dafür sind die wichtigsten Anzeigen aber groß genug dargestellt und in zwei Darstellungsvarianten wählbar. Schwarz mit weißen Ziffern oder halt eben umgekehrt. Das Cockpit kann man zudem mit der Rideology APP von Kawasaki verbinden und so auf dem Handy allerlei Fahrzeugdaten abfragen, Touren tracken und sogar Einstellungen am Bike vornehmen (Thema Rider Mode).

Trutorial App

Kritikpunkte gibt es für mich merklich Wenige

Ich frage mich nur, warum man bei einem Sporttourer unbedingt einen 190er Hinterradreifen braucht. Aber das habe ich mich schon beim Vorgängermodell gefragt. Des Weiteren finde ich es schade, dass man trotz der umfassenden Überarbeitung keine bessere Lösung für das Verstellen des im Stand stufenlos einstellbaren Windschildes gefunden hat. Ggf. war die Zweihandbedienung des insgesamt vierfach einstellbaren Windschildes ja der Grund für den Tempomat. Und zu guter letzt in diesem Zusammenhang gibt es einfach schönere Handbremspumpen ohne Pipitöpfchen, das irgendwie aussieht als würde es dort nicht hingehören.

Alle guten Dinge sind drei

So dachte man es sich dann wohl bei Kawasaki und bietet die Ninja 1000 SX in drei Ausstattungsvarianten an. Das Performance-Paket, das Tourer-Paket und das Performance-Tourer-Paket. Den größten Brocken der Kosten übernimmt beim Performance-Paket der Akrapovic-Slip-on-Auspuff. Das getönte Windschild in Originalgröße, das Tankpad, die Rahmenschützer und die Beifahrer-Sitzbankabdeckung sind da nur Beiwerk. Das Tourer-Paket bietet dagegen genau das was ein Sporttourer haben sollte und praktische Vorteile! Denn neben Dingen wie Tankpad, Navi-Halterung und Schutzfolie für das Farb-TFT-Display ist hier auch noch eine größere Tourenscheibe sowie das in Motorradfarbe lackierte Kofferset mit je 28 Liter Volumen samt Innentaschen und die Heizgriffe enthalten. Die Preise beginnen bei der Ninja 1000SX Performance mit 14095 Euro inklusive Überführung, gehen über den Ninja 1000SX Tourer für 15645 Euro inklusive Überführung und enden in der Spitze bei 16895 Euro inklusive Überführungskosten beim Ninja 1000SX Performance Tourer.

Fazit

Kawasaki biete mit der Ninja 1000SX in allen drei Varianten ein evolutionierten Sporttourer an, bei dem es an nichts fehlt. Ganz im Gegenteil das Gesamtkonzept ist größtenteils gut durchdacht, die Ausstattung passt und auch der Preis ist für das dargebotenen fair kalkuliert worden. Mein Tipp, wer schon immer mal Tourensportlich Reisen wollte hat mit der Kawa eine perfekte Begleitung egal ob allein oder mit Sozia. Daher ist hier mein Ratschlag auf jeden Fall mal Probe fahren und sich seine eigene Meinung bilden, am besten noch vor der nächsten anstehenden Sporttour.

English below

Kawasaki Ninja 1000 SX 2020 test the update upgrade.


If a Japanese manufacturer has come to the fore in recent years with innovative bikes, it’s Kawasaki. If you take a look at the current model range, you will see that the advanced compressor technology plays an important role in the new models. Whether sport touring, naked bikes and of course the superbike segment in particular, they are all supercharged and ready to provide real riding pleasure with their distinctive angular appearance. But you wouldn’t be Kawasaki if you weren’t pursuing such a revolution in some areas and were more interested in clever evolution. The Ninja 1000 SX is one of the best examples of this, as the first of its kind was launched in 2010, and following the recent change of name from Z1000SX to Ninja 1000 SX, it has now arrived in the family by name and is completely up to date.

The Ninja 1000 SX
I like to think back to the previous model here, because she was a real gem as a travel companion, even if I was looking for another gear every now and then while driving in sixth gear. The fact that Kawasaki doesn’t try to completely reinvent the sports tourer with the Ninja is more than logical. Rather one took the small things to optimize. As potent as ever, the in-line four-door car now pushes Euro 5 standardized with 1043ccm displacement and 142 hp at 10000 rpm in every speed range in a cultivated way. It presses 111Nm on the thick 190 rear tire at 8000 rpm. So if you really like four-cylinder engines, you should book a test drive with the dealer of confidence. All this is now also combined with the appropriate electronics package on board the new generation. These include a quickshifter, which does its job cleanly when shifting up and down, and a complete set of LEDs for lighting. Further technical features, which are now standard on board thanks to the Ride-by-Wire technology, include a cruise control system in addition to the four different driving modes (Rain, Road, Sport and Rider). The four riding modes noticeably intensify the engine’s response in the order mentioned, while at the same time opening up the response of cornering ABS and traction control. Only in the latter rider mode is it possible for the rider to put his or her hand on the engine individually. This means, for example, that he can adjust the engine’s response characteristics in road mode with less traction control and very strongly intervening ABS.

KIBS, KTRC, KQS
For the sake of completeness and because Kawasaki takes so much trouble with their abbreviations here is an explanation of what they are exactly.

KTRC is the Name of the Kawasaki Traction Control

KIBS the Kawasaki Intelligent Antilock Brake System, popularly known as Curves ABS.

KQS the Kawasaki Quick Shifter for shifting up and down

The chassis of the Kawasaki Ninja 1000SX

235 kilos ready to ride are really not too much weight for a full-grown sports tourer. In addition, the wheelbase of the compact 1000SX is just 1440 millimetres. This means that the Kawasaki is literally short, without seeming to get nervous or even unstable in any way. Instead, it can be moved with absolute ease and remains stable on the chosen curve line, come what may. Its suspension is manually adjustable in spring preload, compression and rebound at the fork, and by handwheel in spring preload and compression at the rear shock. This allows you to find many compromises and suitable setups for a wide range of riders and conditions. Personally, I found the bike very suitable for solo riding in the factory settings on the roads of the Odenwald.
But of course good handling always includes a decent riding position. First of all, you definitely sit more sporty than on a touring bike, but also still much more comfortable than on a sports bike. The variable seat heights also allow many rider sizes to enter the SX world. 835 millimetres sounds a lot, but with a height of 172 cm it fitted me really well. If you’re shorter, you’ll have even lower benches with a height of 820 and 812 millimetres at your disposal.


Who accelerates must also brake
And fortunately there is a lot of good news to report about the brake system. First of all, despite its rather sporty design, it fits very well into the overall concept of the Ninja 1000 SX, without overtaxing the rider. The double discs in the front are taken into the caliper by the radially bolted monobloc calipers in a well controlled manner. If necessary, as described above, even with cam ABS. The slightly less sporty rear brake disc provides support when the foot pedal is pressed. Only the factory selected Bridgestone S22 tyres were not my personal favourite, as I felt like on raw eggs in some situations. A Metzler Roadtec 01 or Michelin Road 5 could definitely have a positive influence on the performance here. But everyone has a different taste anyway.


Operation please
It is very simple and despite the technology on board still manageable. The handlebar ends have only the starter switch on the right side which also functions as a kill switch. On the left it’s a little more, because besides the rocker switch for the cockpit controls and the operation of the driving modes, the cruise control, turn indicators and horn switch, the hazard flasher switch, the reset button for the cockpit and the fade-in/out switch are also included. And apropos cockpit! Analogue was finally yesterday, today all this is done by a TFT colour display. With a diagonal size of 4.3 inches, it is not too large, but the most important displays are shown large enough and can be selected in two display variants. Black with white numbers or just the other way round. The cockpit can also be connected to Kawasaki’s Rideology APP, allowing you to call up all kinds of vehicle data, track tours and even make adjustments to your bike on your mobile phone (Rider Mode).

There are noticeably few points of criticism for me
I just wonder why a 190 rear tyre is absolutely necessary for a sports tourer. But I already asked myself that with the previous model. Furthermore, I think it’s a pity that, despite the extensive reworking, no better solution was found for adjusting the windscreen, which is infinitely variable when stationary. Maybe the two-handed operation of the windshield, which is adjustable four times in total, was the reason for the cruise control. And last but not least in this context, there are simply nicer handbrake pumps without a piping system that somehow looks like it doesn’t belong there.

All good things come in threes
That’s what Kawasaki thought and offers the Ninja 1000 SX in three equipment versions. The Performance Package, the Tourer Package and the Performance Tourer Package. The largest chunk of the costs is covered by the Akrapovic slip-on exhaust. The full-size tinted windscreen, fuel pad, frame protectors and passenger seat cover are only accessories. The Tourer package, on the other hand, offers exactly what a sports tourer should have and practical advantages! Because in addition to things like the fuel pad, navigation system mount and protective film for the colour TFT display, it also includes a larger touring screen and the set of cases painted in motorcycle colour, each with a volume of 28 litres including inner pockets and heated handles. The prices start with the Ninja 1000SX Performance at 14095 Euro including transfer, go over the Ninja 1000SX Tourer for 15645 Euro including transfer and end in the peak at 16895 Euro including transfer costs for the Ninja 1000SX Performance Tourer.

Conclusion
With the Ninja 1000SX in all three versions, Kawasaki offers an evolutionary sports tour that lacks nothing. On the contrary, the overall concept is mostly well thought out, the equipment fits and also the price has been fairly calculated for what is offered. My tip for those who have always wanted to go on a sporty tour: the Kawa is the perfect companion, whether alone or with a partner. Therefore, my advice is to test drive the Kawa and form your own opinion, preferably before the next upcoming sports tour.

Beste Grüße euer

Torsten Thimm

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