HJC V90 der Retro Klapper (English below)

Intro

Wenn es um den richtigen Motorradhelm geht ist guter Rat oft teuer. Denn sowohl die Kopfform eines Jeden wie auch das Empfinden am und rundum den Kopf spielen eine gewaltige Rolle bei der richtigen Auswahl. Der Name des Herstellers ist daher oftmals zu Beginn der Suche noch recht uninteressant. Um also den richtigen Kopfschutz zu finden hilft nur Ratschläge von Bekannten annehmen, Tests lesen, oder am besten selbst testen, testen und noch mal testen. Daher ist der nun folgende Text und Test des neuen HJC V90 Retroklapphelms nur eine Momentaufnahme dessen, was ich in diesem Fall mit ihm erlebt habe und nicht das, was ihr unter Umständen bei einem Test ER-fahrt oder erlebt.

HJC V90

Schon als ich die ersten Bilder dieses Helmes im Internet gesehen habe war klar den möchte ich gerne einmal testen bzw. am besten gleich behalten. Warum, nun ganz einfach mir gefiel seine graue Lackierung auf Anhieb, das große Visier mit dem Bubble und das dadurch theoretisch weite Sichtfeld. Weiters hat er eine in diesem Segment nicht übliche integrierte Sonnenblende, sein Gewicht liegt bei 1560 Gramm und man kann für die ganz modernen Biker unter uns ein Kommunikationssystem integrieren. Zum Fahrtest bestellte ich also schon mal gleich alles inklusive der HJC Variante des SENA S20B Systems. Dieses war nach der ersten Begutachtung des Neuen auch recht schnell an den vorgesehenen Punkten im Helm montiert und einsatzbereit. Die Materialanmutung und Verarbeitung des V90 entspricht dabei genau dem, was ich bereits von anderen HJC Helmen gewohnt bin. Die Außenschale besteht aus einem leichten Fiberglas-Composite Gewebe, dass über eine sehr gute Passform und hohen Komfort verfügt. Die Größen von 53-63 werden mit zwei Schalengrößen vom Hersteller realisiert. Das Silvercool™ benannte Innenfutter ist feuchtigkeitsableitend und aus einem hochwertigen antibakteriell Material. Die Überkopf- und Wangenpolster sind zudem vollständig herausnehmbar und somit jederzeit waschbar.

Unterwegs

Doch was nützt mir der bequemste und tollste Helm, wenn er nachher auf dem Motorrad versagt? Nun natürlich nichts und da er so klassisch aussieht habe ich ihn auch zuerst auf meiner Kawasaki W650 Probe gefahren. Die richtige Entscheidung, denn durch die nicht vorhandene Verkleidung sitz man erstens mitten im Fahrtwind und zweiten gibt es keine durch die Verkleidung erzeugten Verwirbelungen. Ein ehrlicher Test also. Was mir dabei positiv auffiel war der gesamte Geräuschpegel im Helm, denn trotz der sehr offenen Bauweise am klappbaren Kinnteil hielten sich die Nebengeräusche im Rahmen. Die Visiermechanik funktionierte einwandfrei, auch wenn ich wie bei anderen Herstellern auch eine wirkliche Lüfterstellung des Visieres von 2-5 Millimetern vermisse. Hier muss die kleine vergitterte Öffnung am Kinnteil sowie eine ebenfalls recht klein geratene und über einen Metallschieber zu betätigende Öffnung im Stirnbereich reichen. Das Sonnenvisier, das zusätzlich eine Antibeschlagbeschichtung besitzt funktioniert über den seitlichen Schieber selbst mit dickeren Handschuhen sehr gut, wobei ich es nicht ganz nach unten fahren kann. In der untersten Stellung liegt es nämlich auf meiner Nase auf, was auf Dauer nicht ganz so schön ist. Schön hingegen ist allerdings wirklich das große Sichtfeld und der Rundumblick, was der Visiergröße geschuldet ist, so wie auch der Platz um die Ohren herum um dort als Brillenträger seine Brille gescheit zu platzieren. Hier drückt auch auf längeren Etappen nichts.

Zusatzausstattung Kommunikation

In diesem Bereich arbeitet HJC mit Sena zusammen, allerdings nur mit den für HJC produzierten S10B und S20B Geräten. Sie wirken fast schon ein wenig zu modern designed für den Helm, können aber einfach Plug and Play montiert werden. Eine moderne Meshtechnologie ist dadurch leider nicht verfügbar. Weiters ist die Klangqualität der Lautsprecher weder beim Musik hören noch beim Telefonieren so wirklich das Gelbe vom Ei. Und was uns unterwegs auffiel ist ein weiterer großer Nachteil des Systems. Durch die fehlende Rauschunterdrückung kommt es des Öfteren vor, dass es z.B. Unterbrechungen im Musikplayer gibt oder wie gar in unserem Fall, dass ich die Anfahr- und Motorengeräusche des Motorrades meiner Partnerin über die Lautsprecher mitbekomme. Hier sollte auf jeden Fall nachgebessert werden, da man außerdem für den Preis des S20 durchaus bessere Geräte aus dem Regal der Konkurrenz bekommt.  

Mein Fazit

Der HJC V90 überzeugt qualitativ mit seiner Verarbeitung und den ausgewählten Materialien, ebenso wie mit seiner ausgezeichneten Passform. In Sachen Lautstärke/Windgeräusche kann er ebenfalls punkten, wobei er natürlich nicht ganz das Niveau eines RPHA 90 oder 90S erreicht, denn dafür ist er einfach zu offen gebaut. Das, aber wiederrum passt sehr gut zum Genere der Motorräder für den dieser Helm gemacht wurde. Retro und Heritage ist in und hier ist man zumeist auch nicht so schnell unterwegs. Wünschenswert wäre in meinen Augen eine verbesserte Kommunikation, denn man sie haben möchte, sowie ein Kinnpolster welches ungebetene gelbschwarze Gäste aus dem Helm fernhält. Das Preisleistungsverhältnis jedenfalls stimmt im Vergleich zum Rest des Marktes, denn für 319,90 Euro bekommt man einen sehr guten und sicheren Retro Helm. Wer nun Lust bekommen hat sollte seinen Helmdealer aufsuchen und selbst einmal Probe fahren, um sich seine eigene Meinung zu bilden.

In diesem Sinne #lifeisaride

Euer Torsten Thimm

HJC V90 the Retro Helmet

Intro

When it comes to the right motorbike helmet, good advice is often expensive. The shape of the head as well as the sensation on and around the head play an important role in making the right choice. The name of the manufacturer is therefore often quite uninteresting at the beginning of the search. So, to find the right head protection, the only thing that helps is to take advice from acquaintances, read tests, or, best of all, test yourself, test and test again. Therefore, the following text and test of the new HJC V90 retro-folding helmet is only a snapshot of what I experienced with it in this case and not what you may experience during a test ER ride or experience.

HJC V90

As soon as I saw the first pictures of this helmet on the internet it was clear that I would like to test it or at best keep it. Why, now quite simply I liked his grey lacquer finish at first sight, the big visor with the bubble and the theoretically wide field of vision. Furthermore, it has an integrated sun visor, which is not usual in this segment, it’s weight is about 1560g and for the very modern bikers among us, a communication system can be integrated. So, for the test ride I ordered everything including the HJC version of the SENA S20B system. After the first inspection of the new system, it was quickly mounted at the designated points in the helmet and ready for use. The material impression and processing of the V90 corresponds exactly to what I am already used to from other HJC helmets. The outer shell is made of a light fibreglass composite fabric, which offers an exceptionally good fit and high comfort. The sizes 53-63 are realized with two shell sizes from the manufacturer. The Silvercool™ named inner lining is moisture wicking and made of a high-quality antibacterial material. The overhead and cheek pads are also completely removable and therefore washable at any time.

On the road

But what good is the most comfortable and great helmet if it fails on the bike afterwards? Nothing, of course, and since it looks so classic, I tried it on my Kawasaki W650 first. It was the right decision, because due to the missing fairing you sit in the middle of the wind and there are no turbulences caused by the fairing. An honest test. What I noticed positively was the overall noise level in the helmet, because despite the incredibly open design of the foldable chin section, the background noise was kept within limits. The visor mechanism worked perfectly, even though, as with other manufacturers, I missed a real ventilation position of the visor of 2-5 millimetres. Here the small grated opening at the chin section as well as an opening in the forehead area, which is also quite small and can be operated by a metal slider, must be sufficient. The sun visor, which has an additional anti-fog coating, works very well via the lateral slider, even with thicker gloves, although I cannot move it all the way down. In the lowest position it rests on my nose, which is not so nice in the long run. What is really nice, however, is the large field of vision and the all-round view, which is due to the size of the visor, as well as the space around the ears where people wearing glasses can cleverly place their glasses. There is no pressure even on longer stages.

Additional equipment communication

In this area HJC works together with Sena, but only with the S10B and S20B units produced for HJC. They look almost a bit too modern designed for the helmet but can be easily mounted plug and play. Modern mesh technology is therefore unfortunately not available. Furthermore, the sound quality of the speakers is not as good as it should be when listening to music or making a phone call. And what we noticed on the way is another big disadvantage of the system. Due to the lack of noise suppression, it often happens that there are interruptions in the music player or, as in our case, that I hear the starting and engine noises of my partner’s motorbike through the speakers. In any case, there should be some improvements here, because for the price of the S20, you can get better devices from the competition’s shelves.

My conclusion

The HJC V90 convinces qualitatively with its workmanship and the selected materials, as well as with its excellent fit. In terms of loudness/wind noise it also scores points, although it does not quite reach the level of an RPHA 90 or 90S, of course, because it is simply too open for that. That, but in turn, fits in very well with the genre of motorbikes for which this helmet was made. Retro and Heritage is in and here you are usually not so fast on the road.  In my opinion an improved communication would be desirable, because you want to have it, as well as a chin pad which keeps uninvited yellow-black guests out of the helmet. The price-performance ratio is good compared to the rest of the market, because for 319,90 Euro you get a particularly good and safe retro helmet. If you feel like it, you should visit your helmet dealer and test drive it yourself to form your own opinion. 

In this sense #lifeisaride

Yours Torsten Thimm

1 Kommentar

  1. Ich fahre die letzten knapp 20 Jahre Jethelme von Nolan. Ich habe mir die Tage nun zum ersten mal einen Klapphelm der Marke Shark gekauft. Das Model EVO-ONE 2. Ich habe ihn bisher nur 1x fahren können weil das Wetter nix für mich Cruiser Fahrer ist. Ich bin gespannt 🙂

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