Motorrad fahren und reisen 2020

Es ist in der Tat ein ungewöhnliches Jahr in dem wir uns gerade noch befinden. Die Begriffe Pandemie und Lockdown wurden auf erschreckende Art und Weise neu definiert und auch wir Motorradfahrer kamen um Einschränkungen nicht herum. Dabei hatte Deutschland zum Glück nur gemäßigte Einschnitte, im Gegensatz zu unseren Nachbarländern wo zum Teil über Wochen nichts mehr ging. Glück für uns, denn so konnte man hier auch in der bis dato schlimmsten Zeit von Corona, immer mal eine Runde Motorrad fahren um nicht ganz dem Stumpfsinn zu verfallen. Interessanterweise kostete mich das in der sozial medialen Welt die eine oder andere Bekanntschaft, gerade bei Menschen bei denen ich dachte das sie es verstehen. Schade drum aber daran sieht man auch wie wenig diese Welt tatsächlich wert ist und das man sich besser auf reale Freunde verlassen sollte. Was ich damit sagen möchte dürfte klar sein, denn für mich wie sicherlich für den Einen oder Anderen von euch auch ist Motorrad fahren eben nicht nur einfach ein Hobby. Es ist eine Dosis Leidenschaft und Lebenselixier, oder aber auch hin und wieder ein Ventil welches uns davor bewahrt völlig neben sich zu stehen. In meinem Fall möchte ich fast sagen das es mich auf eine gewisse Art und Weise vervollständigt.

Auf diese Art und Weise und mit einigem politischen Rumgeeiere sind wir so nun im Corona-Winter 2020 angekommen und der zweite Lockdown hat uns erneut im Griff. Ja genau der Lockdown, den mir widerrum einige mediale Bekannte als vollkommen unmöglich verkaufen wollten und der meiner Meinung nach, weil wir eben Menschen und dadurch gesellige Wesen sind, von Anfang an unvermeidlich war. Doch auch das werden wir überstehen und daher nun genug davon!

Einschränkungen hin Urlaub her, die geplanten Reisen nach Frankreich und Madeira waren spätesten Anfang Juni Geschichte und Alternativen standen mittlerweile hoch im Kurs. Womit wir beim eigentlichen Thema angekommen sind, dem REISEN IM JAHR 2020.

Ade Frankreich…. hallo Heimat

Es ist Ende April und noch immer sind Carmen und ich hin und hergerissen, sollten wir es wagen in den Süden Frankreichs aufzubrechen und zusammen mit Jochen die Rundreise um die Lozere fahren, oder machen wir doch einfach Urlaub auf Balkonien? Die Entscheidung fällt an einem lauen Frühlings Abend im Garten zwischen dem zweiten und dritten Aperol Spritz würde ich meinen und geht dieses Mal aufgrund der unsicheren Gegebenheiten gegen Frankreich aus. Und auch Madeira, unsere wohl teuerste Reise seit 2004 stampfen wir in diesem Moment ein und entscheiden uns wie viele Mitbürger für Urlaub in Deutschland. Doch was machen und wohin?

Motorbike Riding and Travelling 2020

It is indeed an unusual year we are in right now. The terms pandemic and lockdown have been redefined in a frightening way and even we motorcyclists could not avoid one or the other restriction. Fortunately, Germany didn’t have such harsh restrictions as some of our neighbouring countries did, and so it was possible to ride a motorbike or two even during Corona’s worst period to date. That I did so cost me one or two casual acquaintances in the social media world. It’s a shame, but it also shows you how little the people you have to do with there actually know about you. What I want to say should be clear, because for me, as I’m sure for some of you, riding a motorbike is not just a hobby. It is a dose of passion and an elixir of life, or every now and then an outlet that keeps us from being completely beside ourselves. For me, I would almost say that it completes me in a certain way.

With some more political bickering, we have now arrived in the winter of 2020 and the second lockdown has unfortunately taken hold of us once again. Yes, exactly the lockdown that some media acquaintances tried to sell me as completely impossible and which, in my opinion, was inevitable from the beginning because we are human beings and therefore sociable creatures. But enough of that now!

Restrictions and holidays aside, the planned trips to France and Madeira were history by the beginning of June at the latest and alternatives were now very popular. Which brings us to the actual topic, TRAVELLING IN 2020.

Goodbye France…. hello home
It’s the end of April and Carmen and I are still torn about whether we should dare to set off for the south of France and travel around the Lozere together with Jochen, or simply take a holiday on our balcony. The decision is made on a warm spring evening in the garden between the second and third Aperol Spritz, I think, and this time it goes against France due to the circumstances. And also Madeira, probably the most expensive all-inclusive trip for us since 2004, is cancelled at this moment and we decide, like many of our fellow citizens, for a holiday in Germany. But what to do and where to go?

Der erste Trip, zurück im Saarland

Bereits 2018 waren wir schon einmal hier und wie damals sollte die Reise auch dieses Mal zum Wheels and Stones Festival nach St. Wendel gehen. Doch wie Vieles fiel auch dieses Event dem kleinen Virus zum Opfer, sodass wir aus zeitlichen Gründen eine Woche nach dem eigentlichen Termin mit Carin und Uwe gen Weste aufbrachen. Um sich ein wenig aneinander zu gewöhnen, denn bisher waren wir in dieser Konstellation noch nie miteinander gefahren, plante ich die Anfahrt dorthin höchst gemütlich und glücklicherweise rundete das schöne Wetter an diesem Tourentag all das ab. Tatsächlich konnten wir vier dieses Gefühl von Urlaub recht schnell in uns aufsaugen und nahmen die wundervolle heimische Natur und die kleinen Straßen auf denen wir uns fortbewegten, wie einen Atemzug voller Sonnenstrahlen mit. Über die Fähre in Gernsheim kam wir auf die andere Seite des Rheins und folgten den Kurven weiter Richtung Dannenfels. Leider war dort oben auf dem Berg alles geschlossen, sodass wir für das passende Mittagessen bis zur Bergstubb nach Falkenstein noch ein wenig fahren mussten. Ruhe und ein gutes Essen erwartete uns dort, bevor wir vorbei an der alten Burgruine weiter in Richtung Reichsthal und über Wolfenstein nach St. Wendel fuhren. Im Hotel Le Journal erwartete man uns bereits und nach einer Dusche und ein wenig Entspannung, es gab ein Hefeweizen im Garten, machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden und ein Abendessen zu finden. Für diesen Moment war das Virus aus unseren Köpfen verschwunden und gefühlt lebte die Stadt wie eh und je bei den vorherigen Besuchen. Doch spätestens vorm Restaurant holte uns die Realität wieder ein und man sah es deutlich an den Masken der Bedienungen, dass dieses Mal eben nicht alles im Lot war. Und doch war es ein sehr schöner Abend mit guten Gesprächen, einem vorzüglichen Essen und dem Blick nach vorne auf den morgigen Tag und auf die kommende Tour.

Die startete zeitig denn 300km standen auf dem Plan und glücklicherweise spielte das Wetter erneut mit. Ja wir hätten das Saarland erkunden können, die Saarschleife und vieles mehr dahinter, aber wir hatte an diesem Tag einfach etwas anderes im Sinn und so fuhren wir zuerst einmal Richtung Johanniskreuz, mitten hinein in den Pfälzer Wald. Die Kurven dorthin nahmen wir im sanften Flow und mehr als einmal kam es mir vor, als sei ich gar nicht in Deutschland unterwegs, sondern irgendwo viel weiter südlich. Dieser Vormittag im Juli verging so schnell und nach dem Elmsteiner Tal und der Totenkopfstraße landeten in der Pfälzer Weinregion bei Maikammer. Dort wurden wir mit weiten Blicken belohnt und noch waren die Reben ebenso leer wie die Straßen, die wir bis dahin befahren hatten. Ab hier änderten wir nun unsere Richtung und wanden uns dem Süden zu. Über Ahrweiler am Trifels, fuhren wir tiefer beinahe bis zur französischen Grenze, bevor wir uns wieder Richtung Westen orientierten. Viele schöne kleine Ortschaften zogen hier auf der südlichen Weinstraße an uns vorbei und ein ums andere Mal dachte ich so bei mir, ‚Wie schön ist doch unser Land‘, wenn man nur ein Auge dafür hat. Dahn, Fischbach und Kleinsteinhausen folgten, so wie wir der L467 gen Norden und zurück nach St. Wendel. Mit der Ankunft beim Hotel nach über 300km endete dieser Motorradtag dann auch. Viele Besichtigungen hatten wir Corona bedingt an diesem Tag nicht erlebt, zumal das Fahren eindeutig im Vordergrund stand. Daher fielen wir auch nach dem Abendessen zügig in unsere Betten, bevor es Tags drauf wieder nach Hause ging.

Zurück nach Hause

Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Verladen unseres Gepäcks waren wir am Morgen startklar. Uwe hatte mit dem großen LT Reisedampfer von BMW in Sachen Gepäck ganz klar die Nase vorne und auch Carins Gepäck verstaut, während Carmen und ich auf althergebrachte Topcase und Satteltaschenlösungen bauten. Fertig beladen traten wir damit den Rückweg an, der indes etwas weiter nördlich von mir geplant war als die Anfahrtsroute zwei Tage zuvor. Daher fuhren wir an diesem Morgen auch a Plateau mit den Steinskulpturen vorbei, bei denen wir unter normalen Umständen eine Woche zuvor Wheels and Stones gefeiert hätten. Ein wenig trostlos sah es in diesem Moment ohne all den Trubel dort oben schon aus, doch die Sonne und die Strecken die uns zu Füssen lagen und denen wir bis hin zum Kornsand folgten, machten das alles wieder wett. Der Tag wartete außerdem mit freundlichem Wetter für uns auf und nach der obligatorischen Pause am Fährstübchen und einer ausgezeichneten Currywurst, kam dann der letzte Teil der Tour unter die Räder, bevor wir wieder zu Hause ankamen.

The first trip back to Saarland

We were here once before in 2018 and, as then, the trip was to be to the Wheels and Stones Festival in St. Wendel. Like many things, however, this event also fell victim to the little virus, so we set off with Carin and Uwe towards the waistcoat a week after the actual date. In order to get used to each other a bit, we had never ridden together before, I planned the journey there very comfortably and the beautiful weather on this tour day rounded everything off. In fact, the four of us were able to soak up this feeling of holiday directly and simply took in the wonderful local nature and the small roads that accompanied us on the way like a breath of sunshine. Via the ferry in Gernsheim we came to the other side of the Rhine and followed the curves further towards Dannenfels. Unfortunately, everything was closed up there on the mountain, so we had to drive a little further to the Bergstubb in Falkenstein for a suitable lunch. Peace and quiet and a good meal awaited us there before we drove past the old castle ruins after lunch in the direction of Reichsthal and via Wolfenstein on to St. Wendel. We were already expected at Hotel Le Journal and after a shower and a little relaxation, there was a Hefeweizen in the garden, we set off to explore the town and find dinner. For this moment, the virus had disappeared from our minds and the city felt as alive as ever during our previous visits. But at the latest in front of the restaurant, reality caught up with us again and we could clearly see from the waitresses‘ masks that not everything was in order this time. And yet it was a very nice evening with good conversations, an excellent meal and looking ahead to tomorrow and the coming tour.

This one started early because 300km were on the schedule and luckily the weather played along again. Yes, we could have explored the Saarland, the Saarschleife and much more beyond, but we simply had something else in mind that day and so we first drove towards Johanniskreuz, right into the middle of the Palatinate Forest. We took the bends there in a gentle flow and more than once it felt as if I wasn’t in Germany at all, but somewhere much further south. That morning in July passed and after the Elmsteiner Tal and the Totenkopfstraße we ended up in the Palatinate wine region near Maikammer. The vines were still as empty as the roads we had travelled until then. My three companions and I changed direction from here on and headed south. Via Ahrweiler on the Trifels, we drove deeper almost to the French border before turning west again. Many beautiful little villages passed us on the southern wine route and every now and then I thought to myself, ‚How beautiful our country is, if you only have an eye for it‘. Dahn, Fischbach and Kleinsteinhausen followed the L467 north and back to St. Wendel. Arriving at the hotel after more than 300km, this motorbike day came to an end. We didn’t do much sightseeing on this day, as riding was clearly the main focus. Therefore, after dinner we quickly fell into our beds before heading home again the next day.

Back home

After a hearty breakfast and loading our luggage, we were ready to go. Uwe was clearly ahead in terms of luggage with the big LT travel steamer from BMW, while Carmen and I relied on old-fashioned topcase and saddlebag solutions. Nevertheless, it works and that is the most important thing. The way back, however, was planned a little further north than the route two days before. So this morning we drove past the stone sculptures where, under normal circumstances, we would have celebrated Wheels and Stones a week earlier. It did look a little bleak there at that moment, but the sun and the routes we followed all the way to the corn sands made up for it. The day had kind weather in store for us and after the obligatory break at the Fährstübchen and an excellent curry sausage, the last part of the tour got under our wheels before we arrived back home.

Der zweite Trip ‚Ride Pure‘ Moselkurven

Zirka zwei Monate nach dem Saarland, also Anfang September standen wir erneut an der Fähre über den Rhein. Einige wunderschöne Touren hatten wir seitdem im Odenwald und Spessart gefahren, doch nun zog es uns erneut gen Westen. Dieses mal war die Mosel unser Ziel und wie Carmen nahm auch ich für diese Tour meine Kawasaki W mit. Das Gefühl mit unseren Retros zu fahren ist noch einmal ein ganz anderes, denn du bist noch näher an den Menschen dran und bekommst aufgrund der gemütlichen Fahrweise einfach noch mehr von der Landschaft um dich herum mit. Ride Pure ist daher eine sehr passende Überschrift für diese Art des Motorradfahrens. Die Tour führte uns nach dem Kornsand nördlich über Bad Kreuznach und weiter über die L239 und L260 in Richtung Gehlweiler. Von dort aus schlängelte sich die Straße an Hausen vorbei wir kreuzten in Wallhausen die Alte Römerstraße und wandten uns dann nach Nordwesten zu unserem Ziel, dem Hotel Loosen in Enkirch entgegen. Einfach aber sauber untergebracht warteten wir dort auf Hartmut und Heike, unsere beiden Begleiter, die erst später zu Hause starteten und mit der untergehenden Sonne im Hotel ankamen. Der Abend im Biergarten mit den Beiden war wie immer lustig und nach dem einen bis anderen Bier wurden uns dann doch irgendwann die Augen schwer.

Das war am Morgen danach aber bereits Geschichte und nach dem Frühstück war der Plan weiter den Westen zu erkunden und wieder einmal Luxemburg zu besuchen. Das Wetter meinte es an diesem Morgen nicht ganz so gut mit uns, denn die Sonnenstrahlen fielen erst mal in flüssiger Form vom Himmel. Das hielt uns allerdings nicht davon ab einfach loszufahren und zu schauen was der Tag uns noch bringen würde. In Richtung Süden kamen wir durch Morbach und nach einem sensationellen Ausblick auf eine der Moselschleifen über Trittenheim und Schweich nach Echternach. Bevor wir allerdings unsere Tour fortsetzten, kehrten wir ein und aßen etwas in einer kleine Pizzeria vor der Grenzbrücke die frische Pasta und Pizzen auftischte. Frisch gestärkte ging unsere gemütliche Tour danach weiter schwenkte hinein ins Müllerthal und dann Nordwärts durch die luxemburgische Landschaft und die schmalen Straßen hinauf zur Burg von Vianden. Mächtig thront das alte Gemäuer noch heute auf seinem Felsen, dem Lockdown und Pandemie nur wenig anhaben können. Uns jedoch schon, denn die Pforten sind für Besucher in diesen Tagen geschlossen und so beschließen wir den Rückweg anzutreten. Bei Keppeshausen verlassen wir das kleine Nachbarland wieder und halten uns ostwärts über Neuerburg und Biersdorf am See über 3D Straßen gen Mosel. Erneut zieht uns die Natur in ihren Bann, zumal der September warm ist, die Sonne noch immer hoch am Himmel steht und die Wärme Helm, Handschuhe und das Gewandt durchflutet. Nach Schadt geht es noch einmal ins wilde Kurvengeschlängel, dass bei meiner W650 ordentlich Bewegung ins historisch aufgebaute Fahrwerk bringt. Hartmut ist da indes besser dran denn seine S1000XR ist auf dem neusten Stand der Technik und gute 100PS stärker als die kleine Kawasaki. Die letzten Meter vor dem Hotel sind dann einfach noch einmal Genuss, bevor wir kurze Zeit später bei einem kühlen Hefeweizen den Abend ausklingen lassen.

Der Weg zurück

Der Heimweg kommt komischerweise wenn es einem richtig gut geht immer viel zu schnell, aber alles hat nun einmal ein Ende. Da Hartmut und Heike die Anfahrt alleine gestaltet hatten, wählte ich somit für den Rückweg die beinahe identische Strecke, die Carmen und ich 2 Tage zuvor als Anreise gefahren waren. Ja ich weiß das war wenig einfallsreich in diesem Fall, aber die Straßen waren einfach passend für diesen Tag, das Wetter zudem traumhaft und so hatten wir noch einmal einen wundervollen Tourtag. Noch einmal gab es im Fährstübchen am Kornsand die berühmte Currywurst, bevor wir zurück in den Odenwald aufbrachen. Dabei ließ ich es mir allerdings nicht nehmen das letzte Stück noch ein wenig anzupassen und Burg Frankenstein mit ihren spitzen Kurven in den Tagesplan mit einzubauen. Am Abend ging ein rundum gelungener Tag zu Ende, der einen letzten Höhepunkt in einer schmackhaften Pizza und einem Glas Roten fand.

The Second Trip ‚Ride Pure‘ Moselle Curves

Two months after the Saarland, i.e. at the beginning of September, we were again at the ferry across the Rhine. Since then we had ridden a few tours in the Odenwald and Spessart, but now we were drawn west again. The Moselle was our destination and, like Carmen, I took my Kawasaki W with me for this tour. The feeling of riding our Retros is completely different, because you get even more of the landscape around you. Ride Pure is therefore a very appropriate title for this kind of motorcycling. After Kornsand, the tour took us north past Bad Kreuznach and further along the L239 and L260 towards Gehlweiler. From there the road meandered past Hausen, we crossed the old Roman road in Wallhausen and then turned northwest towards our destination, the Hotel Loosen in Enkirch. Simply but cleanly accommodated, we waited there for Hartmut and Heike who started later at home and arrived at the hotel with the setting sun. The evening in the beer garden with the two of them was fun as always and after one or two beers our eyes became heavy at some point.

But that was already history the next morning and after breakfast the plan was to continue exploring the west and visit Luxembourg once again. The weather wasn’t quite as kind to us that morning, with the sun’s rays falling from the sky in a bit of liquid form. But that didn’t stop us from just setting off and seeing what the day would bring. Heading south, we passed through Morbach and after a sensational view of one of the Moselle loops, we reached Echternach via Trittenheim and Schweich. Before continuing our tour, however, we stopped for a bite to eat at a pizzeria in front of the border bridge. Freshly invigorated, our leisurely tour then continued into the Müllerthal and then northwards through the Luxembourg countryside and up the narrow roads to Vianden Castle. The old walls still towered mightily on their rocky outcrop, which lockdown and pandemic could do little to. But they do to us, because the gates are closed to visitors these days and so we decide to head back. We leave the small neighbouring country again at Keppeshausen and head east via Neuerburg and Biersdorf am See on 3D roads towards the Moselle. Once again, nature casts its spell on us as September is warm, the sun is still high in the sky and the warmth floods helmet, gloves and robe. After Schadt, we take another wild winding road, which brings a lot of movement into the historically constructed chassis of my W650. Hartmut is better off because his S1000XR is state-of-the-art and a good 100 hp more powerful than the little Kawasaki. The last few metres before we reach the hotel are simply enjoyment once again, before we finish off the evening a short time later with a cool Hefeweizen.

The way back
Weirdly, the way home always comes much too quickly, but everything has an end. Since Hartmut and Heike had organised the journey alone, I chose the almost identical route for the way back that Carmen and I had taken 2 days earlier. Yes, I know that wasn’t very imaginative in this case, but the roads were just right, the weather was fantastic and so we had another wonderful day of touring. Once again we had the famous curry sausage at the Fährstübchen on the Kornsand before we set off back to the Odenwald. However, I didn’t miss the chance to adjust the last stretch a little and to include Frankenstein Castle with its sharp bends in the day’s plan. In the evening, an all-round successful day came to an end, culminating in a tasty pizza and a glass of red wine.

Weißwurst und Weißbier Runde

Der September hatte aber noch mehr zu bieten, denn BMW hatte zur Testfahrt nach München eingeladen. Einer Testfahrt der besonderen Art, denn die Präsentation der R18 stand vor der Tür und ich durfte dabei sein. Am Morgen der Abfahrt stand meine R12R daher fertig gepackt in den Startlöchern und so rollten wir über die Ausläufer des Odenwaldes bei Walldüren gen Süden in die bayrische Landeshauptstadt. Ungelogen ein echtes Erlebnis, was der Weg dorthin alles zu bieten hatte. Die Landschaften verschmolzen in Kurven, Wälder, sanfte Hügel und freie Blicke soweit das Auge reichte. Ich war mit mir und all dem alleine, hatte 100km hinter mir und dachte nur Pause… Nein die Strecke ist gerade so toll ich fahre weiter. Nach 200km das Gleiche, bis mich kurze Zeit danach der Abzweig zur Goldberg Alm neugierig machte und ich beschloss dem Wegweiser zu folgen. Ein Weg, der sich lohnte, denn neben dem sensationellen Ausblick, gab es auch noch ein super Schnitzel mit allem zum Mittagessen, was ich rückblickend gesehen besser hätte etwas kleiner wählen sollen. Wie dem auch sei die Strecke bis vor die Tore Münchens war in jeder Hinsicht ein Erlebnis. Und auch was die R18 angeht könnt ihr im Blog einiges sehr Positives über sie lesen.

Hin und wieder zurück

Nachteil an solchen Tests ist dann meist nur der, dass man Hinfährt, testet und Tags drauf wieder zurückfährt. Aber natürlich fährt es sich zu zweit erheblich schöner als alleine und so freute es mich das Sandra, die Tochter einer der Entwickler der Boxermotoren bei BMW, Zeit und Lust hatte mich in Richtung Heimat zu begleiten. Sehr schön dachte ich, denn das letzte Mal hatten wir uns 2017 am Glemseck 101 gesehen. Wir trafen uns daher Samstags Morgens kurz hinter ihrer Haustür und dann ging es Richtung Norden. Sie auf der Nine T Racer ich mit der bepackten R12. Fürwahr ein lustiges Gespann das da um die Kurven flog. Sandy schien es jedenfalls zu gefallen, denn im Spiegel war sie stehts hinter mir und machte die Heimfahrt so zum Vergnügen. Viele Kurven nahmen wir an diesem Vormittag gemeinsam z.B. in Solnhofen, wo ich zum ersten Mal so einen Racer, nämlich Ihren fahren konnte. Dagegen ist meine R gerade leider ein schweres Stück BMW-Technik dachte ich nur, aber redete mir ein, dass sie dafür auf langen Strecken ein ganzes Stück bequemer sein musste. Es folgte noch einmal Landschaft genießen und Kurven wetzen, bevor sich unsere Wege nach einem Kaffee und einem Mittagessen wieder trennten. Während sie nach Süden fuhr, nahm ich den Weg weiter nach Norden und zurück nach Hause, bevor die Sonne im Rot des Abends unterging. Etwas was im übrigen Spuren hinterließ, denn noch war die Reiselust des Jahres nicht gestillt.

Weißwurst and Weißbeer round

But September had even more to offer, because BMW had invited us to a test drive in Munich. A test drive of a special kind, because the presentation of the R18 was just around the corner and I was allowed to be there. On the morning of departure, my R12R was packed and ready to go, so we rolled south over the foothills of the Odenwald near Walldüren to the Bavarian capital. It was a real experience to see what the road had to offer. The landscapes melted into curves, forests, rolling hills and unobstructed views as far as the eye could see. I was alone with myself and all that, had 100km behind me and just thought break…. No, the route is so great right now, I’ll keep going. After 200km the same, until the turn-off to the Goldberg Alm made me curious and I decided to follow the path. A route that was worthwhile, because in addition to the sensational view, there was also a super schnitzel with everything for lunch, which in retrospect I should have chosen a little smaller. Be that as it may, the route to the gates of Munich was an experience in every respect. And as far as the R18 is concerned, you can read some very positive things about it in the blog.

To and back again

The only disadvantage of such tests is that you drive there, test it and then drive back the next day. But of course it’s much nicer to drive in pairs than alone and so I was pleased that Sandra, the daughter of one of the developers of the boxer engines at BMW, had the time and inclination to escort me home. I thought that was very nice when she got in touch, because the last time we saw each other was at the Glemseck in 2017. We met on Saturday morning shortly after her front door and then we headed north. She on the Nine T Racer, I on the packed R12, a funny team flying around the bends. Sandy seemed to like it anyway, because in the mirror she was always behind me, making the ride home a pleasure. We took many bends together that morning, for example in Solnhofen, where I was able to ride a racer like hers for the first time. Compared to it, my R is unfortunately a heavy piece of BMW technology, I thought, but convinced myself that it had to be a lot more comfortable on long stretches. We enjoyed the scenery and the curves once more, then after a coffee and lunch we parted ways again and while she rode south, I took the road further home before the sun set in the red of the evening. Something which left its mark on the rest of us, for the year’s wanderlust had not yet been sated.

Der letzte Trip des Jahres….

Hartmut war es der nachfragte, ob wir denn noch mal gemeinsam eine Runden drehen könnten, bevor der Winter Einzug hält! Klar meinte ich und da Frankreich leider erneut im Dornröschenschlaf des Virus weilte und Italien ebenfalls recht unsicher war, wählten wir kurzentschlossen Bayern als Ziel aus. Wie praktisch dachte ich aus den Erfahrungen der München Tour heraus und so war eine Tour recht schnell zusammengestellt. Erneut ging es über den Odenwald gen Süden und eh wir uns versahen landeten wir nach einem sonnigen Herbsttag im Sattel unserer Bikes in den Hopfenfeldern vor Landshut. Eine Unterkunft war über den Garmin schnell gefunden und der Weg dorthin noch ein kleines Erlebnis. Warum, weil man das Gefühl hat unerschöpflich viele Strecken zu erfahren, die zudem mit wenig Verkehr, gutem Asphalt und erneut mit weiten Blicken überraschte. Hartmut und ich fielen an jenem Abend müde in unsere Betten, denn neben den Eindrücken, machten auch die bayrischen Weißbiere im Anschluss der Tour etwas müde.

Großer Aber

Von Landshut aus starteten wir am nächsten Morgen weiter in Richtung Aidenbach, wo ich bei der Firma Stadler Motorradbekleidung etwas zu erledigen hatte. Ein wechselhafter aber zugleich nicht langweiliger Tourenabschnitt folgte, der aber auch gut für die Entspannung war. Denn Hartmut und ich versuchten an diesem Tag den angekündigten Regen zu umfahren und wechselten daher nach Aidenbach unsere Richtung. Vilshofen an der Donau und dann rollten wir nördlich vorbei am Abersee hoch auf die Spitze des Berges. In der Mittagspause besprachen wir den weiteren Verlauf der Route, denn mittlerweile wurde es merklich kühler und die Sonne hatte sich hinter die Wolken verzogen. Daher war der Weg hinab vom Berg mit Vorsicht zu genießen, denn im Wald wurde es frischer und die Straßen waren bereits nass. Kronach das eigentliche Ziel des Tourtages rückte in weite Ferne, sodass wir irgendwann beschlossen in Sulzbach-Rosenberg zu übernachten. Im Gasthaus Sperber, das zugleich auch noch eine Brauerei war schlief es sich ausgezeichnet, zumal der Wirt selbst Motorradfahrer ist und wir ordentlich Gesprächsstoff am Abend hatten.

Back Home

Der Slogan für den folgenden Tag. Denn es ging zurück nach Hause. Der Morgen war frisch, ja richtig ungemütlich sogar und daher wählten wir den kürzesten Weg zurück. Nein nicht über die Autobahn, aber eben ziemlich direkt durch eine trüb gewordenen Landschaft. Es war nun einmal Anfang Oktober, der 10., um genau zu sein und die Sonne hatte ihre Kraft merklich eingebüßt. Noch einmal gab es Kurven, noch einmal Blicke in eine kahl wirkende Landschaft an der auch die zum Teil bunt angemalten Fachwerkhäuser der Orte nicht mehr viel ändern konnten. An diesem Abend war ich froh zu Hause zu sein und freute mich insgeheim auf eine lange und warme Dusche, die die durchkühlten Knochen wieder aufheizt und ihnen Leben einhauchte. Doch wie es auch immer so ist, nach dem Regen kam natürlich erneut der Sonnenschein und seither gab es noch den einen oder anderen Tag in Odenwald und Spessart die für meine Leidenschaft hinhalten mussten.

Fazit

Auch wenn das Virus uns in manchen Bereichen ein wenig einschränkt, Masken ein Bild der Normalität geworden sind und wir uns in manch einer Lebensart einschränken müssen, ist es nicht das Ende. Motorrad fahren in Deutschland ist und bleibt auch in Zukunft eine tolle Erfahrung von Strecken, Landschaften, Menschen und dem Gefühl in einem wunderschönen Land zu leben. Ich für meinen Teil habe jedenfalls beschlossen dies auch zukünftig öfters zu tun und mir Gebiete einfach vorzu nehmen die ich über die Jahre noch nicht ganz so erkunden konnte. In diesem Sinne bleibt alle gesund, habt eine gute Zeit und macht euch nicht immer gar so verrückt, wenn die Zeiten mal nicht so sonnig sind. Vertraut auf euch und eure realen Freunde, dann kann nur wenig schief gehen.

The Last Trip of the Year….

Hartmut was the one who asked if we could do another round together before winter sets in! Sure, I said, and since France was unfortunately again in the slumber of the virus and Italy was also quite uncertain, we decided to go to Bavaria. How practical I thought from the experience of the Munich tour and so a tour was put together quite quickly. Once again we headed south via the Odenwald and before we knew it we were in the saddle on a sunny autumn day in the hop fields outside Landshut. An accommodation was quickly found via the Garmin and the way there was still a bit of an experience. Why, because you have the feeling of experiencing an inexhaustible number of routes that also surprise you with little traffic, good asphalt and wide views. Hartmut and I fell tired into our beds that evening, because in addition to the impressions, the Bavarian wheat beers after the tour also made us a little tired.

Big Aber

From Landshut we started the next morning in the direction of Aidenbach, where I had to do some work at the Stadler motorbike clothing company. A changeable but at the same time not boring tour section followed, which was however good for relaxing for what was to come afterwards. Hartmut and I tried to avoid the forecast rain and changed our direction. Vilshofen on the Danube and then we rolled north past Abersee up to the top of the mountain. During the lunch break we discussed the further course of the route, because by now it was getting noticeably cooler and the sun had gone behind the clouds. Therefore, the way down from the mountain had to be enjoyed with caution, because in the forest it was getting fresher and the roads were wet. Kronach, the actual destination of the tour day, became a distant memory, so at some point we decided to spend the night in Sulzbach-Rosenberg. The Sperber Inn, which was also a brewery, was an excellent place to sleep, especially as the landlord is a motorcyclist himself and we had plenty to talk about in the evening.

Back Home

The slogan for the following day. For it was back home. The morning was fresh, even really uncomfortable, and so we chose the shortest way back. No, not via the motorway, but rather directly through a landscape that had become dull. It was the beginning of October, the 10th to be exact, and the sun had noticeably lost its power. Once again there were curves, once again glimpses of a barren landscape that even the colourfully painted half-timbered houses in the towns could not change. That evening, I was glad to be home and secretly looking forward to a long, warm shower that would warm up my chilled bones and breathe life back into them. But as it always happens, after the rain came the sunshine again, of course, and since then there have been one or two other days in the Odenwald and Spessart that have had to serve my passion.

Conclusion

Even if the virus limits us a little in some areas, masks have become an image of normality and we have to restrict ourselves in some ways of life, it is not the end. Riding a motorbike in Germany is and will continue to be a great experience of routes, landscapes, people and the feeling of living in a beautiful country. I, for one, have decided to do this more often in the future and simply take time to explore areas that I have not been able to explore over the years. With this in mind, stay healthy, have a good time and don’t get so crazy when times aren’t so sunny. Trust in yourselves and your real-life friends and little can go wrong.

Beste Grüße und #Lifeisaride

Torsten Thimm

6 Kommentare

  1. Hallo Torsten

    Du schreibst zum ersten Lockdown: „… die eine oder andere Runde Motorrad fahren. Das ich das tat kostete mich in der sozial medialen Welt die eine oder andere lockere Bekanntschaft. …“ Wie hat sich das konkret gezeigt?

    Mich interessiert das, weil das eine polarisierende Zeit war, die der Kultur der Meinungsfreiheit in den Facebook-Gruppen geschadet hat. Ich selbst hatte appelliert, dass Motorrad in der Garage zu lassen, was nicht gut ankam. Manche Admistratoren auf Facebook hatten meine Beiträge deswegen einfach gesperrt.

    Die Maschine mit dem Chrome-Tank ist total schön. Was ist das für ein Motorrad? Ist das die W800 von Kawasaki?

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Thomas

    derhalbhartemann.com

    Liken

    1. Hallo Thomas, schön Dich zu lesen und ich hoffe das es dir gut geht?

      Du fragst wie ich das meine mit dem Verlust der Bekannten, recht einfach sie haben sich einfach ohne Vorwarnung entfreundet und waren nimmer gesehen. Bei manch einem fand ich das schade, da man sich auch persönlich kannte und schon das eine oder andere mal Blödsinn zusammen gemacht hatte, aber man muss halt jedem seine Meinung lassen.

      Ich für meinen Teil hab all das so gehalten wie ich das immer tue. Wir sind erwachsene Menschen und sollten selbst entscheiden, ob wir in diesem Fall Motorrad fahren oder nicht. Bei uns war es erlaubt also tat ich es. Andere taten es nicht das war ihre Entscheidung.

      Ich überlege gerade welche Maschine du meinst die nen Chromtank hat🤔🤔🤔

      Liken

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