Helmtest: HJC RPHA 90S der zweite Streich (English below)

Mit dem RPHA 90 hatte HJC schon bei der ersten Version ein wirklich gutes Händchen bewiesen, denn auch wenn er mir erst auf den zweiten Blick taugte, war er am Ende der Helm, den ich am meisten in den Saisonen 2018 bis 2020 gefahren bin. Der sportliche Klapphelm ist in seiner zweiten Amtszeit zudem mit seinen neuen Designs nicht nur bei Tourenfahrern beliebt. Nein auch sportlich orientierte Fahrer greifen mittlerweile gerne zum modularen Bruder des RPHA 70. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand, denn neben dem Design sind gerade auch die Brillenträger unter uns mit dem Klapper einfach besser bedient.

Der HJC 90S im Test

Zum Testen erhielt ich von HJC freundlicherweise den 90S in der sehr schicken Bekavo Ausführung, verzichtete aber aufgrund der Erfahrungen im V90 auf eins der von Sena verbaubaren 10B (139,90EUR) oder 20B (299,90EUR) Kommunikationssysteme. Ob der RAPH das S im Namenszug deshalb trägt, weil sie nun mit Sena zusammenarbeiten anstatt wie früher mich Cardo weiß ich nicht, allerdings merkt man schon beim ersten Kontakt das er ein ganzes Stück wertiger geworden ist. Das Grundgewicht des RPHA 90S fällt lt. Aufkleber am Heck mit 1600 Gramm um gut und gerne 100 Gramm höher aus als beim Vorgänger. In der von mir verwendeten Größe M (57/58) sind es 1598 Gramm plus 30 Gramm für das Pinlockvisier. Hier setzt HJC neuerdings im Übrigen auf das Original in der 120er Version für höchsten Beschlagschutz anstatt früher auf Skipfog.

Für den Einbau des Kommunikationssystems ist der Helm sehr gut vorbereitet. Während für die beiden Sena Systeme der Akku einen eigenen Platz im hinteren Bereich des Helms findet und das Bedienteil an der Seite verklippt wird, habe ich das Cardo Packtalk Bold einfach nur aufgesteckt, die hochwertigen JBL-Lautsprecher eingesetzt und fertig war der Zauber. Einbauzeit eine halbe Stunde für die Freude am Fahren. Und auch mit der Montage des Pinlock verhielt es sich ähnlich. Wer dazu allerdings zu wenig oder gar keine Geduld aufbringt, der kann sich das Ganze natürlich auch vom Händler vormontieren und fertig machen lassen.

Weitere Neuerungen gab es am 90S unter anderem auch im Kinnbereich. Der hier verbaute Kinnschutz (Spoiler) ist nun größer und ein ganzes Stück dicker geworden. Zudem ist ein die Geräusche mildernder und ebenfalls herausnehmbarer Kragen für den Nackenbereich ergänzt worden. Das Visier bietet eine Raststufe mehr nämlich 5 anstatt 4 Stufen und der RAPH 90S ist nun als Integral- und Jethelm (P/J Homologation) zugelassen. Außerdem gibt es die Premium Integrated Matrix (P.I.M. Plus) Außenschale jetzt in 3 anstatt wie vorher in 2 Größen. Die Ergänzung der Jethelmfunktion dürfte dabei den meisten Nutzern weniger wichtig sein, da die wenigsten mit einem offenen Klapphelm durch die Gegend fahren. Alleine schon durch die schlechte Gewichtsverteilung kann er hier auch keinen reinen Jethelm ersetzen.

Der Metallverschluss, die Einhand-Bedienung des Kinnteils und auch des Sonnenvisier funktionieren synchron wie beim Vorgänger und sind auch mit dicken Handschuhen gut zu bedienen. Wobei das Einrasten des Kinnteils nun wertiger wirkt als beim alten Modell. Die ebenfalls mit Handschuhen leicht bedienbare Kopfbelüftung arbeitet ausgezeichnet, die zusätzliche Kinnbelüftung leitet den Luftzug nach wie vor gegen das Visier, wobei sich das ändert, wenn man den Atemabweiser demontiert. Das Visier lässt sich wie beim Vorgänger weiterhin auch noch verriegeln, um bei hohen Geschwindigkeiten ein Öffnen zu verhindern. Wobei ich nicht glaube das es das durch die vorhandene Raststufen überhaupt tun würde. Und apropos Raststufen, als kleine Anmerkung würde ich mir immer noch gerne eine Lüfterstellung für das Visier wünschen, um im Sommer die Luftzufuhr noch zu erhöhen.

Der gute Gesamteindruck indes setzt sich im Inneren des Helmes fort. Unter anderem durch einen angenehmen Tragekomfort und das hautfreundlich antibakterielle „Multi Cool“ Innenfutter, das man zum Waschen herausnehmen kann. Über die Lautstärke im und am Helm werde ich wie üblich nichts schreiben, da das von zu vielen Faktoren abhängig ist. Wie immer gilt auch hier, fahrt den Helm vor dem Kauf auf jeden Fall Probe und wenn ihr das Gefühl habt etwas stimmt oder passt nicht lasst es besser bleiben. Die Variabilität des Helms ist zudem recht hoch denn HJC bietet unterschiedlich starke Wangenpolster an, mit denen sich sehr viel in Sachen Passform erreichen lässt.

Fazit

Für mich hat HJC einen schon guten Helm noch einmal verbessert. Man könnte sagen der RPHA90S ist erwachsener geworden und hat die kleinen Mäkel des Vorgängers hinter sich gelassen. Mit seiner umfangreichen Ausstattung lässt er meiner Meinung nach keine Wünsche offen und ist trotz seiner 1600 Gramm Gewicht sehr ausgewogen zu tragen. Wer es leichter möchte kann sich für die ebenfalls erhältliche Carbon Variante entscheiden. Preislich liegt der HJC in den Größen XS bis XXL unifarben bei UVP 479,90 EUR, die Designvarianten wie der hier abgebildete „Bekavo“ kosten 529,90 EUR und das schon erwähnte Topmodel aus sehr edel in blauem schimmernden Carbon gibt es für 639,90 EUR. Durch seine Faserverbundschale ist er natürlich langlebiger als ein gewöhnlicher Thermoplast Helm, was den höheren Einstiegspreis in jeder Hinsicht relativiert. Außerdem gibt HJC 5 Jahre Garantie. Mir schickt der Halm auf meiner BMW R1200R mit Windschild ebenso gut wie auf meiner Kawasaki W650 ohne jegliche Verkleidung.

In diesem Sinne viel Spaß beim Testen und ER-fahren euer

Torsten Thimm

HJC RPHA 90S the second Strike

With the RPHA 90, HJC had shown a really good hand, because even though it only suited me at second glance, it ended up being the helmet I rode the most in the 2018 to 2020 seasons. With its new designs, the sporty flip-up helmet is not only popular with touring riders. No, sporty riders now also like to reach for the modular brother of the RPHA 70. The advantages are of course obvious, because in addition to the design, spectacle wearers are simply better served with the flip-up.

The HJC 90S in the test

For testing, I kindly received the 90S from HJC in the very chic Bekavo version, but due to my experiences with the V90, I decided against one of the 10B (139,90EUR) or 20B (299,90EUR) communication systems that Sena offers. I don’t know if the RAPH has the S in its name because they are now working with Sena instead of Cardo, but you notice from the first contact that it has become a lot more valuable. According to the sticker on the rear, the basic weight of the RPHA 90S is 1600 grams, a good 100 grams higher than its predecessor. In the size M (57/58) I use, it is 1598 grams plus 30 grams for the Pinlock visor. Incidentally, HJC now uses the original 120 version for maximum protection against fogging instead of Skipfog.

The helmet is very well prepared for the installation of the communication system. Whereas for the two Sena systems the battery has its own place in the back of the helmet and the control unit is clipped to the side, I simply plugged in the Cardo Packtalk Bold, inserted the high-quality JBL speakers and the magic was done. Installation time half an hour for the joy of riding. And it was similar with the installation of the Pinlock. However, if you have too little or no patience, you can of course have the whole thing pre-assembled and finished by the dealer.

There were further innovations on the 90S in the chin area, among other things. The chin guard (spoiler) installed here is now larger and quite a bit thicker. In addition, a noise-reducing and removable collar has been added for the neck area. The visor offers one more click step, namely 5 instead of 4 steps, and the RAPH 90S is now approved as a full-face and jet helmet (P/J homologation). In addition, the Premium Integrated Matrix (P.I.M. Plus) outer shell is now available in 3 sizes instead of 2 as before. The addition of the jet helmet function is probably less important to most users, as very few people ride around with an open flip-up helmet. The poor weight distribution alone means that it cannot replace a pure jet helmet.

The metal fastener, the one-handed operation of the chin section and the sun visor function synchronously as on the predecessor and are easy to operate even with thick gloves. The chin section lock now looks better than on the old model. The head ventilation, which is also easy to operate with gloves, works excellently, the additional chin ventilation still directs the draught against the visor, although this changes when the breath deflector is removed. As with the predecessor, the visor can still be locked to prevent it from opening at high speeds. However, I don’t think it would do that at all due to the existing ratchet steps. And speaking of locking steps, I would still like to see a fan position for the visor to increase the air supply in summer.

The good overall impression continues inside the helmet. Among other things, it is comfortable to wear and the skin-friendly, antibacterial „Multi Cool“ inner lining can be removed for washing. As usual, I won’t write anything about the noise level in and on the helmet, as this depends on too many factors. As always, try the helmet before you buy it and if you have the feeling that something is wrong or doesn’t fit, it’s better to leave it alone. The variability of the helmet is also quite high because HJC offers cheek pads of different thicknesses, with which a lot can be achieved in terms of fit.

Conclusion

For me, HJC has improved an already good helmet even further. You could say that the RPHA90S has grown up and left the small flaws of its predecessor behind. With its extensive features, it leaves nothing to be desired in my opinion and is very balanced to wear despite its 1600g weight. If you want something lighter, you can opt for the carbon version, which is also available. The price of the HJC in Germany in sizes XS to XXL is EUR 479.90 RRP, the design variants such as the „Bekavo“ pictured here cost EUR 529.90 and the top model already mentioned, made of very classy blue shimmering carbon, is available for EUR 639.90. Thanks to its fibre composite shell, it is of course more durable than an ordinary thermoplastic helmet, which puts the higher entry-level price into perspective in every respect. HJC also gives a 5-year warranty. For me, the Halm looks just as good on my BMW R1200R with windshield as it does on my Kawasaki W650 without any fairing.

With this in mind, have fun with the testing yours

Torsten Thimm

2 Kommentare

  1. Naja, so toll ist mein hjc RPHA 90S nicht. Nach 1000km von 4000km Tour ist der Sonnenblenden-Mechanismus kaputt und die Blende klemmte. Um überhaupt weiterfahren zu können, musste ich den Mechanismus vermutlich endgültig beschädigen. Nun gibt es keine Garantie mehr. Das war definitive mein letzter HJC Helm und ich muss hier leider eine deutliche Warnung aussprechen. Außerdem ist die Belüftung im Vergleich zur ersten Generation wirklich schlechter geworden. Gruß Stefan

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    1. Pech kann man natürlich immer haben, das kannst du auch sicherlich zu anderen Herstellern gehen und es kann dir das Gleiche passieren. Ich bin mit beiden HJC RPHA’s 90 und 90S nun viele 1000km unterwegs gewesen und kann bis auf einen lockeren Haltebolzen des Kinnteils und ein (durch mich selbst) schlecht ausgerichtetes Pin-Lock Visier überhaupt gar nichts negatives berichten. Der für mich einzige Nachteil des 90S ist das er etwas schwerer geworden ist im Gegensatz zum Vorgänger, aber dafür auch wertiger.

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