Fahrtest: Honda CMX500 Rebel (English Version Below)

Ein Cruiser für Groß und Klein

Die Auswahlmöglichkeiten im Bereich der neuen A2-Cruiser sind bekanntermaßen wirklich begrenzt. Honda machte daher alles richtig und verpasste der Rebel 500 im Jahr 2020 ein Update, was sie neben der Kawasaki Vulcan S in der Klasse mittlerweile zu einem Einzelstück macht. Doch wo liegt der Reiz und der Rebell in der Rebel vergraben?

Böse Buben, sexy Mädchen, Motorradfahrer und Fahrerinnen haben bereits von Beginn an das typische Image der harten Typen, der Rebellen ja gar der Draufgänger. All diese Klischees scheinen jedoch nicht so wirklich mit der in mattschwarz lackierten CMX500 vereinbar zu sein. Zumal Honda Motorräder grundsätzlich auch eher für andere Tugenden, wie Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit am Markt stehen, zudem eine ausgereifte Technik bieten und guten Fahrkomfort. Ist es also am Ende lediglich der Name, der den Rebell in der Rebel definiert?  

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Honda CMX500 Rebel Motor und Leistung

Eins vorneweg im Motor ist der Rebell jedenfalls nicht versteckt. Der flüssigkeitsgekühlte Reihen-Zweizylinder mit 471 Kubik stellt sein Schlauchwerk sehr offenliegend und Chopper untypisch zur Schau und ist in den meisten Teilen baugleich mit seinem Bruder aus der CBR500R. Doch anders als im kleinen Supersport Model wurde er in der Rebel mittels Überarbeitung der Motorabstimmung, Kraftstoffeinspritzanlage und Zündfolge gekonnte an den Cruiser und seine Charaktereigenschaften angepasst. Die maximale Leistung von 46 PS liegt hier bei 8.500 Umdrehungen an, das maximale Drehmoment von 43 Nm spürt man bei 6.000 Touren. Diese Daten sind alle ähnlich wie die Daten der 500R, doch liegen die 43 Nm bereits 1.000 Umdrehungen früher an. Das widerrum steht für den eigenständigen Charakter des Aggregats. Damit fokussiert man die Motorabstimmung spürbar in den unteren zwei Dritteln des Drehzahlbandes und nicht wie beim Sportler in den oberen Regionen. Dort geht der CMX nämlich spürbar die Luft aus, während sie unten und in der Mitte angenehm kraftvoll und vor allem auch gleichmäßig die Leistung ans Hinterrad drückt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h, ist man so ganz rebellisch und leicht für die üblichen Landstraßen gerüstet und auch die Autobahn braucht man nicht zu fürchten. Wobei die Rebel egal wo und wie stets einfach und vollkommen beherrschbar zu fahren ist.

Steht der Name dann vielleicht doch eher gar für eine Rebellion in die ganz andere Richtung? Man könnte es fast meinen, denn mit ihren 191 fahrfertigen Kilogramm und den 690mm Sitzhöhe finden selbst die kleinsten Fahrer einen Platz auf ihr und die Füße einen festen Stand auf dem Boden. Außerdem lässt sie sich damit spielerisch leicht um die Ecken zirkeln und fährt unter Umständen manch einem echten Rebellen auf dem schweren Eisen einfach davon.

Honda CMX500 Rebel Optik und Maße  

Optisch gesehen geht Honda einen eigenen Weg mit dem kleinen Bobber. Schwarz ist die dominierende Farbe im Konzept der Special Edition. Schwarz lackierter Motor, schwarze Gußfelgen, freiliegender Gitterrohrrahmen, mattschwarz aufgesetzter Tank und ebenfalls schwarze Kotflügel lassen sie beinahe grimmig wirken. Ein wenig Farbe oder Chrom hätte ihr hier aus unserer Sicht schon gut getan, um das Ganze schwarz etwas aufzulockern. Aber natürlich gibt es für all jene die Bunt mögen auch noch andere Farbvarianten.

Die gut ausleuchtenden LED-Lichtelemente und das überarbeitete digitale Display mit Ganganzeige geben ihr einen modernen Touch mit auf den Weg, wobei das Display aufgrund der Reflektion in der direkten Sonne hin und wieder etwas schwer ablesbar ist. Der gesamte Bobber Look wird von den dicken Schlappen vollendet. Mit 150/80-16 hinten und 130/90-16 vorne wirkt es fast so, als hätte man zu viel Botox in die Reifen gespritzt und sie dann auf die Felgen montiert. Die Menge an Gummi hat aber auch durchaus ihre Vorteile, denn die Eigendämpfung erhöht den Komfort, der Grip ist besser und natürlich trägt es im Konzept auch zur Optik bei.

Ganz anders wirkt da die schmale Mitte der Rebel. Der 11 Liter Tank, der sich lang über das Gittergeflecht spannt und der Lenker schaffen eine Sitzposition, die zum Bike passt. Mit einem gestreckten und vor allem auch geraden Rücken sowie breiten Ellenbogen, sitzt man beinahe draufgängerisch und ganz dem Klischee entsprechend auf der Rebel. Auch das seitlich angebrachte Zündschloss trägt hier zum klassischen Look im Chopper Segment bei. Alle Bedienelemente sind indes selbsterklärend, leicht zu erreichen und wenn man sich mal an den vertauschten Blinker und Hupenknopf gewöhnt hat, ist zudem die letzte kleine, manchmal etwas auffällige Fehlerquelle (Die Hupe klingt sehr nach Bigbike) ausgeräumt. Das macht Spaß und zusammen mit dem Brabbeln, aus dem ja natürlich mattschwarz gehaltenen Auspuff steigt, so die Freude am Fahren noch einmal an.

Wie weiter oben schon geschrieben war unser Test-Bike ein Modell der Special Edition Serie. Die Unterschiede zur Serien-Rebel sind schnell und deutlich sichtbar. Das meiste hat erneut mit der Farbe Schwarz zu tun. So ist der Scheinwerfer von einer mattschwarzen Lichtmaske eingeschlossen, die nichteinstellbare Telegabel ist geschwärzt und mit klassischen Faltenbälgen ausgestattet. Der sehr wuchtige wirkende Kühler hat eine komplette Verkleidung aus schwarzem Kunststoff und das Sitzpolster die Anmutung einer Rautensteppung. Natürlich ist das bei weitem noch nicht alles, denn wie andere Hersteller auch, bezieht Honda ein eigenes Custommanagement mit ein. Im dazugehörenden Zubehör-Katalog kann man lederne Satteltaschen, Gabelabdeckungen oder auch ein Windschild finden und sich ordentlich und individuell austoben. Customizing gehört eben mittlerweile einfach mit dazu und erfreut nicht nur Bastler und Individualisten, sondern auch die Konten der Hersteller.

Honda Rebel on the Road

Ein kurzer Radstand (1490mm) macht handlich und flink das dürfte klar sein und dass trotz der grösser gewählten Reifendimensionen. Auch die tiefe Sitzposition und der breite Lenker fördern die Handlichkeit der Maschine. Daneben fiel uns bei den Testfahrten dabei auch immer wieder das leichtgängige 6- Gang Getriebe auf, das sich in Verbindung mit der ebenfalls leichtgängigen Kupplung sanft durchschalten ließ. Seine sportlichen Gene hat der Twin trotz aller Anpassungen nicht ganz verloren, wird aber von den beiden Einscheiben Bremsen (vorne 295mm und hinten 240mm Durchmesser) souverän eingefangen. Das serienmäßige ABS unterstützt dabei im Notfall den Fahrer. Wer eine Traktionskontrolle sucht wird diese allerdings nicht finden und auch verschiedene Fahrmodi stehen bei der Rebel nicht im Lastenheft. Ride Pure und enjoy your Ride lautet die Devise.  

Genauso einfach und klassisch geht es dann auch am Heck weiter, denn hier federn zwei in der Federvorspannung einstellbare Stoßdämpfer von Showa mit 95mm Federweg. Zusammen mit der vorne verbauten, nicht einstellbaren 41-mm-Teleskopgabel (122mm Federweg) ergibt das ein eindeutig auf Komfort ausgerichtet Fahrwerk, dass aber auch die etwas forschere Gangart nicht scheut. Erst wenn die Straßen pickliger, die Bodenwellen und Schlaglöchern stärker werden, merkt man das man auf einem Bobber und nicht auf einem Highendbike unterwegs ist.

Fazit

Kommen wir zurück auf die Eingangsfrage des Testes! Was macht die Honda CMX500 Rebel zum wahren Rebellen?

Nachdem Motor, Leistung, Gewicht und so ziemlich alle Chopper und Cruiser typischen Merkmale bei der Betrachtung wegfallen ist die Antwort so einfach wie die Technik der Rebel selbst. Es ist das Gesamtpaket. Ein Paket geschnürt, um Motorradfahrer einfach glücklich zu machen. Weg vom ausufernden Hubraum und PS Wahn, weg von mittlerweile teils unüberschaubarer Elektronik, und zurück zum Zentrum dessen was es sein soll, „Einfach Motorrad fahren“.  Und genau das ist sie auch einfach, vielseitig und alltagstauglich – man verbindet in ihr japanische Stärken mit einem eigenständigen Look. Dabei entflieht man als Fahrer gleichzeitig bewusst oder unbewusst unserer hektischen Welt und kommt bestenfalls zurück zum Ursprung dessen was Chopper Fahren einmal ursprünglich war. Freiheit und Entspannung, meine Maschine, ich, eine Straße und die Natur.

Mein Tipp lasst euch mal drauf ein, denn egal ob man sie als Einsteigermotorrad oder entspanntes Zweitmoped nutzt, die Honda Rebel kann das und macht dich so zu ihrem Rebell 😊.

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Driving report: Honda CMX500 Rebel

A cruiser for big and small

The choices in the new A2 cruiser segment are notoriously really limited. Honda therefore did everything right and gave the Rebel 500 an update in 2020, which now makes it a one-off in the class alongside the Kawasaki Vulcan S. But where is the appeal and rebel buried in the Rebel? 

Bad boys, sexy girls, female motorcyclists and riders already have the typical image of tough guys, rebels and even daredevils right from the start. However, all these clichés don’t really seem to be compatible with the CMX500 painted in matt black. Particularly since Honda motorbikes generally stand for other virtues on the market, such as reliability and suitability for everyday use, as well as offering sophisticated technology and good riding comfort. So, in the end, is it merely the name that defines the Rebel in the Rebel? 

Honda CMX500 Rebel engine and performance

First of all, the Rebel is not hidden in the engine. The liquid-cooled in-line two-cylinder with 471 cubic capacity displays its tubing very openly and untypically for choppers and is in most parts identical in construction to its brother from the CBR500R. But unlike the small supersport model, it has been skilfully adapted to the cruiser and its character traits in the Rebel by revising the engine tuning, fuel injection system and ignition sequence. The maximum power of 46 hp is available at 8,500 revolutions, the maximum torque of 43 Nm can be felt at 6,000 revolutions. These data are all similar to those of the 500R, but the 43 Nm are already available 1,000 revolutions earlier. This, in turn, stands for the independent character of the power unit. This means that the engine tuning is noticeably focussed in the lower two-thirds of the rev range and not in the upper regions, as is the case with the sports bike. There, the CMX noticeably runs out of steam, while at the bottom and in the middle it pushes power to the rear wheel in a pleasantly powerful and, above all, even manner. With a top speed of 155 km/h, the Rebel is easily equipped for the usual country roads, and there’s no need to fear the motorway either. No matter where and how, the Rebel is always easy and completely controllable to ride.

Does the name perhaps stand for a rebellion in a completely different direction? One could almost think so, because with its 191 ready-to-ride kilograms and 690mm seat height, even the smallest riders will find a place on it and their feet a firm footing on the ground. What’s more, it’s playfully easy to circle the corners and may just outrun some real rebels on the heavy iron.

Honda CMX500 Rebel appearance and dimensions 

Visually, Honda is going its own way with the small bobber. Black is the dominant colour in the Special Edition concept. Black-painted engine, black cast rims, exposed trellis frame, matt black tank and black mudguards make it look almost grim. In our opinion, a little colour or chrome would have done it good to lighten up the whole black thing. But of course there are other colour options for all those who like colour.

The well illuminated LED light elements and the revised digital display with gear indicator give it a modern touch, although the display is sometimes difficult to read due to the reflection in direct sunlight. The whole bobber look is completed by the thick tyres. With 150/80-16 at the rear and 130/90-16 at the front, it almost looks as if too much Botox has been injected into the tyres and then mounted on the rims. However, the amount of rubber does have its advantages, because the self-damping increases comfort, the grip is better and, of course, it also contributes to the look in concept.

The narrow centre of the Rebel has a completely different effect. The 11-litre tank, which stretches long over the mesh, and the handlebars create a seating position that suits the bike. With a stretched and, above all, straight back and wide elbows, you sit on the Rebel almost like a daredevil and completely in keeping with the cliché. The side-mounted ignition lock also contributes to the classic look in the chopper segment. All the controls are self-explanatory and easy to reach, and once you get used to the reversed indicator and horn button, the last small, sometimes somewhat conspicuous source of error (the horn sounds very much like a big bike) is eliminated. This is fun and, together with the roar that comes from the naturally matt black exhaust, it makes riding even more enjoyable.

As mentioned above, our test bike was a model from the Special Edition series. The differences to the standard Rebel are quickly and clearly visible. Most of it again has to do with the colour black. The headlight, for example, is enclosed in a matt black light mask, the non-adjustable telescopic fork is blackened and equipped with classic bellows. The very bulky-looking radiator has a complete covering of black plastic and the seat upholstery has the appearance of diamond quilting. Of course, that is by no means all, because like other manufacturers, Honda includes its own custommanagement system. In the corresponding accessories catalogue, you can find leather saddlebags, fork covers or even a windshield and let off steam in a neat and individual way. Customizing is now simply part of the game and pleases not only hobbyists and individualists, but also the manufacturer’s accounts.

Honda Rebel on the Road

A short wheelbase (1490 mm) makes the bike easy to handle and nimble – that should be obvious despite the larger tyre dimensions. The low seating position and wide handlebars also enhance the bike’s manoeuvrability. During the test rides, we also noticed the smooth 6-speed gearbox, which shifted smoothly in combination with the equally smooth clutch. Despite all the adjustments, the Twin has not completely lost its sporty genes, but is confidently captured by the two single-disc brakes (295mm diameter at the front and 240mm at the rear). The standard ABS supports the rider in an emergency. If you’re looking for traction control, you won’t find it, and the Rebel doesn’t come with a choice of riding modes. Ride Pure and enjoy your ride is the motto. 

The rear end is just as simple and classic, with two Showa shock absorbers with adjustable spring preload and 95 mm of travel. Together with the non-adjustable 41 mm telescopic fork (122 mm travel) at the front, this results in a chassis that is clearly geared towards comfort, but does not shy away from a somewhat brisker pace. It is only when the roads become more pimply, the bumps and potholes more pronounced, that you realise you are riding a bobber and not a high-end bike.

Conclusion

Let’s get back to the initial question of the test! What makes the Honda CMX500 Rebel a true rebel?

After engine, power, weight and pretty much all the typical chopper and cruiser features are taken out of the equation, the answer is as simple as the technology of the Rebel itself. It’s the total package. A package put together to make motorcyclists simply happy. Away from the excessive engine capacity and horsepower mania, away from the now partly unmanageable electronics, and back to the centre of what it should be, „Simply riding a motorbike“.  And that’s exactly what it is, simple, versatile and suitable for everyday use – it combines Japanese strengths with an independent look. At the same time, the rider consciously or unconsciously escapes our hectic world and, at best, returns to the origins of what chopper riding once was. Freedom and relaxation, my bike, me, a road and nature.

My tip is to give it a try, because whether you use it as a beginner’s motorbike or a relaxed second moped, the Honda Rebel can do it and make you its rebel 😊.

Beste Grüße und viel Spaß euer

Torsten Thimm

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